Copilot Cowork: Microsoft senkt KI-Kosten um 60 bis 80 Prozent

Microsoft blockiert KI-Analysen sensibler Daten in Office durch neue Sicherheitslabels. Die Funktion ist in der Vorschau verfügbar.

Der Softwarekonzern weitet die Durchsetzung seiner Sicherheitskennzeichnungen aus, um KI-gestützte Inhaltsanalysen in Word, Excel und PowerPoint zu unterbinden. Mit der Einstellung „Bestimmte verbundene Dienste blockieren, die Inhalte analysieren“ können Unternehmen künftig verhindern, dass sensible Dokumente an Microsoft-Server zur Analyse übermittelt werden.

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Die Funktion befindet sich seit Mitte Mai 2026 in der öffentlichen Vorschau. Die allgemeine Verfügbarkeit im gesamten Microsoft-365-Ökosystem wird bis Ende Juli 2026 erwartet. Sobald die Labels aktiviert sind, werden betroffene Dateien nicht mehr an Microsoft-Dienste übertragen – integrierte KI-Funktionen bleiben dann außen vor.

Automatisierte Absicherung ohne Admin-Aufwand

Die Blockade-Funktionen sollen ohne zusätzliche Administratorkonfiguration auskommen. Branchenexperten betonen jedoch: Der Schutz steht und fällt mit der richtigen Datenklassifizierung in Microsoft Purview Information Protection. Purview nutzt dafür Komponenten wie vertrauliche Informationstypen, trainierbare Klassifikatoren und exakte Datenabgleiche.

Erst kürzlich wurden weitere Governance-Ebenen eingeführt, um die wachsende Zahl von KI-Agenten im Arbeitsumfeld zu kontrollieren. Der Dienst Agent 365 übernimmt Steuerung, Identitätsmanagement und Sicherheit für diese Agenten. Der Work IQ-Service – seit dem 16. Juni 2026 allgemein verfügbar – liefert Live-Kontext aus Microsoft 365 an KI-Agenten. Zusammen mit Foundry IQ als Wissensdatenbank bilden diese Tools ein neues Sicherheitsnetz.

Datensouveränität im Fokus

Auf Roadshows in mehreren deutschen Großstädten demonstrierten Microsoft und Utimaco Anfang des Jahres, wie sich Datenhoheit in der Cloud wahren lässt. Im Mittelpunkt standen verschlüsselungssouveräne Ansätze und BYOK-Strategien (Bring Your Own Key). Die Kombination aus Purview und BYOK-basierten Sicherheitslabels konnte Microsofts Copilot erfolgreich vom Zugriff auf sensible Firmendaten abhalten.

Auch für Multimedia-Inhalte gibt es Fortschritte: Organisationen können nun Sicherheitslabels für MP4-Videodateien vergeben – allerdings noch über spezielle SharePoint-PowerShell-Module.

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Automatische KI-Ausrollung und regulatorische Hürden

Parallel zu den Sicherheitsupdates treibt Microsoft die Verbreitung seiner KI-Tools voran. Zwischen Mitte Juni und Mitte Juli 2026 erfolgt eine automatische Installation der Microsoft-365-Copilot-App auf berechtigten Windows-11-Geschäftsgeräten. Diese Ausrollung gilt für viele Regionen – nicht jedoch für den Europäischen Wirtschaftsraum, um lokale Vorschriften zu respektieren.

Die zunehmende KI-Integration stößt nicht überall auf Begeisterung. Im Juni 2026 verhängte das norwegische Bildungsministerium ein Verbot generativer KI für Schüler der Klassen 1 bis 7. Rund 2.800 Schulen mussten daraufhin ihre IT-Richtlinien überprüfen.

Wie wichtig robuste Datenklassifizierung ist, zeigt ein Vorfall an der Australian National University. Dort waren offenbar sensible Tabellenkalkulationen und Personalakten monatelang für alle Mitarbeiter und Studenten einsehbar – bis zur Entdeckung Ende 2025. Die Universität hat daraufhin neue Schulungsprogramme zur Microsoft-365-Sicherheit gestartet.

Neue KI-Modelle und Kostenstrategie

Während Microsoft seine KI-Governance verfeinert, diversifiziert es auch die Modelle hinter seinen Produktivitätstools. Am 16. Juni 2026 gab das Unternehmen die allgemeine Verfügbarkeit von Copilot Cowork bekannt, das derzeit auf Modellen von Anthropic basiert.

Um Betriebskosten zu senken, plant Microsoft zudem die Integration optimierter DeepSeek-Modelle in die Cowork-Plattform. Das Ziel: eine Kostenreduktion von 60 bis 80 Prozent im Vergleich zu früheren Versionen. Begleitet wird dieser Schritt von einer Umstellung auf nutzungsbasierte Preismodelle für Unternehmens-KI-Dienste.