Copilot-Harness in Foundry: Genauigkeit steigt um bis zu 47 Prozentpunkte

Microsofts Orchestrierungsschicht unterstützt über 20 Modelle; Vergleichstests zeigten höhere Genauigkeit bei geringerem Token-Verbrauch.

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Microsoft hat den sogenannten Copilot-Harness über Microsoft Foundry für Softwareentwickler und Unternehmenskunden zugänglich gemacht. Bei dieser Technologie handelt es sich um die zentrale Orchestrierungsschicht, die um das eigentliche KI-Modell herum aufgebaut ist. Sie umfasst Instruktionen, Kontextmanagement, die Ausführungsumgebung sowie Steuerungsmechanismen und unterstützt Schnittstellen wie MCP, Agent Skills und Plugins.

Der Harness stammt ursprünglich von Ingenieuren der Unternehmenstochter GitHub. Er bildet bereits das technische Fundament für verschiedene Produkte wie Copilot Code, Copilot Studio, die GitHub Copilot App, Befehlszeilenwerkzeuge (CLI) sowie Visual Studio Code. Parallel dazu stellte GitHub auf der Veranstaltung GitHub Universe Copilot Fusion allgemein bereit und überführte Copilot Projects in eine öffentliche Testphase.

Architektur, Multimodell-Routing und Leistungsdaten

Nach Angaben des Konzerns unterstützt der Harness mehr als 20 Spitzenmodelle führender Anbieter und erlaubt das Einbinden eigener Lizenzschlüssel über ein Bring-your-own-key-Verfahren. Anfallende Aufgaben leitet das System automatisch an das jeweils am besten geeignete Modell weiter.

Die Runtime-Umgebung wurde kürzlich in die Programmiersprache Rust portiert, was laut Microsoft zu einer höheren Performance, einem geringeren Sitzungs-Overhead sowie einer verkürzten Zeitspanne bis zur Generierung des ersten Tokens führt.

Das Software Development Kit (SDK) steht sowohl als lokaler Download als auch in einer Cloud-verwalteten Variante über Foundry bereit. Die Plattformen des Unternehmens bleiben dabei auch für alternative Harness-Architekturen offen.

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Zeitgleich startete die öffentliche Vorschau im Foundry Agent Service sowie die allgemeine Verfügbarkeit einer Ausfallsicherung für langlebige gehostete Agenten. Nach der Erstellung eines Agenten ist ein nachträglicher Wechsel des Harness derzeit allerdings noch nicht möglich.

In Vergleichstests mit der bisherigen Standard-Orchestrierung erzielte der neue Copilot-Studio-Harness laut Ryan Cunningham bei identischen Modellen und Testaufgaben ein Genauigkeitsplus von 12 bis 47 Prozentpunkten. Diese Zuwächse betrafen die Bereiche Wissensabruf, Code- und Dateianalyse sowie Aufgaben mit mehreren Werkzeugen, während der Token-Verbrauch um rund 45 Prozent sank.

Zielgruppen und Abrechnungsmodell

Microsoft räumte zugleich ein, dass sich der Harness vorrangig für längere und kontextintensive Abläufe eigne. Bei einfacheren Aufgabenstellungen könnten die Latenzzeiten und der Verbrauch von Copilot-Guthaben hingegen steigen.

Unabhängig verifizierbare Benchmarks legte das Unternehmen bislang nicht vor; pauschale Angaben zu Millionen Nutzern und Hunderten Einsatzszenarien blieben ohne nähere Aufschlüsselung. Erste Unternehmenskunden äußerten sich dennoch positiv: Confluence-Technologies-Technologiechef Chris Evans bezeichnete die Lösung als in unter einer Woche lauffähig.

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Beim Versicherungskonzern Markel beschleunigte sich die Fallvorbereitung um das Drei- bis Sechsfache, was wöchentlich rund 102 Underwriting-Stunden bei Kosten von rund 90 Cent pro Fall einspare.

Bis zum Monatsende bleibt die reine Laufzeitumgebung kostenfrei, während der eigentliche Modellaufruf und angebundene Werkzeuge stets kostenpflichtig abgerechnet werden. Ab dem 1. Dezember 2026 greift ein verbrauchsabhängiges Modell: Für Sandbox-Rechenleistung werden 0,0994 US-Dollar pro vCPU-Stunde fällig, Speicher schlägt mit 0,0118 US-Dollar pro GiB-Stunde zu Buche, wobei regionale und vertragliche Abweichungen möglich sind.

Verzahnung mit der Power Platform

Auf der Konferenz PPCC 2026 betonte Charles Lamanna, dass Copilot zum neuen Betriebssystem für die Arbeit werde, während die Power Platform als Applikationsschicht diene. Die Power Platform verzeichnet mittlerweile 80 Millionen monatlich aktive Nutzer – rund dreimal so viele wie vor vier Jahren – mit Entwicklern in mehr als 90 Ländern.

Die tägliche Nutzung von Power Apps und die Anzahl der Flow-Ausführungen stiegen im Jahresvergleich um jeweils 20 Prozent, während sich die KI-Nutzung innerhalb der Plattform mehr als verdoppelte.

Im Rahmen der Produkt-Roadmap erhalten Copilot-Studio-Workflows unter anderem Knoten zur Informationsextraktion aus Verträgen, Rechnungen und Finanzberichten.

Zudem stellte das Unternehmen am 23. Oktober 2026 Preview-Funktionen für Dataverse und Work IQ vor, um Geschäftskontexte aus Dynamics 365 bereitzustellen. Eine automatisierte Sicherheitsprüfung in Copilot Studio filtert Inhalte zudem künftig entlang einstellbarer Schwellenwerte auf unerwünschte oder schädliche Elemente.