Copilot in Excel bekommt wiederverwendbare Skills und Live-Zugriff auf SAP, Oracle und Co. – ein Schritt zur intelligenten Datenanalyse.
Der US-Konzern hat am 25. und 26. Juni 2026 umfassende Neuerungen für seinen KI-Assistenten Copilot in Excel vorgestellt. Im Kern geht es darum, zeitaufwendige Datenaufbereitung zu automatisieren und die Tabellenkalkulation direkt mit Unternehmenssystemen zu verknüpfen. Für Finanzprofis, die laut Microsoft rund 60 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Datenvorbereitung verbringen, dürfte das eine echte Erleichterung sein.
Skills als wiederverwendbare Bausteine
Die zentrale Neuerung sind die sogenannten Skills. Dabei handelt es sich um KI-gesteuerte Workflows, die als Dateien in OneDrive gespeichert werden. Teams können sie teilen und für wiederkehrende Aufgaben wie Datenbereinigung, Berichterstellung oder den Aufbau von Dashboards nutzen.
Der Clou: Einmal erstellte Abläufe – etwa intelligente Formelgenerierung oder Abfragen in natürlicher Sprache – lassen sich auf verschiedene Datensätze anwenden, ohne dass man sie jedes Mal neu konfigurieren muss. Der Rollout begann Ende Juni 2026 für Windows, Mac und die Webversion, allerdings abhängig vom jeweiligen Abonnement.
Live-Daten aus SAP und Dynamics 365
Noch bedeutender für Unternehmen ist die erweiterte Anbindung an externe Datenquellen. Excel kann nun live auf Systeme wie Dynamics 365, SAP S/4HANA, Oracle NetSuite und Workday zugreifen. Das schließt die Lücke zwischen Tabellenanalyse und Enterprise-Resource-Planning (ERP).
Hinzu kommen Marktdaten-Anbieter. Während Verbindungen zu LSEG und Moody’s bereits im Mai kamen, ergänzt Microsoft nun unter anderem FactSet, Morningstar, PitchBook, S&P Global, CB Insights und Daloopa. Analysten können so externe Trends direkt in ihre Modelle einfließen lassen – etwa für Szenario-Analysen oder Wettbewerbsvergleiche.
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Nachvollziehbarkeit als Trumpf
Je mehr KI die Arbeit übernimmt, desto wichtiger wird die Kontrolle. Microsoft führt daher den Modus „Plan with Copilot“ sowie einen „Show Changes“-Bereich ein. Damit lässt sich jeder Schritt der Datenmanipulation nachverfolgen – ein klares Audit-Trail für die Finanzberichterstattung.
Für Power-Query-Nutzer gibt es zudem eine Methode, um manuelle Änderungen bei Datenaktualisierungen zu erhalten. Durch selbstreferenzierende Abfragen und sogenannte „Left Anti Join“-Operationen bleiben handschriftliche Notizen oder benutzerdefinierte Spalten erhalten, selbst wenn neue Daten importiert werden.
Visualisierung und Drittanbieter-Tools
Parallel zu den KI-Updates betont Microsoft den Einsatz von Slicern (Filtern) für PivotTables. Sie erlauben eine schnelle Segmentierung großer Datenmengen – essenziell für komplexe Dashboards.
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Auch Drittanbieter ziehen nach: Trintech launchte am 26. Juni KI-Agenten speziell für den Finanzabschluss. Der „Flux Agent“ und der „Variance Analysis Agent“ automatisieren die Prüfung von Budget-Ist-Abweichungen und bieten eine nachvollziehbare Alternative zur manuellen Kontrolle.
Für technisch versierte Anwender hält Microsoft zudem PowerToys Version 0.100 bereit. Das Update enthält ein „Alt Window Cycle“-Tool, das das Umschalten zwischen Fenstern derselben Anwendung erleichtert – ein Segen für alle, die ständig mehrere Excel-Arbeitsmappen gleichzeitig offen haben.

