Copilot Cowork: Microsoft startet Pay-per-Use für Office-KI

Microsoft erweitert KI-Assistenten: Excel erhält personalisierte Regeln, Copilot Cowork startet global mit nutzungsbasierter Abrechnung.

Ab sofort können Unternehmen personalisierte Regeln für Excel definieren, während der neue „Copilot Cowork“ eigenständig komplexe Arbeitsabläufe managt.

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Mehr Kontrolle für Excel-Nutzer

Bislang war Excel Copilot oft eine Blackbox: Der Nutzer gab einen Befehl, die KI lieferte ein Ergebnis – aber nicht immer nach den eigenen Vorstellungen. Das ändert sich jetzt grundlegend. Microsoft hat am 17. Juni ein Update veröffentlicht, das es Anwendern erlaubt, individuelle Formatierungsregeln, Namenskonventionen und Berichtsstandards direkt im Programm zu hinterlegen.

Über ein neues Personalisierungsmenü in den Einstellungen legen Nutzer fest, wie die KI mit Tabellen umgehen soll. Noch einen Schritt weiter gehen die sogenannten arbeitsmappenspezifischen Regeln. Diese werden in einem eigenen Blatt namens „.Rules“ gespeichert und bleiben auch beim Teilen der Datei mit Kollegen erhalten. Während die allgemeine Personalisierung ab sofort für alle Copilot-Nutzer auf Windows, Mac und im Web verfügbar ist, befindet sich die Workbook-Regeln-Funktion noch in der Vorschau für Insider. Die breite Einführung soll in den kommenden Wochen folgen.

Für den Sommer ist ein weiteres Highlight geplant: Im Juli 2026 soll eine Textzusammenfassung für Excel kommen. Das Tool analysiert Textspalten – etwa offene Antworten aus Umfragen – und generiert automatisch passende Kategorien oder Schlagwörter.

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Copilot Cowork: Der KI-Agent fürs Große

Parallel zu den Excel-Updates hat Microsoft am 16. Juni 2026 den globalen Start von Copilot Cowork bekanntgegeben. Dieser KI-Agent ist kein simpler Chatbot mehr. Er führt komplexe, mehrstufige Geschäftsprozesse eigenständig aus – und das über verschiedene Microsoft-365-Anwendungen hinweg.

Die Zahlen sprechen für sich: Bereits während der dreimonatigen Testphase nutzten mehr als die Hälfte der Fortune-500-Unternehmen das System. Cowork kann Termine planen, Dokumente erstellen oder Beiträge in Teams-Kanälen veröffentlichen – ohne dass der Nutzer jeden Schritt manuell anstoßen muss. Einzige Einschränkung: Aktionen mit mittlerem oder hohem Risiko erfordern weiterhin die Freigabe durch einen Menschen.

Um diese komplexen Aufgaben zu bewältigen, hat Microsoft mehrere Drittanbieter-Plugins integriert. Partner wie Miro, monday.com, S&P Global Energy, Moody’s und Harvey erweitern die Fähigkeiten des Assistenten.

Neues Abrechnungsmodell: Bezahlen nach Verbrauch

Mit Copilot Cowork führt Microsoft die erste große Änderung seiner Software-Abrechnung seit zwei Jahrzehnten ein. Zwar bleibt ein reguläres Microsoft-365-Copilot-Abonnement notwendig, doch Cowork selbst wird nach einem nutzungsbasierten „Pay-As-You-Go“-Modell abgerechnet.

Die Kosten werden über sogenannte Copilot Credits abgebildet. Der Basispreis liegt bei 0,01 Euro pro Credit. Je nach Rechenaufwand – Modellnutzung, Kontextabruf und Laufzeit – fallen unterschiedlich viele Credits an. Einige Verwaltungsberichte deuten darauf hin, dass Überschreitungen mit 0,04 Euro pro Credit berechnet werden könnten. Um die Kosten im Griff zu behalten, ist der Dienst standardmäßig deaktiviert. IT-Administratoren können Budgetobergrenzen und Ausgabenlimits für einzelne Mitarbeiter oder Abteilungen festlegen.

Technische Basis: Anthropic-Modelle und Eigenentwicklung

Hinter den Kulissen setzt Microsoft derzeit auf Modelle von Anthropic, konkret Opus 4.8 und Sonnet 4.6. Kunden im „Frontier“-Programm haben Zugriff auf GPT 5.5. Ein eigenes, günstigeres Modell namens Cowork 1 soll in Kürze debütieren. Interne Tests von Microsoft deuten darauf hin, dass diese Kombination rund 30 bis 40 Prozent kosteneffizienter pro Abfrage ist als vergleichbare Angebote der Konkurrenz.

Ein weiteres neues Feature ist der Planner Agent, der ab Mitte bis Ende Juni 2026 ausgerollt wird. Er steht Copilot-Abonnenten ohne Zusatzkosten zur Verfügung und erstellt auf natürliche Sprachbefehle hin Aufgaben, setzt Fälligkeitstermine und schlägt Abhängigkeiten vor. Ein besonderes Feature: Der „Draft-Safe“-Modus hält KI-generierte Pläne privat, bis der Nutzer sie für das Team freigibt.