Lenovo klassifiziert Modelle seiner IdeaPad-Vibe-Reihe mit weniger als 16 Gigabyte Arbeitsspeicher künftig als Non-Copilot-Geräte – selbst dann, wenn sie mit den KI-fähigen Prozessoren AMD Ryzen AI 400 (Ryzen AI 7 445 beziehungsweise Ryzen AI 5 435) ausgestattet sind. Das geht aus einem Bericht hervor, der die Einstufung öffentlich machte. Damit zieht der Hersteller eine klare Linie: Eine leistungsfähige NPU allein reicht nicht mehr aus, um ein Gerät als vollwertigen KI-PC zu vermarkten.
Microsofts Copilot+-Kriterien bleiben hart
Grundlage für diese Einordnung sind Microsofts offizielle Anforderungen an Copilot+-PCs. Diese verlangen eine NPU mit mindestens 40 TOPS Rechenleistung, mindestens 16 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie 256 Gigabyte Speicherplatz.
Fehlt eines dieser Kriterien, darf ein Gerät nicht als Copilot+-PC beworben werden – unabhängig davon, wie leistungsfähig der verbaute Chip ansonsten ist. Genau daran scheitern offenbar Teile der IdeaPad-Vibe-Reihe: Trotz KI-tauglicher Ryzen-AI-400-Prozessoren reicht der Arbeitsspeicher unterhalb der 16-Gigabyte-Marke nicht für das Prädikat.
Microsoft verspricht Optimierung für 8-Gigabyte-Geräte
Parallel zu dieser strengen Klassifizierung hat Microsoft angekündigt, Windows bis Ende 2026 für Geräte mit lediglich 8 Gigabyte Arbeitsspeicher zu optimieren.
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Diese Ankündigung wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich zur harten 16-Gigabyte-Grenze bei Copilot+-Geräten, markiert aber offenbar zwei unterschiedliche Zielgruppen: Einerseits sollen leistungsschwächere Einsteigergeräte mit wenig Speicher überhaupt flüssig nutzbar bleiben, andererseits bleibt die Copilot+-Kategorie als Premium-Segment mit klar definierten Mindestanforderungen bestehen.
Die Optimierung für 8-Gigabyte-Systeme steht im Zusammenhang mit einer allgemeinen Entwicklung auf dem PC-Markt: Steigende Preise für Speicherkomponenten zwingen Hersteller zunehmend dazu, wieder auf 8-Gigabyte-Standardkonfigurationen zurückzugreifen. Auf der IFA Berlin hatte Microsoft bereits entsprechende Schritte angekündigt, ohne allerdings einen konkreten Termin zu nennen.
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Mark Linton, Vice President für Windows and Devices bei Microsoft, sprach dabei von signifikanten Fortschritten. Ein sogenanntes „Low Latency Profile“ soll zudem auf weitere Programme ausgeweitet werden, um die Systemreaktionsfähigkeit auch bei begrenztem Arbeitsspeicher zu verbessern.
Wie stark diese Speicherknappheit das Nutzungserlebnis beeinträchtigen kann, zeigt sich an konkreten Zahlen: Windows 11 belegt laut Berichten beim Systemstart bereits rund 5 Gigabyte Arbeitsspeicher, der Browser Edge verbraucht bei zehn geöffneten Tabs zusätzlich rund 3 Gigabyte.
Da der Arbeitsspeicher bei vielen aktuellen Geräten mit Snapdragon- oder Intel-Core-Prozessoren fest verlötet ist und sich nachträglich nicht mehr aufrüsten lässt, wird für eine zukunftssichere Nutzung inzwischen häufig ein Mindestwert von 12 bis 16 Gigabyte empfohlen.
Konsequenzen für Käufer
Für Verbraucher bedeutet die Lenovo-Entscheidung vor allem eines: Der Blick auf den Prozessor allein genügt nicht mehr, um zu beurteilen, ob ein Notebook als vollwertiger KI-PC gilt.
Wer explizit ein Copilot+-zertifiziertes Gerät sucht, muss neben der NPU-Leistung gezielt auf die Arbeitsspeicher-Ausstattung achten – ein Kriterium, das angesichts der aktuellen Speicherpreis-Entwicklung und der Tendenz zu sparsameren Basiskonfigurationen an Bedeutung gewinnt.
Ob und wann Microsofts angekündigte Optimierungen für 8-Gigabyte-Systeme tatsächlich greifen, bleibt vorerst offen, da ein konkretes Umsetzungsdatum noch nicht feststeht.

