Die drei größten indischen IT-Dienstleister haben ihre Nutzung von generativer Künstlicher Intelligenz drastisch ausgeweitet. Tata Consultancy Services (TCS), Infosys und Wipro haben gemeinsam die Marke von 300.000 Microsoft-365-Copilot-Lizenzen geknackt – jeder Konzern versorgt damit über 100.000 Mitarbeiter.
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Das entspricht etwa einem Viertel der gesamten Belegschaft von 1,15 Millionen Beschäftigten. Die Unternehmen treiben die Integration von KI in ihre Kernprozesse voran, um die interne Effizienz zu steigern und gleichzeitig als Vorzeigeprojekte für globale Kunden zu dienen. Ein Signal, das auch deutsche Unternehmen hellhörig machen dürfte.
Hohe Nutzungsraten und messbare Produktivitätssprünge
Die Akzeptanz unter den Mitarbeitern ist bemerkenswert. Wipro und Infosys verzeichnen monatliche Aktivitätsraten von 95 beziehungsweise 91 Prozent. Bei TCS nutzen täglich 86 Prozent der lizenzierten Mitarbeiter die KI-Assistenten.
Die betriebswirtschaftlichen Effekte sind bereits sichtbar. Wipro spart pro Quartal über 250.000 Vollzeitäquivalente ein – die Mitarbeiter generieren monatlich rund 7,5 Millionen KI-Anfragen. TCS meldet Produktivitätssteigerungen zwischen 20 und 25 Prozent sowie eine Verkürzung der Entwicklungszyklen um 35 Prozent.
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Doch der Fortschritt hat seinen Preis. Die Lizenzen kosten umgerechnet rund 28 Euro pro Nutzer und Monat. Branchenanalysten warnen zudem vor einem jährlichen Druck von zwei bis drei Prozent auf traditionelle Abrechnungsmodelle, die oft auf Zeit- und Materialbasis beruhen.
Indien als globales Vorbild für KI-Implementierung
Microsoft-Indien-Präsident Puneet Chandok sieht das Land in einer Vorreiterrolle: „Indien führt die weltweite Copilot-Einführung mit einem jährlichen Wachstum von 250 Prozent an.“ Um die Nachfrage zu bedienen, investiert Microsoft umgerechnet rund 16 Milliarden Euro über vier Jahre in indische Rechenzentren.
Auch andere KI-Anbieter expandieren rasant. OpenAI zufolge ist Indien inzwischen einer der fünf wichtigsten Märkte für die Codex-Plattform. Seit Jahresbeginn 2026 hat sich die Nutzung in Indien ver27facht. OpenAI arbeitet aktiv mit TCS und Infosys zusammen.
Börse reagiert begeistert – Partnerschaften nehmen Fahrt auf
Die Entwicklung hat den indischen IT-Sektor beflügelt. Der Nifty IT Index legte zu, Infosys-Aktien stiegen um rund sechs Prozent, TCS um 5,5 Prozent. Anleger setzen zunehmend darauf, dass die indischen Dienstleister von der unternehmensweiten KI-Adoption profitieren.
Neben internen Rollouts bauen die Firmen ihr externes KI-Geschäft aus. Infosys kündigte diese Woche eine Partnerschaft mit der norwegischen DNB Bank zur KI-gestützten Bekämpfung von Finanzkriminalität an. Zudem entwickelte das Unternehmen eine KI-Empfehlungsmaschine für das deutsche Medienhaus Handelsblatt. Für das Geschäftsjahr 2026 meldete Infosys einen Auftragswert von umgerechnet rund 13,7 Milliarden Euro – ein Plus von 24 Prozent. KI-Programme sind inzwischen bei 90 Prozent der 200 größten Kunden im Einsatz.

