Die Tech-Hardware-Branche setzt zunehmend auf geschlossene Ökosysteme. Das zeigen zwei strategische Ankündigungen vom 5. März 2026. Sowohl der Gaming- und Creator-Ausstatter Corsair als auch das Neurotech-Unternehmen Mindmachines.com stellten fertiggestellte Produktplattformen vor. Beide Firmen verfolgen damit eine klare Strategie: Weg von Einzelgeräten, hin zu integrierten Systemen, die Kunden langfristig binden sollen.
Corsair: Neues Elgato Wave Next für Content-Creator
Corsair treibt die Vernetzung seiner Profi-Hardware voran. Mit Elgato Wave Next lanciert das Unternehmen eine deutlich erweiterte Audio-Plattform. Sie soll die Workflows von Streamern und Podcastern vereinfachen. Kern der neuen Geräte ist der eigens entwickelte Wave FX Prozessor, ein Custom-Chip aus einer Kooperation mit dem Audio-Spezialisten Lewitt.
Das initiale Line-up umfasst das USB-Kondensatormikrofon Wave:3 MK.2, das Audio-Interface Wave XLR MK.2 und den modularen XLR Dock MK.2. Höhepunkt soll die für das zweite Quartal 2026 angekündigte Wave XLR Pro werden – eine Dual-Input-Audio-Matrix. Corsair betont die intelligente Verknüpfung von Software und spezialisierter Hardware. Fünf Jahre Nutzerfeedback seien in die Entwicklung geflossen.
Personalie im Aufsichtsrat und Markenintegration
Parallel zur Produktankündigung meldete Corsair einen Wechsel im Aufsichtsrat. Diana Bell, Director und Mitglied des Prüfungsausschusses, wird sich 2026 nicht zur Wiederwahl stellen. Das Unternehmen betonte in der Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC, der Schritt stehe nicht im Zusammenhang mit Unstimmigkeiten über die Unternehmensführung.
Der Wechsel fällt in eine Phase der strukturellen Konsolidierung. Bis Ende März 2026 vollzieht Corsair die finale Integration der 2023 erworbenen Marke Drop. Der eigenständige Drop.com-Online-Shop schließt am 31. März. Danach wird die Marke als Showcase innerhalb des Corsair-Ökosystems weitergeführt.
Mindmachines.com: ROSHIwave-Meditationsplattform komplett
Im Nischenmarkt der Neurotechnologie vollendet Mindmachines.com seine ROSHIwave-Plattform. Das System nutzt eine proprietäre Dynamic Neuro-Activation genannte Technologie. Spezielle LED-Brillen senden kalibriertes Flackerlicht aus, um Gehirnwellen zu beeinflussen. Der Ansatz der „Disentrainment“-Methode zielt darauf ab, repetitive Gedankenmuster aufzulösen – statt das Gehirn auf eine Frequenz zu synchronisieren.
Die Neuheit ist das bisher unveröffentlichte pROSHI 3-Emulationsmodell. Es erweitert die Plattform um mehrere Betriebsmodi, darunter klassische Positive- und Negative-Phasen, 3D-Modi sowie eine Sequenz, die alle fünf historischen ROSHI-Modelle durchläuft. Das Unternehmen positioniert das System für den privaten Wellness-Bereich ebenso wie für die klinische Forschung.
Strategischer Trend: Lock-in durch Ökosysteme
Die parallelen Ankündigungen spiegeln einen Branchentrend wider. Hardware-Hersteller setzen immer stärker auf integrierte Plattformen, um Kunden an ihr Ökosystem zu binden und höhere Margen zu erzielen.
Für Corsair ist die Strategie finanziell klar hinterlegt. In der Prognose für das Gesamtjahr 2026 peilt das Unternehmen einen Nettoumsatz zwischen 1,33 und 1,47 Milliarden Euro an. Die Expansion der Bruttomarge soll maßgeblich vom Peripherie- und Creator-Segment getrieben werden.
Mindmachines.com vereint hingegen mehrere Geräte-Generationen in einer Plattform. Dies vereinfacht das Produktportfolio und erhöht den Nutzen für Anwender und Forscher gleichermaßen.
Ausblick: Rollout und Verbreitung stehen an
Für beide Unternehmen beginnt nun die entscheidende Phase der Umsetzung. Corsair muss den Marktstart der Wave Next-Produkte erfolgreich managen und die Integration der Drop-Marke abschließen. Gleichzeitig steht die Aktionärsversammlung 2026 an.
Mindmachines.com konzentriert sich auf die globale Verbreitung der ROSHIwave-Plattform. Als weltweiter Distributor des Geräts will das Unternehmen vom wachsenden Markt für alternative Wellness- und Neurofeedback-Technologien profitieren. Der Erfolg des pROSHI 3-Emulationsmodells wird die weitere Forschungsrichtung für nicht-invasive Photostimulationsgeräte vorgeben.





