Copilot-Rabatte: Microsoft senkt Preise für Großkunden um bis zu 50 Prozent

Stifel stuft Microsoft auf „Buy“ hoch und setzt das Kursziel auf 575 US-Dollar. Azure-Effizienz und Copilot-Nachfrage stützen die positive Einschätzung.

Das Analysehaus Stifel hat die Aktie von Microsoft (MSFT) in einer aktuellen Bewertung von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 530 auf 575 US-Dollar angehoben. Ausgehend vom letzten Schlusskurs impliziert diese Einschätzung ein Aufwärtspotenzial von rund 15 Prozent. Die Analysten begründen diesen Schritt mit der Erwartung, dass der Softwarekonzern sein Umsatzwachstum im mittleren bis oberen Zehnprozentbereich stabil halten kann.

Azure-Effizienz und strategische Neuausrichtung bei KI-Modellen

Laut dem Analystenteam um Brad Reback verfügt Microsoft insbesondere im Cloud-Segment Azure über ein weiteres Wachstumspotenzial von 200 bis 300 Basispunkten. Getrieben werde dies durch Effizienzgewinne in der Infrastruktur, die sowohl auf Optimierungen bei der eingesetzten Hardware als auch bei Software und den zugrunde liegenden KI-Modellen basieren.

Brad Reback betonte, dass Microsoft nach dem im Juni beendeten Quartal eine Trendwende vollzogen habe. Die Strategie, bei Azure und dem KI-Assistenten Copilot auf einen LLM-agnostischen Ansatz zu setzen – also verschiedene Sprachmodelle zu unterstützen –, werde durch Fortschritte bei Open-Weight-Modellen zusätzlich gestärkt.

Unterstützt wird diese Einschätzung durch operative Kennzahlen aus dem Unternehmen. Finanzchefin Amy Hood verwies darauf, dass die sogenannten „Dock-to-live“-Zeiten für neue Hardware im vergangenen Jahr um mehr als 50 Prozent gesenkt wurden, was die Bereitstellung von Kapazitäten beschleunigt.

Zudem profitiere Microsoft von einer Vertragsrevision mit OpenAI aus dem April. Demnach fallen keine Revenue-Share-Zahlungen mehr an, und die Nutzungsdauer der Partnerschaft wurde von 15 auf 25 Jahre verlängert, was die Margen stütze.

Copilot-Adoption und neue Preisstrategie

Ein wesentlicher Wachstumstreiber bleibt der KI-Assistent Copilot. Die Zahl der zahlenden Nutzer erreichte im vierten Quartal des Geschäftsjahres etwa 30 Millionen, was einem Zuwachs von 10 Millionen gegenüber dem Vorquartal entspricht. Damit hat sich das Netto-Quartalswachstum mehr als verdoppelt. Um die Verbreitung bei Großkunden weiter zu forcieren, plant Microsoft ab Oktober deutliche Rabatte auf Copilot-Abonnements.

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Während der Basispreis unverändert bei 30 US-Dollar pro Nutzer und Monat liegt, sollen Unternehmenskunden mit großen Abnahmemengen Nachlässe von 30 bis 50 Prozent erhalten. Ein Rabatt von 30 Prozent greift demnach bereits ab 1.000 gebuchten Plätzen; ab 10.000 Plätzen steigt der Nachlass auf 50 Prozent.

Zuvor gewährte das Unternehmen lediglich 10 Prozent Rabatt ab einer Schwelle von 2.000 Plätzen. Flankiert wird diese Offensive durch den für diese Woche geplanten Start einer überarbeiteten „Copilot-Super-App“, die verschiedene Werkzeuge wie Chat, GitHub Copilot und Autopilot in einer Anwendung bündelt.

Finanzielle Kennzahlen und Marktumfeld

Im vierten Quartal des am 30. Juni beendeten Geschäftsjahres steigerte Microsoft den Umsatz um 18 Prozent auf 90 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis legte ebenfalls um 18 Prozent auf 40,6 Milliarden US-Dollar zu.

Besonders dynamisch entwickelte sich die Microsoft Cloud mit einem Plus von 27 Prozent auf 59,3 Milliarden US-Douglas, wobei der Azure-Umsatz erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar überschritt.

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Trotz dieser Zuwächse verzeichnete die Aktie in den vergangenen 12 Monaten ein leichtes Minus von 2 Prozent. Die Mehrheit der Analysten bleibt jedoch optimistisch: 57 von 60 Experten bewerten das Papier laut LSEG-Daten mit „Buy“ oder „Strong Buy“.

Neben Stifel hob auch Oppenheimer das Kursziel auf 570 US-Dollar an, während Cantor Fitzgerald einen Wert von 608 US-Dollar in Aussicht stellt. Das Konsens-Kursziel liegt aktuell bei 567,04 US-Dollar.

Trotz der Expansionspläne setzt Microsoft punktuelle Sparmaßnahmen um. So kündigte der Konzern die Streichung von 268 Stellen bei den Xbox Game Studios an, nachdem bereits zuvor Pläne für den Abbau von insgesamt 3.200 Stellen im Gaming-Bereich bis zum Geschäftsjahr 2027 bekannt wurden. Das Unternehmen wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 27,7 bewertet und erwartet für das Geschäftsjahr 2027 einen positiven freien Cashflow.