COSMIC: System76 verbietet KI-generierten Code in Pull Requests

System76 begründet den Ausschluss von LLM-Inhalten mit hohem Prüfaufwand; die Open-Source-Gemeinschaft reagiert unterschiedlich.

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Das quelloffene Desktop-Projekt COSMIC von System76 verschärft seine Richtlinien für externe Beteiligungen drastisch. Mit einer Aktualisierung der Vorlage für Pull Requests verlangt das Projekt ab sofort, dass eingereichte Beiträge keinerlei Inhalte enthalten, die durch große Sprachmodelle (LLM) erzeugt wurden. Die Regelung umfasst sowohl den eigentlichen Programmcode als auch Code-Kommentare und die Beschreibungen der Einreichungen selbst.

Strengere Vorgaben in der Checkliste für Mitwirkende

Entwicklerinnen und Entwickler, die Code zum Desktop-Projekt beisteuern möchten, müssen in der aktualisierten Checkliste explizit bestätigen, dass kein Sprachmodell an der Erstellung des Codes, der Kommentare oder der Pull-Request-Beschreibung beteiligt war. Fehlt diese Bestätigung, kann dies zur direkten Schließung der Einreichung führen. Mit diesem Schritt ersetzt COSMIC die bisher geltende Offenlegungspflicht durch ein vollständiges Verbot.

Neben dem Ausschluss von KI-Inhalten fordert die überarbeitete Checkliste weitere Qualitätszusagen von den Beitragenden. So müssen Mitwirkende versichern, dass sie die vorgeschlagenen Änderungen inhaltlich vollständig verstehen und in der Lage sind, auf Rückmeldungen im Begutachtungsprozess eigenständig zu antworten.

Zudem sind Einreichende verpflichtet, ihre Commits korrekt zu beschreiben, ihre Arbeit vor der Abgabe zu testen und das sogenannte Developer Certificate of Origin zu bestätigen.

Das Verbot gilt für nahezu das gesamte Ökosystem der Benutzeroberfläche: Sämtliche COSMIC-Repositories sind von der Neuregelung betroffen. Einzige Ausnahme ist das Repository cosmic-flatpak, da dessen Flatpak-Manifeste von den jeweiligen Upstream-Projekten gepflegt werden.

Überlastung der Betreuer durch minderwertige Einreichungen

System76-Mitgründer Jeremy Soller begründete die Einführung des Verbots mit dem erheblichen Prüfaufwand, den KI-generierte Beiträge verursachen. Solche Einreichungen – insbesondere von Erstbeitragenden – seien häufig unkoordiniert eingegangen und hätten nur selten den Anforderungen entsprochen, um angenommen zu werden.

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Laut Soller hätten KI-gestützte Pull Requests die Maintainer des Projekts zunehmend überlastet. Da die Beiträge in den meisten Fällen im regulären Code-Review gescheitert seien, habe der administrative Aufwand zur Prüfung der fehlerhaften oder unvollständigen Einreichungen in keinem tragbaren Verhältnis zum Nutzen für das Projekt gestanden.

Geteilte Reaktionen in der Open-Source-Gemeinschaft

Die Maßnahme stieß in Entwicklerforen auf ein geteiltes Echo. Wie aus einem Bericht vom 2. Oktober 2026 über Diskussionen auf der Plattform Mbin hervorgeht, begrüßten viele Kommentatoren den Schritt als notwendigen Schutz für quelloffene Vorhaben vor ungeprüftem und schwer wartbarem Code. Andere wiesen darauf hin, dass zwischen reiner Codegenerierung und unterstützenden Werkzeugen zur Code-Prüfung unterschieden werden sollte.

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Ein Mbin-Kommentator äußerte grundsätzliche Zustimmung zur Linie von COSMIC und betonte, ob Programmierassistenten zulässig sein sollten, hänge vor allem vom Team und dessen Qualitätssicherung ab. Er verglich den Einsatz mit Taschenrechnern, solange Ergebnisqualität und Effizienz gewahrt blieben.

Ein weiterer Diskussionsteilnehmer zog Vergleiche zur Richtlinie des KDE-Projekts, die er bevorzuge, bewertete das Vorgehen von COSMIC dennoch als gut und begrüßte, dass unterschiedliche Open-Source-Projekte eigenständige Regeln für den Umgang mit Sprachmodellen definieren.