CosmosEscape: Kritische Lücke in Azure Cosmos DB geschlossen

Sicherheitsforscher von Wiz enthüllen Schwachstelle in Azure Cosmos DB, die Zugriff auf globale Master-Schlüssel und interne Microsoft-Dienste ermöglichte.

Das IT-Sicherheitsunternehmen Wiz hat Details zu einer schwerwiegenden Schwachstelle in der Microsoft-Plattform Azure veröffentlicht, die weitreichende Zugriffsmöglichkeiten auf Cloud-Infrastrukturen eröffnete. Die als „CosmosEscape“ bezeichnete Sicherheitslücke betraf die Gremlin-Programmierschnittstelle (API) von Azure Cosmos DB. Durch den Fehler war es möglich, aus der vorgesehenen isolierten Umgebung auszubrechen und administrativen Zugriff auf zentrale Datenbank-Systeme zu erlangen.

Nach Angaben der Sicherheitsforscher von Wiz ermöglichte die Schwachstelle einen sogenannten Sandbox-Escape mittels .NET-Reflection. Dieser technische Kniff erlaubte die Ausführung von beliebigem Programmcode auf dem Datenbank-Gateway. In der Folge hätten Angreifer den plattformweiten Master-Schlüssel („Cosmos Master Key“) entwenden können. Dieser Schlüssel bietet umfassende Lese- und Schreibrechte für jedes beliebige Cosmos-DB-Konto innerhalb der Azure-Umgebung.

Gefährdung interner Microsoft-Systeme

Die Tragweite der Entdeckung ist erheblich, da Azure Cosmos DB von tausenden Unternehmen weltweit als fundamentale Datenbank-Lösung eingesetzt wird. Von der potenziellen Sicherheitslücke waren laut Wiz nicht nur Unternehmenskunden betroffen, sondern auch Microsoft-interne Datenbanken. Hierzu zählen unter anderem die Dienste Entra ID, Microsoft Teams sowie der KI-Assistent Copilot. Eine Ausnutzung der Schwachstelle hätte somit zu einer massiven Offenlegung sensibler Daten über Kundengrenzen hinweg führen können.

Branchenanalysten wiesen darauf hin, dass die Architektur von Cloud-Datenbanken wie Cosmos DB darauf angewiesen ist, dass die Trennung zwischen verschiedenen Mandanten absolut sicher funktioniert. Der Zugriff auf einen globalen Master-Schlüssel untergräbt dieses Prinzip der Mandantentrennung grundlegend.

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Zeitplan der Fehlerbehebung und Reaktion

Microsoft hat den Vorfall bestätigt und detaillierte Informationen zum Prozess der Fehlerbehebung bereitgestellt. Demnach wurde der Konzern bereits im November des vergangenen Jahres von Wiz über die Schwachstelle informiert. Innerhalb von 48 Stunden nach Eingang des Berichts habe Microsoft den unmittelbaren Einstiegspunkt für den Exploit geschlossen. Der Prozess der vollständigen Sanierung des Systems zog sich jedoch über mehrere Monate hinweg und wurde im Juli dieses Jahres abgeschlossen.

Im Rahmen der Sicherheitsmaßnahmen wurden neue Kontrollmechanismen implementiert und der betroffene globale Master-Schlüssel entfernt. Microsoft erklärte hierzu, dass das System nun vollständig abgesichert sei. Das Unternehmen betonte zudem, dass nach derzeitigem Kenntnisstand keine Kunden von der Sicherheitslücke beeinträchtigt wurden. Es gebe keinerlei Beweise dafür, dass die Schwachstelle außerhalb der kontrollierten Forschungsaktivitäten von Wiz durch Dritte ausgenutzt worden sei.

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Keine Maßnahmen für Kunden erforderlich

Für die Nutzer von Azure Cosmos DB ergibt sich aus der Veröffentlichung kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Microsoft teilte mit, dass sämtliche notwendigen Korrekturen direkt in der Cloud-Infrastruktur vorgenommen wurden. Da es sich um einen Fehler auf Plattformebene handelte, den der Anbieter bereits vollständig behoben hat, müssen Kunden keine Passwörter ändern oder Konfigurationen anpassen.

Die Offenlegung von CosmosEscape unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen bei der Sicherung komplexer Cloud-Infrastrukturen. Während Microsoft durch die schnelle Reaktion auf den ursprünglichen Report eine unmittelbare Gefahr abwenden konnte, verdeutlicht die Dauer bis zur abschließenden Behebung im Juli die Komplexität der zugrunde liegenden Plattform-Architektur.