Copilot+ PC: Microsoft streicht das Label, KI-Vorgaben bleiben bestehen

Die Marke entfällt bei neuer Hardware, während technische KI-Vorgaben und Windows-Funktionen bestehen bleiben.

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In einer strategischen Neuausrichtung zieht sich Microsoft von der erst im Jahr 2024 eingeführten Gerätekategorie „Copilot+ PC“ zurück. Wie Surface-Vizepräsident Brett Ostrum am 24. September 2026 gegenüber Windows Central bestätigte, wird die spezifische Markenbezeichnung für neue Computer-Hardware aufgegeben.

Während der Name zurückgezogen wird, sollen die zugrunde liegende technische Kompatibilität sowie die integrierten Funktionen für künstliche Intelligenz (KI) in künftigen Geräten erhalten bleiben.

Technische Anforderungen bleiben ohne Label bestehen

Der Verzicht auf das Branding bedeutet nicht das Ende der Hardware-Spezifikationen für lokale KI-Anwendungen. Microsoft hält an der technischen Schwelle fest, die für die Ausführung von KI-Komponenten über eine spezialisierte Recheneinheit (NPU) erforderlich ist. Diese Anforderungen umfassen eine NPU-Leistung von mindestens 40 TOPS (später 45 TOPS), mindestens 16 GB Arbeitsspeicher sowie einen Datenspeicher von mindestens 256 GB.

Laut Kedar Kondap, Senior-Vizepräsident bei Qualcomm, diente die Marke Copilot+ PC primär dazu, genau diese Hardware-Schwelle im Markt zu identifizieren. Auch wenn Hersteller den Begriff künftig weniger prominent verwenden werden, bleibe die angestrebte KI-Erfahrung auf den Geräten identisch.

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Branchenbeobachter stellten fest, dass bereits die im Jahr 2026 vorgestellten Modelle, wie das Surface Pro 12″ und der Surface Laptop 13″, die Bezeichnung Copilot+ PC nicht mehr im Namen trugen, obwohl sie die technischen Kriterien weiterhin vollständig erfüllen.

Distanzierung der Partner und verhaltene Kundenresonanz

Der Rückzug des Markennamens spiegelt eine Entwicklung wider, die sich bereits bei Partnerunternehmen abzeichnete. So mied Nvidia das Label für seine Plattform RTX Spark (N1X). Auch das Modell Surface Laptop Ultra wurde auf der Build-Konferenz 2026 ohne den Copilot+-Status präsentiert. Berichten zufolge wird dieser Schritt als stiller Rückzug von einem Branding gewertet, das beim Endverbraucher keine ausreichende Akzeptanz fand.

Die Entkoppelung der Marke betrifft auch die Software-Ebene. KI-Funktionen in Windows 11, wie das Werkzeug „Recall“ oder „Click to Do“, sollen unabhängig vom Branding bestehen bleiben. Insbesondere die Recall-Funktion stand aufgrund von Sicherheits- und Datenschutzbedenken in der Kritik, wurde mehrfach überarbeitet und ist inzwischen als optionale Funktion konzipiert.

Fokus auf Systemintegration und Nutzeranpassung

Parallel zum Ende des Copilot+-Brandings zeichnet sich eine Reduzierung der Copilot-Präsenz innerhalb der Benutzeroberfläche von Windows 11 ab. Microsoft ermöglicht es Nutzern inzwischen, die dedizierte Copilot-Taste auf Tastaturen über die Systemeinstellungen umzubelegen oder ganz zu deaktivieren.

Geplante Integrationen des KI-Assistenten in Benachrichtigungen und Systemeinstellungen wurden nach Nutzerprotesten zurückgezogen. Zudem wurde die Empfehlung für 32 GB Arbeitsspeicher von der offiziellen Website entfernt; Microsoft arbeite stattdessen daran, Windows 11 für Systeme mit 8 GB RAM zu optimieren.

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Microsoft-CEO Satya Nadella skizzierte in einem Ausblick eine Transformation des Copiloten hin zu einem einheitlichen „AI Workspace“. Dieses System soll Chat-Funktionen, Programmierumgebungen und autonome Agenten wie „Cowork“ oder „Autopilot“ bündeln.

Zielgruppe dieser Entwicklung seien primär Geschäftskunden im Microsoft-365-Umfeld. Ob und wie ein KI-basiertes Fundament das klassische Windows-Betriebssystem langfristig ersetzen könnte, bleibt laut Branchenexperten abzuwarten. Weitere Details zur Hardware-Strategie werden für ein Surface-Event im Oktober 2026 erwartet.