Copilot Cowork startet: Agentische KI mit verbrauchsabhängiger Abrechnung

Microsoft definiert Lizenzpflichten und Infrastruktur für KI-Assistenten. Neues Abrechnungsmodell mit verbrauchsabhängigen Credits startet.

Unternehmen müssen nun bestimmte Lizenzen und Infrastrukturen nachweisen.

Lizenzpflicht und Identitätsmanagement

Für die Nutzung von Copilot Chat ist ein gültiges Microsoft-365-Abonnement zwingend erforderlich. Kunden aus dem öffentlichen Sektor, etwa mit GCC-High- oder DoD-Zertifizierung, benötigen spezifische Lizenzen der Serien F1, F3, G3 oder G5 – inklusive der entsprechenden Office-365-Varianten.

Darüber hinaus hat Microsoft mehrere technische Hürden eingebaut. Jeder Nutzer braucht ein Konto bei Microsoft Entra ID, der ehemaligen Azure Active Directory. Administratoren müssen die Websuche aktivieren und eine neue Rolle vergeben: den „KI-Administrator“. Copilot Chat wird standardmäßig in den Microsoft-365-Anwendungen angedockt und für berechtigte Nutzer automatisch eingeschaltet.

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Parallel dazu stellte Microsoft am Donnerstag Details zu den sogenannten Copilot Notebooks bereit. Diese Funktion steht Abonnenten von Microsoft 365 Personal, Family und Premium offen – zusätzlich zu den üblichen Geschäftslizenzen. Die Daten landen in einem persönlichen SharePoint-Behälter, die App Microsoft Loop wird dafür nicht mehr benötigt. Der Konzern betont, dass die Nutzerdaten aus diesen Notizbüchern nicht zum Training der KI-Modelle verwendet werden.

Neue Schaltfläche für alle Office-Programme

Seit Donnerstag rollt Microsoft zudem den „Copilot Dynamic Action Button“ aus. Dieses Bedienelement bietet einen einheitlichen Einstiegspunkt für KI-Funktionen in Word, Excel und PowerPoint – auf Windows, Mac und im Web. Der Ausrollprozess begann bereits im April 2026 und soll für die meisten Nutzer bis Ende Juni abgeschlossen sein. Regierungsversionen (GCC/DoD) müssen sich bis Oktober 2026 gedulden.

Ebenfalls in der Vorschau: Microsoft Scout. Die Desktop-KI für Windows und macOS kann eigenständig im Hintergrund arbeiten – etwa Dateien lesen, schreiben oder Shell-Befehle ausführen. Ein dreistufiges Berechtigungssystem soll hier für Sicherheit sorgen. Scout nutzt die Microsoft Authentication Library (MSAL) und unterstützt zahlreiche Dateiformate, darunter Code, Audio und Archive.

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Abrechnung nach Verbrauch: Das Ende der Pauschalpreise?

Am 16. Juni startete weltweit – beginnend in Irland – der Dienst Copilot Cowork. Dabei handelt es sich um eine agentische KI für langlaufende Aufgaben wie Dokumentenerstellung oder Kalenderverwaltung. Cowork arbeitet mit den Berechtigungen des Nutzers und protokolliert alle Aktionen über Microsoft Purview.

Mit Cowork führt Microsoft ein neues Preismodell ein. Zusätzlich zur Grundgebühr von umgerechnet rund 28 Euro pro Monat und Nutzer für Microsoft 365 Copilot kommt nun eine verbrauchsabhängige Abrechnung: sogenannte Copilot Credits. Ein Credit kostet etwa einen Cent. Je nach Aufgabenkomplexität (leicht, mittel, schwer) variiert der Verbrauch. Branchenexperten schätzen, dass ein Vielnutzer unter diesem Modell monatlich auf Kosten von rund 400 Euro kommen könnte.

DeepSeek als günstigere Alternative?

Angesichts hoher Betriebskosten für Modelle von Anbietern wie Anthropic oder OpenAI prüft Microsoft offenbar den Einsatz von DeepSeek V4 als kostengünstigerem Backend. Während Anthropics Spitzenmodelle rund 46 Euro pro Million Tokens kosten, liegt die Pro-Version von DeepSeek V4 bei etwa 80 Cent pro Million Tokens. Eine endgültige Entscheidung über die Integration in die Azure-Infrastruktur wird in den kommenden Wochen erwartet.

Sicherheitslücke geschlossen, Legacy-Support endet

Erst kürzlich hatte Microsoft eine kritische Sicherheitslücke namens SearchLeak (CVE-2026-42824) geschlossen. Die am 15. Juni gemeldete Schwachstelle hätte Angreifern ermöglichen können, sensible Daten wie MFA-Codes oder SharePoint-Dateien abzugreifen – mittels Prompt-Injection und SSRF-Techniken. Der Konzern bestätigte, dass globale Patches bereits am 1. Juni ausgerollt wurden, noch vor der öffentlichen Bekanntgabe.

Separat erinnert Microsoft daran, dass Office 2019 für Mac sowie ältere Microsoft-365-Anwendungen auf nicht unterstützten Apple-Geräten ab dem 13. Juli 2026 keine Bearbeitungsfunktionen mehr bieten. Aufgrund abgelaufener digitaler Zertifikate wechseln diese Programme dann in den Nur-Lese-Modus – Dokumente lassen sich dann nur noch ansehen und ausdrucken.