Der KI-Assistent von Microsoft kämpft mit technischen Problemen – ausgerechnet zum Auftakt einer umfassenden Neugestaltung.
Am Montag, dem 1. Juni 2026, meldeten tausende Nutzer weltweit Störungen bei Microsofts KI-Plattform Copilot. Die Ausfälle trafen sowohl Privatanwender als auch Unternehmenskunden – und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Nur einen Tag vor der Entwicklerkonferenz Build 2026, auf der Microsoft neue KI-Modelle und Hardware präsentieren will.
Warum so viele Deutsche ChatGPT nutzen – aber kaum einer weiß, wie man es richtig anwendet. Ein kostenloser Ratgeber zeigt, wie Sie die KI sofort für Ihren Alltag nutzen können – ganz ohne Vorkenntnisse. Kostenlosen PDF-Report jetzt herunterladen
App und Webseite gleichermaßen betroffen
Gegen 15 Uhr mitteleuropäischer Zeit häuften sich die Beschwerden auf der Störungsplattform Downdetector. Die Meldungen erreichten ihren Höhepunkt am frühen Nachmittag mit über 600 registrierten Ausfällen. Besonders betroffen war die mobile App: Rund 71 Prozent der Nutzer berichteten von Problemen mit der Anwendung, etwa 26 Prozent kämpften mit der Webversion.
Microsoft bestätigte den Vorfall unter der Kennung CP1329665. Nutzer konnten die Anwendung nicht laden oder erhielten Timeout-Fehlermeldungen. Das Unternehmen leitete den Datenverkehr auf funktionierende Server um – mit Erfolg: Die Zahl der Störungsmeldungen sank bis zum späten Nachmittag deutlich.
Ein paralleles Problem (Kennung MO1329446) betraf Microsoft 365: In Office fürs Web und in Teams ließen sich keine Dateien öffnen. Grund waren erhöhte Fehlerraten in der Infrastruktur.
Neues Design mit „Work IQ“ und schnellerer Ladung
Die Ausfälle überschatteten den Start einer grundlegenden Überarbeitung von Microsoft 365 Copilot, die für Juni 2026 vorgesehen ist. Die Neuerungen sind weitreichend:
- Der App Launcher (das bekannte „Waffle“-Symbol) kehrt zurück
- Eine neue Funktion namens „Work IQ“ ersetzt den bisherigen „Work/Web“-Schalter
- Das Eingabefeld erhält ein Plus-Symbol für eine einfachere Bedienung
- Copilot integriert spezialisierte Recherche- und Analyse-Agenten direkt in den Chat – Verweise öffnen sich künftig im Gesprächsfenster, nicht mehr in separaten Tabs
Microsoft verspricht, dass die neue Version doppelt so schnell lädt wie ihr Vorgänger.
Gesundheit und Unternehmensintegration
Erst wenige Tage vor den Ausfällen hatte Microsoft den Funktionsumfang von Copilot deutlich erweitert. Am 29. Mai startete der Copilot Health Preview für US-Nutzer ab 18 Jahren mit einem Personal-, Family- oder Premium-Abonnement. Das Tool greift auf medizinische Daten von über 50.000 US-Anbietern zu – darunter Laborergebnisse und Apple-Health-Daten. Microsoft betont, dass diese Daten vom Hauptsystem getrennt bleiben und nicht zum Training der KI-Modelle verwendet werden.
Für Unternehmen gibt es eine weitere Neuigkeit: Microsoft und SAP haben eine direkte Agenten-zu-Agenten-Verbindung zwischen Copilot und SAP Joule angekündigt. Die beiden KI-Assistenten können künftig über Unternehmensgrenzen hinweg kommunizieren. Zudem soll die SAP Business Data Cloud noch in diesem Jahr mit Microsoft Fabric verbunden werden.
Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun? Die EU-KI-Verordnung stellt neue Regeln auf, die viele noch nicht kennen – dieser kostenlose Report klärt auf. EU AI Act Umsetzungsleitfaden kostenlos anfordern
Regulierung als größte Hürde
Mit Blick auf den EU AI Act, der im August 2026 in Kraft tritt, warnen Branchenbeobachter: Die größte Hürde für die breite Einführung von KI in Unternehmen bleibt die Governance. Microsoft setzt hier auf seine Purview-Plattform, die Sicherheitsrisiken von Copilot managen soll. Der KI-Assistent übernimmt dabei die bestehenden Berechtigungen innerhalb eines Unternehmens-Mandanten.
Doch die Nutzer haben weiterhin Wünsche offen. In den Microsoft-Foren vom Juni 2026 fordern sie unter anderem eine bessere Chat-Verlaufssuche, konsistenteres Verhalten im Copilot Studio und zuverlässigere Bildgenerierung. Ob die Build-Konferenz am 2. und 3. Juni hier Antworten liefert, bleibt abzuwarten.

