Copilot wird deinstallierbar: Microsoft macht KI-Tool zur separaten App

Microsoft macht Copilot in Windows 11 zur deinstallierbaren App. Unternehmen erhalten die Software automatisch, der EWR ist ausgenommen.

Microsoft verändert die Strategie für seinen KI-Assistenten Copilot grundlegend. Statt fest in Windows 11 integriert zu sein, wird die Software künftig als separate App ausgeliefert.

Der Schritt markiert eine deutliche Kehrtwende: Noch vor Monaten hatte Microsoft Copilot tief im Betriebssystem verankert. Jetzt reagiert der Konzern offenbar auf Nutzerkritik und macht das Tool deinstallierbar. Über den Microsoft Store und Microsoft-365-Updates können Anwender die App künftig wie jede andere Software entfernen.

Automatische Installation für Unternehmen

Zwischen Mitte Juni und Anfang Juli 2026 rollt Microsoft die Microsoft-365-Copilot-App automatisch auf kommerziellen Windows-11-Geräten aus – und zwar über den Office-Updater. Für die meisten Unternehmen ist diese Installation standardmäßig aktiviert. Eine Ausnahme gibt es: Geräte im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) bleiben von der automatischen Verteilung verschont.

Für Geschäftskunden kostet der Dienst Copilot für Microsoft 365 rund 30 Euro pro Nutzer und Monat. Die Hardware-Anforderungen bleiben anspruchsvoll: Copilot+-PCs benötigen eine neuronale Verarbeitungseinheit (NPU) mit mindestens 40 Billionen Operationen pro Sekunde.

Update KB5095093 bringt neue Funktionen

Parallel zum Copilot-Umbau hat Microsoft das optionale Vorschau-Update KB5095093 für Windows 11 Versionen 24H2 und 25H2 veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht eine Leistungsoptimierung für den Datei-Explorer, dazu kommen mehrere Systemverbesserungen:

  • Wiederherstellung: Eine neue Option zur Rücksetzung auf bestimmte Systemzustände
  • Update-Steuerung: Nutzer können Updates jetzt bis zu 35 Tage pausieren
  • Anzeige und Konnektivität: Einführung einer Bildschirmtönung, verbesserte Bluetooth-Zuverlässigkeit und anpassbare Touchpad-Zonen
  • Infrastruktur: Schnellere Systemabschaltungen und optimierte Speicherzuweisung für KI-Aufgaben

Die technischen Dokumentationen weisen auf ein bekanntes Problem hin: Nach der Installation können einige Microsoft-Office-Anwendungen abstürzen. Die Funktionen sollen voraussichtlich mit dem kumulativen Juli-Update 2026 an alle Nutzer ausgeliefert werden.

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ChatGPT-Desktop-App mit schweren Problemen

Während Microsoft sein Ökosystem aufräumt, kämpft die Konkurrenz mit technischen Pannen. Ende Juni 2026 meldeten Nutzer massive Ausfälle der ChatGPT-Desktop-App für Windows (Version 1.2026.133.0). Zwischen dem 26. und 27. Juni traten Probleme auf: Login-Buttons reagierten nicht, Seitenleisten-Symbole verschwanden und Chat-Fenster blieben leer.

Die Web- und Mobilversionen funktionieren weiterhin. Als Übergangslösung empfehlen Branchenbeobachter, den Dienst als Progressive Web App (PWA) über Chrome zu installieren.

PowerToys wächst weiter

Die Open-Source-Sammlung PowerToys bekommt Zuwachs: Am 26. Juni 2026 erschien eine neue Markterweiterung für die Befehlspalette. Damit können Nutzer Marktdaten und Symbole über API-Schlüssel von Drittanbietern verfolgen. Zudem arbeitet Microsoft offenbar an einem Modul, das schnelleres Wechseln zwischen mehreren Fenstern derselben Anwendung ermöglicht.

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Auch das E-Book-Management-Tool Calibre erhielt ein Update: Version 9.10 vom 25. Juni 2026 bringt eine modernisierte Oberfläche für den Content-Server, inklusive Seitennavigation und Unterstützung für PWA-Installation über sichere Verbindungen. Der Trend zu webbasierten Anwendungen und modularen Systemkomponenten setzt sich damit im Windows-11-Ökosystem fort.