Copilot Cowork: Neuer Agent schreibt E-Mails und plant Termine

Microsoft integriert KI-Sprachsteuerung für Team-Postfächer in Outlook und startet den Cowork-Agenten für automatisierte Büroaufgaben.

Der Software-Riese treibt seine KI-Strategie mit Hochdruck voran. Ab sofort können Teams gemeinsam genutzte Postfächer per Sprachbefehl verwalten – und ein neuer Agent erledigt lästige Büroaufgaben auf Zuruf.

Microsoft hat seine KI-Produktpalette rund um Copilot in dieser Woche massiv erweitert. Im Zentrum stehen zwei Neuerungen: die Unterstützung von gemeinsamen Postfächern in Outlook und der Start des „Cowork“-Agenten, der eigenständig E-Mails schreibt, Termine plant und Dokumente erstellt. Die Updates zielen vor allem auf Unternehmen ab, die ihre Produktivität durch Automatisierung steigern wollen.

Schluss mit dem E-Mail-Chaos im Team

Seit dem 23. Juni können lizenzierte Microsoft-365-Copilot-Nutzer auch in freigegebenen und delegierten Postfächern arbeiten. Das bedeutet: Lange E-Mail-Threads lassen sich zusammenfassen, Entwürfe erstellen – ohne dass man das Postfach extra im Befehl nennen muss.

Die Funktion läuft auf Outlook im Web, dem „neuen“ Outlook für Windows sowie auf Mac, iOS und Android. Einzige Ausnahme: Die klassische Outlook-Desktop-Version bleibt außen vor. Gerade für Teams, die täglich Hunderte Anfragen über eine gemeinsame Adresse bearbeiten, dürfte das eine enorme Erleichterung sein.

Cowork: Der persönliche Assistent auf Knopfdruck

Noch einen Schritt weiter geht der neue Copilot Cowork. Dieses Tool versteht natürliche Sprachbefehle und erledigt damit administrative Aufgaben quer durch das Microsoft-365-Universum. Es versendet E-Mails, legt Besprechungen an, erstellt Word-Dokumente und organisiert Dateien.

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Eine Demonstration vom 23. Juni zeigte, wie Cowork personalisierte Outlook-Entwürfe generiert – indem es Daten direkt aus Excel-Tabellen zieht. Wichtig: Der Nutzer muss jede Aktion vor dem Versand freigeben. Der Agent verarbeitet Dateien von Word über Excel und PowerPoint bis hin zu PDFs und Code-Formaten. Die Eingabe kann bis zu 16.000 Zeichen umfassen.

Voraussetzung ist eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz, und im Unternehmen muss Anthropic aktiviert sein.

Finanzprofis bekommen ihre eigenen KI-Werkzeuge

Am 25. Juni folgte die nächste Ankündigung: Finanz-Connectors und wiederverwendbare Copilot-Fähigkeiten für Excel. Diese vorgefertigten Bausteine helfen bei wiederkehrenden Aufgaben wie dem Monatsabschluss oder der Discounted-Cashflow-Analyse.

Microsoft arbeitet dafür mit großen Datenanbietern zusammen: S&P Global, FactSet, Morningstar, CB Insights, Daloopa und PitchBook liefern die nötigen Finanzdaten direkt in die Tabellen. Verfügbar ist das für Copilot-Kunden auf Excel im Web, Windows und Mac.

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Zwangsinstallation und Sicherheitswarnung

Nicht alle Neuigkeiten stoßen auf Begeisterung. Ende Juni hat Microsoft die automatische Installation der Copilot-App auf kommerziellen Windows-11-Rechnern wieder aufgenommen. Betroffen sind Geräte mit Microsoft-365-Desktop-Apps in den Versionen Enterprise, Pro und Education. Administratoren können die Installation zwar über Gruppenrichtlinien oder Intune blockieren – doch viele IT-Verantwortliche berichten von ungewollten Neuinstallationen.

Hinzu kommt eine Sicherheitswarnung. Das indische CERT-In (Computer Emergency Response Team) stufte am 24. Juni eine kritische Sicherheitslücke in Microsoft 365 Copilot als hochgefährlich ein. Die Schwachstelle – fehlende Authentifizierung – könnte Angreifern den Zugriff auf sensible Daten ermöglichen. Microsoft hat Sicherheitsupdates bereitgestellt. Unternehmen sollten diese umgehend einspielen.

Bildung und internationale Erfolge

Auch für den Bildungssektor gibt es Neues. Am 24. Juni kündigte Microsoft KI-gestützte Tools für Schulen und Universitäten an. Ab Juli 2026 erhalten A3- und A5-Lizenznehmer verwaltete Copilot-Kontrollen für Schüler sowie spezielle „Teach“-Funktionen wie KI-gestützte Unterrichtsplaner.

Ein Blick nach Indonesien zeigt, was möglich ist: Dort berichtete die Regierung am 23. Juni, dass die Schulung von Beamten im Umgang mit Copilot die Bearbeitungszeit von Dokumenten um 60 Prozent verkürzt hat. Analysten im öffentlichen Dienst nutzen die KI inzwischen für Politik-Zusammenfassungen und juristische Recherchen.