Copilot-Krise: Nur 4,5% der 450 Millionen zahlen für KI-Assistent

Microsofts Web-Excel verzeichnet zehnfaches Nutzerplus, während der KI-Assistent Copilot mit geringer Akzeptanz kämpft und neue Regulierungen drohen.

Während der Konzern sein KI-Angebot Copilot umkrempelt, geraten selbst einfache Tabellenfunktionen ins Visier von Gesetzgebern.

Cloud-Offensive zahlt sich aus

Die Zahl der Sitzungen in Excel fürs Web hat sich innerhalb von sechs Jahren verzehnfacht. Microsoft führt diesen Erfolg auf eine strategische Neuausrichtung und massive Cloud-Investitionen zurück, die bereits 2018 begannen. Lange Zeit galt Google Sheets als Maßstab für kostenlose Tabellenkalkulation im Browser – doch Microsoft hat aufgeholt. Mit einem normalen Microsoft-Konto ist Excel im Web kostenlos nutzbar.

Der Konzern hat zudem fortschrittliche Finanzdaten-Schnittstellen von Anbietern wie FactSet, Morningstar und PitchBook integriert. Gemeinsam mit dem Financial Modeling Institute wurden Benchmarks für die KI-gestützten Copilot-Funktionen entwickelt, darunter neue Workflow-Automatisierungen und Planungsmodi.

Copilot in der Krise: Nur 4,5 Prozent zahlen

Trotz des Cloud-Booms kämpft Microsoft mit der Vermarktung seiner KI-Assistenten. Bis August 2026 sollen alle Copilot-Varianten zu einer einzigen Anwendung verschmolzen werden – inklusive der Einstellung von Features wie Copilot Podcasts und Labs. Der Grund: Weniger als 4,5 Prozent der 450 Millionen Geschäftskunden zahlen derzeit für Copilot.

Doch selbst unter den Zahlern ist die Nutzung verhalten. Nur 20 bis 30 Prozent verwenden das Tool wöchentlich. Laut Recon Analytics sank der bezahlte Copilot-Anteil von 18,8 Prozent im Juli 2025 auf 11,5 Prozent im Januar 2026. Zum Vergleich: GitHub Copilot hält mit 4,7 Millionen zahlenden Abonnenten eine deutlich robustere Nutzerbasis. Microsoft reagiert mit einem neuen Premium-Angebot namens „AutoPilot“, das auf KI-Agenten im Hintergrund setzt.

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Nur 4,5 % der 450 Millionen Geschäftskunden zahlen für Copilot – doch die Zahl der KI-Gesetzesentwürfe explodierte von 86 auf 589. Der Utah AI Policy Act könnte sogar Excel-WENN-Funktionen regulieren. Mit der kostenlosen Checkliste behalten Sie den Überblick. KI-Compliance-Checkliste anfordern

Wenn die „WENN“-Funktion zur KI wird

Während die Software immer intelligenter wird, weiten Gesetzgeber den KI-Begriff aus. Der Utah AI Policy Act von 2024 definiert Künstliche Intelligenz so weit, dass theoretisch jede Tabelle mit der „WENN“-Funktion reguliert werden könnte. Ein Vorgang mit Signalwirkung: Die Zahl der KI-Gesetzesentwürfe auf US-Bundesstaatsebene explodierte von 86 im Jahr 2023 auf 589 im Jahr 2025.

Auch international tut sich etwas:
* Colorado ersetzte sein ursprüngliches KI-Gesetz durch SB 26-189, das bestimmte Audit-Pflichten streicht – in Kraft ab Januar 2027.
* Illinois verlangt mit SB 315 künftig unabhängige Audits für KI-Labore.
* Kenia plant mit dem AI Bill 2026 ein eigenes KI-Kommissariat und ein risikobasiertes Klassifizierungssystem.
* Indien signalisiert, dass die Zeit für ein eigenes KI-Gesetz gekommen sei.

KI am Tabellenende: Benchmarks und Jobverlust

Neue Maßstäbe für KI in Tabellenkalkulationen liefert der Excel Modeling Benchmark von Vals AI, veröffentlicht am 1. Juli 2026. Getestet wurden 17 KI-Agenten an komplexen Finanzmodellen. Das Modell Claude Opus 4.8 erreichte mit 69,4 Prozent die höchste Genauigkeit – bei Formelprüfungen deutlich besser als bei numerischer Korrektheit.

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Die Automatisierungswelle hat längst den Arbeitsmarkt erreicht. Ein aktueller AP-Bericht zeigt: Tools wie Microsoft 365 Copilot übernehmen zunehmend Aufgaben von Assistenzkräften – Terminplanung, E-Mail-Entwürfe, Dateneingabe. Das US-Arbeitsministerium prognostizierte ursprünglich einen Rückgang von Sekretariatsstellen um sieben Prozent zwischen 2020 und 2030. Analysten rechnen nun mit einer Beschleunigung dieses Trends.

Um die neuen KI-Agenten zu kontrollieren, setzen Unternehmen auf spezialisierte Sicherheitspakete. Der IT-Dienstleister Insight führte etwa die Microsoft 365 E7 Frontier Suite für seine 14.000 Mitarbeiter ein. Das System vergibt Workload-Identitäten und konditionierte Zugriffe, um das Verhalten der KI-Agenten zu steuern.