Copilot Code: Microsoft lässt Anwendungen per natürlicher Sprache erstellen

Copilot Code erstellt Anwendungen aus Texteingaben; lokale Nutzung verlangt mindestens 128 Gigabyte Arbeitsspeicher.

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Microsoft hat im Rahmen seines Frontier-Programms mit dem Rollout von Copilot Code begonnen. Die Neuerung soll das Erstellen von Anwendungen direkt in den Arbeitsalltag integrieren. Nutzer können mithilfe von natürlicher Sprache sogenannte Tracker, Dashboards, Arbeitsabläufe oder kleinere Programme generieren, ohne Programmierkenntnisse besitzen zu müssen.

Die Funktionsweise stützt sich dabei maßgeblich auf Microsofts Kontextsystem Work IQ. Dieser Dienst führt relevante Arbeitskontexte aus E-Mails, Besprechungen, Dokumenten, Chats und verknüpften Datensätzen zusammen, um die gewünschten Werkzeuge bedarfsgerecht zu erzeugen.

Die Resultate lassen sich im Anschluss über weitere Texteingaben verfeinern, mit Geschäftslogik, Visualisierungen sowie externen Datenquellen anreichern und bei Bedarf direkt im Quellcode bearbeiten. Für technisch versiertere Anwender besteht zudem die Möglichkeit, lokale Dateien und Terminalbefehle einzubinden.

Bereitstellung in der Cloud und Kopplung an GitHub

Erstellte Anwendungen können wahlweise lokal oder in Microsofts verwalteter Cloud betrieben und innerhalb von Unternehmen geteilt werden. Bei komplexeren Vorhaben sieht das System eine direkte Schnittstelle zu Entwicklungsplattformen vor: Größere Projekte lassen sich an ein GitHub-Repository anbinden und über Entwürfe für Pull-Requests weiterbearbeiten. Obwohl Copilot Code und GitHub Copilot dieselbe agentische Basistechnologie teilen, zielen beide Angebote auf unterschiedliche Nutzergruppen ab.

Strategisch fügt sich die Veröffentlichung in eine umfassendere Neuausrichtung ein. Ende September kündigte Microsoft-Chef Satya Nadella die bislang größte Überarbeitung der Copilot-Reihe an, bei der die Bereiche Home, Code und Autopilot in einer gemeinsamen Benutzeroberfläche gebündelt werden. Zudem sind Kernanwendungen wie Word, Excel und PowerPoint vollständig integriert.

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Nadella stufte dieses Angebot als neues Betriebssystem für die Arbeit ein, das unabhängig von Plattformen und Modellen fungiere. Im Nachgang einer Hardware-Veranstaltung Anfang Oktober bezeichnete er den PC durch den Code-Modus zudem als unendliche Software-Fabrik, die vollwertige native Programme auf Basis einer einzelnen Anfrage hervorbringe.

Hohe Hardware-Anforderungen für lokale Modelle

Im Hintergrund nutzt das System unter anderem das Modell MAI-Code-1.1 Flash. Dieses verfügt über 137 Milliarden Parameter, von denen 6,8 Milliarden aktiv geschaltet sind, sowie über ein Kontextfenster von 256.000 Tokens. Durch eine 3-Bit-Quantisierung wurde das Modell um rund 80 Prozent verkleinert.

Dennoch stellt der lokale Betrieb erhebliche Anforderungen an die Arbeitsstation: Die lokale Variante des Modells umfasst 53 Gigabyte. Bei Ausnutzung des vollen Kontextes belegte das System in Tests auf einem Surface Laptop Ultra mit RTX Spark rund 75,5 Gigabyte Arbeitsspeicher.

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Damit setzt eine lokale Ausführung mindestens die Konfiguration mit 128 Gigabyte Arbeitsspeicher voraus, die mit einem Preis von 6.879 Euro veranschlagt und noch nicht käuflich zu erwerben ist. Die Steuerung der Aufgaben erfolgt über GitHub HydraFusion. Eine lokale Inferenz bedeutet zudem nicht zwingend eine autarke Nutzung; eine Offline-Vorschau ist für Ende Oktober vorgesehen.

Nach Angaben von Microsoft arbeitet das RTX-Spark-System bei von Microsoft und Nvidia gesponserten Tests gegenüber einem MacBook Pro 16 mit M5 Pro und 64 Gigabyte Arbeitsspeicher beim ersten Token bis zu 2,1-mal, bei der Bildgenerierung 4,3-mal und bei Videos 6,2-mal schneller.