Copilot Cowork: Microsoft lässt KI-Agenten Aufgaben offline fortsetzen

Microsoft ergänzt Copilot um cloudbasierte Agenten, Unternehmensfunktionen und nutzungsabhängige Abrechnung; der Rollout erfolgt schrittweise.

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Microsoft baut den Funktionsumfang von Copilot Cowork grundlegend aus. Das System soll künftig in der Lage sein, Arbeitsabläufe über verschiedene Anwendungen wie Outlook, Teams und Excel hinweg autonom zu steuern. Die Ausführung der Aufgaben soll dabei auch dann weiterlaufen, wenn Anwender offline sind.

Dreiteilige Struktur und Integration in Büroprogramme

Die Copilot-Umgebung wird künftig in drei zentrale Bereiche unterteilt: Home, Code und Autopilot. Der Bereich Home führt Copilot Chat und Cowork zusammen und stellt ein Übersichts-Dashboard für E-Mails, Besprechungen sowie Teams-Diskussionen bereit. Über Office in Copilot wird ein direkter und synchronisierter Zugriff auf Dokumente in Word, Excel und PowerPoint ermöglicht.

Zusätzlich befindet sich eine verwaltete Laufzeitumgebung für Copilot in einer ersten Vorschauphase, während ein Verzeichnis für Erweiterungen schrittweise ausgerollt wird. Die Funktion Fabric IQ bindet semantische Modelle aus Power BI in Copilot ein und steht für Chat sowie Cowork allgemein bereit. Eine öffentliche Vorabversion für Dynamics 365 und die Power Platform soll im kommenden Monat folgen.

Autopilot übernimmt komplexe Arbeitsfolgen

Das Modul Autopilot, das zuvor unter der Bezeichnung Scout entwickelt wurde, fungiert als dauerhafter, in der Cloud ausgeführter Agent mit eigener Identität, eigenem Speicher und einer Rechnerumgebung innerhalb des Mandanten. Nutzer können dem Agenten spezifische Rollen und Zielvorgaben zuweisen. Das System agiert mit festgelegten Zugriffsrechten, Audit-Funktionen und Richtlinien in Teams, Outlook, Chats, Kanälen und Dokumenten.

Am 7. Oktober 2026 demonstrierte Jacob Andreou, Executive Vice President für Copilot bei Microsoft, den praktischen Einsatz des Agenten: Autopilot suchte Steuerunterlagen in bestehenden Verzeichnissen, aktualisierte und komprimierte die Daten und erstellte eigenständig den Entwurf einer E-Mail an einen Steuerberater samt Dokumentenanhang.

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Andreou erklärte in diesem Zusammenhang, dass rechenintensive Aufgaben in der Cloud verarbeitet würden, während lokale Modelle insbesondere dann zum Einsatz kämen, wenn Kosten oder Datenschutz im Vordergrund stünden.

Erweiterung für Unternehmenssoftware und neue Abrechnung

Für Geschäftskunden integriert Microsoft 30 vorgefertigte Copilot-Fähigkeiten in Dynamics 365 Sales, Customer Service und Customer Insights, die in Cowork allgemein zur Verfügung stehen. Die CRM-Einbindung in Teams sowie das Migrationsprogramm Dynamics 365 Activate zum Wechsel von Systemen wie Salesforce befinden sich in einer öffentlichen Vorschau.

Der Sales Development Agent liegt ebenfalls als öffentliche Vorabversion vor und verbraucht ab dem 16. November 2026 Copilot-Guthaben. Ein Service Agent verbleibt zunächst in einer geschlossenen Testphase für ausgewählte Kunden des Frontier-Programms; die administrative Überwachung erfolgt über Agent 365.

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Der Entwicklungsbereich Code stützt sich auf Technologie von GitHub Copilot, arbeitet isoliert im Mandanten und ermöglicht die Erstellung von Anwendungen, Dashboards sowie Automatisierungen per natürlicher Sprache.

Finanziell führt Microsoft ein nutzungsbasiertes Modell für Cowork, Code und Autopilot ein, das durch Verwaltungsfunktionen zur Kostenkontrolle ergänzt wird. Standardanwendungen wie Chat, Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams verbleiben im regulären Lizenzmodell.

Lokale Funktionen und schrittweiser Rollout

Auf Copilot+ PCs sollen in den kommenden Monaten zudem drei lokale Funktionen eingeführt werden: ein berechtigungsgesteuerter Datei- und Aktivitätszugriff, Systemaktionen wie Datei-Organisation und Code-Ausführung sowie die Nutzung lokaler Modelle.

Der Rollout variiert nach Gerät, Markt und Prozessor. Nach Unternehmensangaben verzeichnen Copilot+ PCs monatlich mehr als zwei Billionen lokale Inferenzen, während über 40 Prozent der Business-Laptops die technischen Vorgaben erfüllen.

Die Bereiche Home und Code starten in den kommenden Wochen im Rahmen des Frontier-Programms. Eine Vorabversion von Autopilot soll später in diesem Monat folgen, während die Vorschau von Code für Abonnenten von Microsoft 365 Premium und Pro für einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr angesetzt ist.