Microsoft hat die Finanzfähigkeiten seines KI-Assistenten Copilot for Excel deutlich ausgebaut und bietet nun Funktionen für die automatisierte Kontenabstimmung, Journalbuchungen und die Varianz-Kommentierung direkt in der Tabellenkalkulation an.
Wie der Leiter der Excel-Produktgruppe bei Microsoft, Brian Jones, darlegte, wurde das System um mehr als 25 neue Fähigkeiten und Partner-Erweiterungen ergänzt, um Finanzabteilungen bei der Bewältigung von Periodenabschlüssen zu unterstützen.
Automatisierte Vorbereitung statt eigenständiger Buchung
Die neuen buchhalterischen Fähigkeiten gliedern sich in die Bereiche Kontenabstimmung, Journalbuchungen und Berichterstattung. In einem speziellen Buchhaltungsordner stehen insgesamt acht Kernfähigkeiten bereit, zu denen unter anderem das Abschlussmanagement, Abweichungsanalysen und die Aufbereitung von Finanzberichten zählen.
Bei der Erstellung von Buchungssätzen deckt das System Rückstellungen, Umbuchungen, Abgrenzungen, Stornierungen sowie wiederkehrende Buchungen ab und prüft eigenständig, ob Soll- und Haben-Beträge ausgeglichen sind. Der Analysebereich liefert zudem Plan-Ist-Vergleiche und Treiberanalysen.
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Trotz der Automatisierung behalten Fachanwender die Kontrolle über die Daten. Laut der Dokumentation des Softwarekonzerns werden sämtliche generierten Ausgaben mit einem Prüfhinweis versehen. Copilot führt keine eigenständigen Buchungen im Buchhaltungssystem durch, sondern dient ausschließlich der Vorbereitung.
Zur Nachvollziehbarkeit zeichnet ein optionaler Prüfpfad in Excel alle vorgenommenen Änderungen auf. Eine entsprechende Protokollierung ist zudem für das Arbeitsumfeld Copilot Cowork angekündigt.
Anbindung von Drittanbietern und breite Plattformunterstützung
Über Partner-Erweiterungen bindet Microsoft externe Buchhaltungslösungen wie Intuit QuickBooks, Xero und Zoho Books an. Für Marktdaten und Recherchen stehen Schnittstellen zu Fiscal AI, LSEG, MT Newswires, S&P Global, S&P Global Energy, Statista und Zacks bereit.
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Während ein Modul für Kapitalmärkte, das Finanzmodul in Cowork sowie Fabric IQ zur Integration von Daten aus Microsoft Fabric und Power BI bereits allgemein verfügbar sind, beginnen die Erweiterung für Dynamics-365-ERP-Anwendungen und die Partner-Plugins derzeit mit dem Rollout über das Plugin-Verzeichnis.
Die neuen Buchhaltungsfunktionen laufen gegenwärtig im Rahmen eines frühen Testzugangs für Copilot in Excel und Cowork, der eine Freigabe durch die Unternehmensadministration erfordert. Nach einer ersten Testphase im Oktober 2026 startet der eigentliche Rollout unter der Roadmap-Kennung 578864 im November 2026. Bereitgestellt werden die Werkzeuge für globale Standard-Multi-Tenant-Cloudumgebungen auf Desktop-Systemen, Mac-Rechnern sowie im Web.
In einer einwöchigen Testphase griffen mehr als 8.000 einzelne Nutzer über 44.000 Mal im Rahmen von über 18.000 Copilot-Sitzungen auf die Funktionen zu.
Preislich verlangt Microsoft für die Basislizenz Copilot Business 21 US-Dollar pro Nutzer und Monat bei bis zu 300 Anwendern, während für Microsoft 365 Copilot 30 US-Dollar pro Nutzer und Monat anfallen. Die Cowork-Nutzung wird hingegen verbrauchsabhängig über Guthabenpunkte abgerechnet, wobei ein Punkt mit 1 US-Cent bepreist wird.

