Die Softwarebranche vollzieht den endgültigen Abschied von alter Hardware – mehrere große Player stellen ihre Produkte auf ARM-Architektur um.
CodeWeavers hat am 11. Juni 2026 CrossOver 27 veröffentlicht – und zieht damit einen radikalen Schlussstrich. Die neue Version des Kompatibilitäts-Tools unterstützt keine Intel-basierten Macs mehr und streicht die 32-Bit-Unterstützung komplett. Wer CrossOver 27 nutzen will, braucht zwingend Apple-Silicon-Hardware und mindestens macOS Sonoma.
Das Unternehmen begründet den Schritt mit der Nutzerrealität: Rund 97 Prozent der Kunden seien bereits auf neuere Betriebssysteme umgestiegen. Durch den Verzicht auf Intel-Code und 32-Bit-„Bottles“ will CodeWeavers die Entwicklung für ARM64-Builds verschlanken.
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Apples Rosetta 2 steht vor dem Aus
Hinter der Entscheidung steckt eine strategische Weichenstellung. Apples Übersetzungsschicht Rosetta 2, die Intel-Software auf ARM-Chips lauffähig macht, soll mit macOS 28 im Jahr 2027 wegfallen. CodeWeavers bereitet sich darauf vor und entwickelt native ARM64-Builds für Mac und Linux. Der Clou: Künftige Software läuft dann ohne Übersetzungsverluste.
Intel-Mac-Nutzer sind nicht völlig abgeschnitten – sie können CrossOver 26 weiterverwenden. Neue Funktionen gibt es dafür allerdings nicht mehr.
Valve und Apple treiben Gaming voran
Parallel dazu hat Valve am selben Tag eine experimentelle Version von Proton veröffentlicht. Die auf Wine 11 basierende Aktualisierung bringt eine ARM64-Variante mit – speziell für künftige Virtual-Reality-Hardware mit Snapdragon-Prozessoren. Neu ist auch die Unterstützung des NTSync-Moduls im Linux-Kernel ab Version 6.14, das in SteamOS 3.7.20 bereits aktiviert ist.
Apple zeigte auf der WWDC 2026 diese Woche sein Game Porting Toolkit 4. Die Vorführung ließ aufhorchen: Cyberpunk 2077 in der Ultimate Edition lief auf Mac-Hardware – angetrieben von Metal API und dem Metal Shader Converter. Das Toolkit soll AAA-Titel auf M5- und A19-Chips bringen und bietet Spatial Audio, Game Mode sowie „For this Mac“-Voreinstellungen zur Ressourcenverwaltung.
Open-Source-Ökosystem liefert nach
Auch die Entwickler-Community war in dieser Woche aktiv:
- Wine 8.15 (11. Juni) bringt TEXT-Druckprozessor-Unterstützung und verbesserte Cross-Process-Speicherbenachrichtigungen in Wow64. 19 Fehler in Legacy-Anwendungen wurden behoben.
- KDE Frameworks 6.27 (12. Juni) verbessert die KRunner-Suchfunktion und bereinigt das Breeze-Icon-Set um urheberrechtlich geschützte Drittanbieter-Assets. Der Discover-Softwarecenter erhielt Layout-Korrekturen für mehrere Sprachen.
- Proton-CachyOS 11.0 (11. Juni) führt automatische HDR-Erkennung und Wayland-Verbesserungen ein.
- WordPress Studio – die Desktop-App für lokale WordPress-Entwicklung – startete am 11. Juni für Linux, zunächst mit Ubuntu-Unterstützung.
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Infrastruktur-Updates für Profis
CIQ veröffentlichte Fuzzball 4.0 für High-Performance-Computing und KI – mit nativer Integration paralleler Dateisysteme wie Lustre und BeeGFS. Und PortSwigger brachte Burp Suite 2026.6 heraus, die auf Java 26.0.1 umstellt und verbesserte Scanner-Funktionen zur Cross-Domain-Leckerkennung bietet.
Die Botschaft der Woche ist eindeutig: Die Branche rüstet sich für eine ARM-dominierte Zukunft – und lässt alte Architekturen hinter sich.

