Copilot Studio: Skalierungsprobleme bei unternehmensweitem Einsatz

Pilotprojekte mit Microsoft Copilot Studio zeigen technische Hürden bei der Unternehmensskalierung und komplexe Kosten durch das neue Credits-System.

Erste Praxistests von Microsoft Copilot Studio offenbaren deutliche Schwierigkeiten beim Übergang von Pilotprojekten zum unternehmensweiten Einsatz. Während sich die Entwicklung eigener KI-Agenten für Pilotteams als unkompliziert erweist, treten bei der Skalierung auf größere Nutzerzahlen technische Fehler und komplexe Lizenzanforderungen zutage – angetrieben durch ein neues, kreditbasiertes Verbrauchsmodell.

Lizenzierungsfallen und Skalierungsprobleme in Pilotprojekten

Aktuelle Pilotprojekte der Organisation Jisc in den Bereichen Personal, Recht und Beschaffung zeigen ein klares Bild: Die Erstellung von KI-Agenten ist zugänglich, doch das Teilen und Skalieren bereitet erhebliche Schwierigkeiten. Microsoft 365 Copilot setzt enge Grenzen für die breite Freigabe – wer unternehmensweit ausrollen will, muss auf Copilot Studio zurückgreifen.

Das bringt das neue „Copilot Credits“-System ins Spiel. Ein Paket mit 25.000 Credits kostet rund 175 Euro pro Monat. Ein konkretes Beispiel aus der Personalabteilung: 775 Fragen an einen Agenten verbrauchten 1.137 Credits. Die Kosten pro Nutzung variieren also erheblich. Doch nicht nur finanziell gibt es Hürden. Technische Diskussionen in Microsoft-Foren Anfang Juli 2026 offenbaren ein wiederkehrendes Problem: Der Custom Agent Builder bricht mit einer Fehlermeldung ab, sobald ein Agent auf etwa 20 Nutzer skaliert wird.

Neue Governance- und Sicherheitslösungen

Große Organisationen reagieren auf diese Komplexität mit neuen Lizenzstufen und spezialisierten Sicherheitsrahmenwerken. Der Technologieanbieter Insight ist am 3. Juli 2026 als Launch-Partner für Microsoft 365 E7 gestartet und hat seine Frontier Suite an 14.000 Mitarbeiter ausgerollt. Ziel: Lebenszyklus und Berechtigungen der mit Copilot gebauten KI-Agenten verwalten.

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Die E7-Stufe führt über Entra Identity erweiterte Identitäts- und Compliance-Kontrollen ein. Unternehmen können Workload-Identitäten an Agenten vergeben – Voraussetzung für bedingten Zugriff und strengeres Berechtigungsmanagement. Besonders relevant für Agenten, die per Retrieval-Augmented Generation (RAG) auf SharePoint-Inhalte zugreifen.

Parallel dazu hat die Sicherheitsfirma BlueVoyant am 3. Juli einen 90-Tage-Sicherheitsservice für Microsoft-Umgebungen gestartet. Voraussetzung: eine E5- oder E7-Lizenz mit Agent 365-Add-on. Der Service konzentriert sich auf Agenten-Inventarisierung, Schatten-KI-Erkennung und Data Loss Prevention (DLP) über Microsoft Purview.

Administrations-Updates und Roadmap-Änderungen

Microsoft zentralisiert zudem die Kommunikation über Neuerungen im Agenten-Ökosystem. Seit dem 2. Juli 2026 werden Feature-Updates für Copilot Studio und rollenbasierte Agenten (Vertrieb, Finanzen, Service) in die primäre Microsoft 365-Roadmap verschoben. Der bisherige Release Planner wurde eingestellt. Administratoren müssen laut Microsoft vorerst nur ihre Lesezeichen aktualisieren.

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Kleinere Service-Diskrepanzen beschäftigen die Admin-Community ebenfalls. Anfang Juli berichteten einige Administratoren, dass die gruppenbasierte Lizenzierung Copilot fälschlich als „Basic“- statt „Premium“-Lizenz anzeigte – Umweg über direkte Zuweisung nötig. Und Microsoft hat am 29. Juni einen Bug behoben, der Copilot-Buttons für bestimmte Outlook-Nutzer verschwinden ließ. Betroffene mussten die App neustarten oder auf die neueste Version aktualisieren.