CRM-Automatisierung: Tokyo Marine spart 1.920 Stunden jährlich

CRM- und KI-Systeme verkürzen Bearbeitungszeiten deutlich, während Salesforce mit Koa ein Modell für komplexe Geschäftsprozesse vorstellt.

Die Optimierung betrieblicher Abläufe durch moderne CRM- und SFA-Systeme führt in der Dienstleistungsbranche zu einer drastischen Reduzierung manueller Aufwände.

Wie aus einem aktuellen Fallbeispiel hervorgeht, konnte das japanische Unternehmen Tokyo Marine Nichido Better Life Service durch die Ablösung einer Excel-basierten Datenverwaltung jährlich rund 1.920 Arbeitsstunden in der Wohnberatungsabteilung einsparen.

Zeitgleich treiben Anbieter wie Salesforce die technologische Entwicklung mit neuen Modellen voran, die komplexe logische Schlussfolgerungen in Geschäftsprozessen ermöglichen sollen.

Effizienzgewinne durch Automatisierung in der Praxis

Der Einsatz des Systems GENIEE SFA/CRM bei Tokyo Marine Nichido Better Life Service hat die Bearbeitungszeiten in zentralen Aufgabenbereichen erheblich verkürzt. Die Suche nach Kundendaten, die zuvor zwischen 15 und 30 Minuten in Anspruch nahm, lässt sich nun in etwa 30 Sekunden bewältigen.

Auch die Erstellung von Vorbereitungsdokumenten wurde von circa 30 Minuten auf unter 10 Minuten reduziert. Besonders deutlich zeigt sich der Fortschritt bei der monatlichen Datenaggregation, deren Zeitaufwand von zuvor zwei bis drei Stunden auf unter 30 Minuten sank.

Der Implementierungsprozess von der Entscheidung bis zum Vollbetrieb dauerte etwa ein Jahr, wobei insbesondere Sicherheitsprüfungen als zeitintensive Hürde identifiziert wurden. Ähnliche Erfolge meldet der deutsche Cleantech-Hersteller KOHPA aus Dachau.

Durch eine Integration zwischen dem Partnerportal und Salesforce konnte die Zeit für die Angebotserstellung von durchschnittlich 35 Minuten auf wenige Sekunden gesenkt werden. In der ersten Phase nach dem Start wurden bereits 75 Partner angebunden, wobei das System bei Nachfragespitzen über 260.000 Anfragen verarbeitete.

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Auch im medizinischen Sektor zeigen sich deutliche Produktivitätssprünge. Das Unternehmen TeleSpecialists, das seit 2022 Salesforce nutzt, konnte die Prüfung von Dateien von zwei Stunden auf zwei Minuten verkürzen. Die monatlichen Anträge zur Qualifikationsprüfung verdoppelten sich von 9.000 auf über 18.000, während die gesamte Bearbeitungszeit von 45 auf 30 Tage sank.

Salesforce stellt KI-Modell Koa für komplexes logisches Schließen vor

Als technologische Neuerung in diesem Segment hat Salesforce das Enterprise-Reasoning-Modell Koa vorgestellt. Die Entwicklung erfolgte in Zusammenarbeit mit NVIDIA und basiert auf dem Modell Nemotron 3 Super mit 120 Milliarden Parametern.

Das System wurde mittels Reinforcement Learning in simulierten Arbeitsabläufen für mehr als 14 Branchen trainiert. Laut Entwicklerangaben verbleiben Kundendaten dabei innerhalb einer geschützten Umgebung und werden nicht für das Training des Modells verwendet. Erste Pilotphasen laufen bereits in den Bereichen Service, Vertrieb und E-Commerce an.

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Zusätzlich startete eine Open Beta für die Integration von Salesforce in Claude für alle kostenpflichtigen Tarife. Diese umfasst 37 vordefinierte Vertriebskompetenzen und ist mit verschiedenen Daten- und Analyseplattformen wie Tableau und Slack verknüpft. Im Bereich der internen Kommunikation beziffert Salesforce die jährlichen Produktivitätsgewinne durch automatisierte Assistenzsysteme in Slack auf 8,1 Millionen Stunden.

Branchenweite Skalierung und technologische Alternativen

Die Tendenz zur Automatisierung umfasst auch komplexe globale Strukturen. Der Dienstleister WSP skaliert derzeit ein KI-gestütztes Vertragsmanagement für über 85.000 Mitarbeiter, um unpassende ERP-Workflows zu ersetzen.

Nach einem Pilotprojekt in Lateinamerika erfolgt der Rollout in Nordamerika, Europa und Ozeanien. In der Luftfahrtbranche nutzt Air India generative Systeme, um Refund-Prozesse von vormals 14 Tagen auf etwa vier Stunden zu verkürzen.

Neben etablierten Marktführern positionieren sich neue Akteure mit spezialisierten Ansätzen. Das Helsinki-Start-up Zero hat eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 10,3 Millionen US-Dollar abgeschlossen, um ein autonomes Betriebssystem für den Marktzugang zu entwickeln. In einem Pilotprojekt konnte damit die Neukundengewinnung verdoppelt werden.

Branchenexperten mahnen jedoch zur strategischen Sorgfalt bei der Einführung. Laut Erhebungen von HubSpot verfehlen 55 Prozent der CRM-Rollouts ihre Hauptziele. Brian Solis von ServiceNow betonte in diesem Zusammenhang, dass CRM-Systeme künftig eher orchestrieren als lediglich Kosten automatisieren müssten. Ein reiner Fokus auf isolierte KI-Agenten berge zudem das Risiko einer unübersichtlichen Zersplitterung der Systemlandschaft.