Gleich drei große Anbieter stellten am Dienstag neue KI-native Systeme vor, die überfällige Software-Stückwerke durch intelligente, autonome Assistenten ersetzen sollen. Microsoft, Creatio und Salesforce setzen dabei auf sogenannte „Agentic AI“ – selbstständig handelnde Programme, die komplexe Arbeitsabläufe ohne menschliches Zutun steuern.
Creatio 10x: Das Ende des „Enterprise Frankenstack“
Mit der neuen 10x-Plattform will Creatio einen Schlussstrich unter die Ära der zusammengewürfelten Einzellösungen ziehen. Das Unternehmen spricht offen vom „Enterprise Frankenstack“ – jenem Flickenteppich aus Dutzenden nicht kompatibler Programme, der in vielen Firmen für Chaos sorgt.
Die Plattform bringt gleich mehrere Innovationen mit: Ein AI Studio übernimmt das Management von KI-Agenten, während der AI Twin persönliche Sprachassistenten für Mitarbeiter erschafft. Das Herzstück ist das AI Command Center – eine zentrale Steuerungseinheit für Governance-Richtlinien, Prüfpfade und Verbrauchskontrollen.
Bereits seit Mai 2026 setzt Creatio auf ein unbegrenztes Enterprise-Preismodell. Keine Beschränkungen mehr bei Nutzern oder Agenten – eine Ansage an die Konkurrenz.
Microsofts Service Agent: 90 Spezialfunktionen aus einer Hand
Auch Microsoft zieht nach. Der Service Agent innerhalb von Microsoft 365 Copilot ist ab sofort allgemein verfügbar. Über 90 spezialisierte Funktionen decken den gesamten Falllebenszyklus ab – von der Kundenanalyse bis zum Workforce-Management.
Besonders clever: Der Assistent arbeitet nahtlos über Dynamics 365, Microsoft Teams und Outlook hinweg. Voraussetzung ist allerdings eine doppelte Lizenz – sowohl für Microsoft 365 Copilot als auch für Dynamics 365 Customer Service.
Forscher sehen darin einen grundlegenden Wandel: Weg von reinen Aufzeichnungssystemen, hin zu „Systemen des Handelns“, die Entscheidungen eigenständig treffen und umsetzen.
Salesforce erobert die Provinz: Vom Agrarhandel bis zur Bank
Salesforce treibt die Entwicklung gleich auf mehreren Fronten voran. Der indische Pumpenhersteller Shakti Pumps setzt ab sofort auf die Agentforce-Suite mit Sales-, Service- und Marketing-Cloud. Ziel ist eine Echtzeit-Transparenz für Händler und personalisierte Ansprache der Landwirte vor Ort.
Parallel dazu bringt Salesforce die KI-Funktionen auch zu kleinen und mittleren Unternehmen in regionalen Märkten. Die Botschaft: Agentic AI ist kein Luxus für Konzerne, sondern ein Werkzeug, um Produktivitätslücken zu schließen.
Während Unternehmen verstärkt auf autonome KI-Agenten setzen, rücken auch die regulatorischen Anforderungen des EU AI Acts in den Fokus. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle neuen Pflichten, Fristen und Risikoklassen für den Unternehmenseinsatz. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Im Finanzsektor zeigen Quik! und High Meadow Solutions, wie es geht. Ihre am Montag vorgestellte Lösung bettet konforme Finanzformulare und elektronische Signaturen direkt ins CRM ein. Kein lästiges Hin- und Herspringen zwischen verschiedenen Programmen mehr. Branchenkenner sehen darin den notwendigen Befreiungsschlag für Banking-CRMs, die seit Jahren unter isolierten Daten und regulatorischer Komplexität leiden.
Die Ökonomie der Automation: Nicht jede Stelle ist ersetzbar
So rasant die Entwicklung im Büro-Umfeld voranschreitet – die wirtschaftliche Realität bremst die Automatisierung in anderen Bereichen aus. Eine Studie von Planera aus dem Juni 2026 zeigt: Manuelle Tätigkeiten zu ersetzen, lohnt sich längst nicht überall.
Die Kosten für den Ersatz einer Pflegehilfskraft durch Automation? Über 375.000 Euro pro Jahr. Der durchschnittliche Jahreslohn liegt dagegen bei etwa 42.200 Euro. Ein klares Nein aus der Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Die Einführung intelligenter Systeme in der Verwaltung erfordert eine sorgfältige Abwägung von Risiken und neuen rechtlichen Spielregeln. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche KI-Systeme als Hochrisiko eingestuft werden und was Verantwortliche jetzt konkret für ihre Compliance tun müssen. Kostenlosen Report zu KI-Risikoklassen sichern
Anders sieht es bei Kassierern aus: Hier ist die Automatisierung bereits heute günstiger als der Mensch. Die Botschaft ist eindeutig: Während KI im administrativen Bereich und bei datenintensiven Aufgaben rasant Fuß fasst, bleibt die großflächige Verdrängung von Arbeitsplätzen eine Frage der Branche und der spezifischen Kostenstrukturen.
Unternehmen wie CRMIT Solutions reagieren mit Frameworks wie Customer360++, das Entscheidungsintelligenz und 360-Grad-Kundenansichten durch KI-gestützte Analysen liefert. Die CRM-Welt wird neu gebaut – Stein für Stein, Agent für Agent.

