Copilot-Testversion ab August: 30 Tage für bis zu 25 Nutzer

Microsoft erweitert sein AI Cloud Partner Program mit neuen Spezialisierungen und Testlizenzen für Copilot.

Microsoft hat am 27. Juli 2026 die offizielle Dokumentation seines Developer Programs aktualisiert. Die Überarbeitung erfolgt zeitgleich mit einer Reihe strategischer Ankündigungen im Bereich des AI Cloud Partner Program sowie neuen Lizenzierungsoptionen durch Drittanbieter. Die Anpassungen zielen darauf ab, die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmensabläufe zu vertiefen und die Sicherheit der Cloud-Infrastruktur zu erhöhen.

Erweiterte Spezialisierungen und Partner-Vorteile

Im Rahmen des AI Cloud Partner Program kündigte Microsoft die Einführung neuer Spezialisierungen an. Dazu gehören Bereiche wie Agentic Business Solutions, Agentic Security sowie Digital Sovereignty. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 sind zudem Clinical Applications geplant. Um Partner bei der Umsetzung dieser Lösungen zu unterstützen, werden die verfügbaren Benefits erweitert. Diese umfassen künftig Lizenzen und Kapazitäten für Microsoft 365 E7, Agent 365, Copilot Business sowie Sicherheits- und Compliance-Tools wie Microsoft Defender und Purview.

Eine wesentliche Neuerung für Cloud Solution Provider (CSP) tritt am 1. August in Kraft. Ab diesem Datum können Partner ihren Kunden eine 30-tägige Testversion für Microsoft 365 Copilot anbieten, die für bis zu 25 Benutzer ausgelegt ist. Parallel dazu veröffentlichte der Webhoster GoDaddy neue Preis- und Lizenzierungsleitfäden für Microsoft 365-Konten. Die dortigen Angebote beginnen bei 1,99 US-Dollar pro Monat für Individual-Pläne mit 10 GB Speicher und reichen bis zu 8,99 US-Dollar für Business Professional-Pakete, die lokal installierte Microsoft 365-Anwendungen und 1 TB Speicher beinhalten.

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Technischer Klärungsbedarf in der Entwickler-Community

Trotz der Funktionserweiterungen spiegeln die Support-Kanäle von Microsoft einen erheblichen Diskussionsbedarf wider. Auf der Plattform Microsoft Q&A verzeichnete der Bereich für das Microsoft 365 Developer Program zuletzt 852 Anfragen. Entwickler berichten unter anderem von Login-Fehlern (Code AADSTS5000224) sowie Schwierigkeiten bei der Einrichtung von Testumgebungen für Multi-Faktor-Authentisierung (MFA). Auch die Anforderung einer US-Adresse für die E5-Sandbox wird thematisiert.

Im SharePoint-Entwicklungssegment wurden über 4.200 Fragen dokumentiert. Hier stehen technische Details zum SharePoint Framework (SPFx) in den Versionen 1.21 und 1.22 sowie die Integration von Copilot-Komponenten im Fokus. Nutzer meldeten zudem spezifische Probleme, wie etwa DNS-Fehler beim Einbetten von Microsoft Forms-Umfragen in SharePoint-Seiten. Microsoft-Moderatoren bestätigten in diesen Fällen, dass es sich um Probleme bei der Namensauflösung handelt. Insgesamt verzeichnet das Support-Portal über 1,8 Millionen Anfragen, wobei seit Ende Juni 2026 vermehrt über Abstürze von Microsoft 365-Apps in Unternehmensumgebungen berichtet wird.

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Sicherheitsrisiken und infrastrukturelle Härtung

Die Aktualisierungen der Dokumentation finden vor dem Hintergrund einer angespannten Sicherheitslage statt. Seit Juni 2026 wird eine dem Akteur APT28 zugeschriebene Kampagne beobachtet, die gezielt WLAN-Gateways in Hotels und Konferenzzentren angreift. Durch DNS-Poisoning und den Missbrauch des Device-Code-Authentifizierungsflusses versuchen die Angreifer, Microsoft 365-Anmeldedaten zu entwenden. Betroffen sind vor allem Branchen wie das Finanzwesen, das Gesundheitswesen und juristische Dienstleistungen in den USA, Indien und Saudi-Arabien. Experten raten zur Nutzung von verschlüsseltem DNS und der Deaktivierung von Web Proxy Auto-Discovery (WPAD).

Microsoft reagiert auf die Bedrohungslage unter anderem mit einer Härtung des Key Management Service (KMS). Die im Juli 2026 angekündigte Funktion „Hardware-Secured KMS“ erfordert künftig eine TPM-Attestierung für KMS-Hosts. Damit soll die Hardware-Identität und Plattformintegrität sichergestellt werden. Diese Maßnahme wird mit dem nächsten Release von Windows Server LTSC verpflichtend und betrifft ausschließlich Enterprise-KMS-Server. Zur Überprüfung der Kompatibilität stellt das Unternehmen PowerShell-Befehle bereit, mit denen Administratoren die Unterstützung der Key Attestation prüfen können.