Copilot Credits: Microsoft startet neues Abrechnungssystem ab Juli

Microsoft führt verbrauchsbasierte Copilot-Credits ein. Technische Pannen und das neue KI-Modell GPT-5.6 prägen den Start.

Ab sofort gilt ein neues Abrechnungssystem für Microsofts KI-Dienste – mit ersten Kinderkrankheiten.

Der Softwarekonzern hat am 11. Juli 2026 ein verbrauchsbasiertes Abrechnungsmodell für sein Copilot-Ökosystem gestartet. „Copilot Credits“ werden zur zentralen Währung für KI-gestützte Dienste wie Cowork und die Work IQ API. Der Schritt fällt mit einem großen Modell-Update und der bevorstehenden Freigabe kollaborativer Funktionen für Unternehmen zusammen.

Neues Finanzmodell mit zwei Abrechnungsmethoden

Unternehmen können zwischen zwei Varianten wählen: Prepaid-Credits (P3) oder Pay-as-you-go. Das System verbraucht zunächst die vorausbezahlten Credits, bevor es auf die nutzungsabhängige Abrechnung umschaltet. Administratoren verwalten die Kosten über ein neues Dashboard im Microsoft 365 Admin Center. Dafür sind entweder globale oder Abrechnungs-Administratorrechte nötig.

Die Verwaltung bietet flexible Steuerungsmöglichkeiten: Budgetobergrenzen, Ausgabenschwellen und automatisierte Benachrichtigungen lassen sich individuell einstellen. So behalten Unternehmen die Kosten für ihre KI-Nutzung im Griff.

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Technische Pannen zum Start

Doch der Rollout verlief nicht reibungslos. Bereits am 10. Juli 2026 meldeten erste Nutzer Abrechnungsprobleme: Pay-as-you-go-Gebühren wurden fällig, obwohl ausreichend Prepaid-Guthaben vorhanden war. Ein konkreter Fall: Ein Kunde zahlte 94,26 Euro auf einem Azure-Abonnement – während die Verwaltungsoberfläche noch Tausende ungenutzte Credits anzeigte.

Auch zwischen dem Microsoft 365 Admin Center und dem Power Platform Dashboard gab es Abweichungen bei der Darstellung des Credit-Verbrauchs. Microsoft hat zu den Ursachen bislang keine Stellungnahme abgegeben.

GPT-5.6 wird zum neuen Standardmodell

Parallel zur Abrechnungsumstellung haben OpenAI und Microsoft am 10. Juli 2026 bestätigt: GPT-5.6 ist ab sofort das bevorzugte Modell für Microsoft 365 Copilot. Es steuert Kernanwendungen wie Word, Excel, PowerPoint und die kollaborative Cowork-Funktion.

Die technischen Verbesserungen sind beachtlich:
– Kontextverarbeitung von bis zu 128.000 Tokens
30 Prozent weniger Halluzinationen als Vorgängerversionen
– Deutlich bessere Handhabung komplexer Excel-Formeln und VBA-Makros
– Verbesserte Mehrsprachigkeit und schnellere Antwortzeiten

Für Unternehmen gibt es zudem mehr Flexibilität: Anthropics Claude steht als optionales Modell in Copilot Chat zur Verfügung. IT-Administratoren können zwischen verschiedenen KI-Modellen wählen oder bestimmte Optionen einschränken – ein Zugeständnis an Unternehmen, die nicht auf eine einzige KI-Quelle setzen wollen.

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Cowork startet für alle – mit klaren Preisen

Am 14. Juli 2026 geht Copilot Cowork in die allgemeine Verfügbarkeit. Die Funktion erlaubt die KI-gestützte Zusammenarbeit mehrerer Nutzer in der Standard-Office-Suite. Cowork ist im E5-Copilot-Paket enthalten. Für Organisationen mit E3-Lizenzen kostet es zwölf Euro pro Nutzer und Monat als Zusatzoption.

Um die Einführung zu beschleunigen, hat Microsoft neue Auto-Installationsrichtlinien veröffentlicht. Seit Mitte Juni wird die Copilot-Anwendung automatisch auf berechtigten Windows-Geräten installiert. IT-Abteilungen können die Verteilung über neue Gruppenrichtlinienobjekte oder Intune-Konfigurationsprofile steuern.

Die Update-Offensive kommt pünktlich vor den Quartalszahlen: Am 29. Juli 2026 legt Microsoft die Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal vor. Im Vorquartal erzielte der Konzern einen Umsatz von rund 76 Milliarden Euro – ein Plus von 18 Prozent im Jahresvergleich. Das Azure-Geschäft wuchs um 40 Prozent. Nach den Ankündigungen vom 10. Juli legte die Microsoft-Aktie um 1,09 Prozent auf 339,75 Euro zu.