CrossOver für Mac: ARM64-Version ohne Rosetta 2 verfügbar

CodeWeavers bringt ARM64-natives CrossOver für Mac, Linux erreicht 4,15 % Steam-Marktanteil und Microsoft öffnet Windows weiter für Unix-Tools.

Die Grenzen zwischen Betriebssystemen verschwimmen zunehmend: Neue Tools und Updates ermöglichen es, Windows-Anwendungen immer reibungsloser auf Apple- und Linux-Geräten auszuführen. Für deutsche Nutzer eröffnen sich damit neue Freiheiten bei der Wahl ihrer Hardware.

CodeWeavers setzt auf Apple-Chips

Der Kompatibilitätsspezialist CodeWeavers hat am 2. August 2026 die erste Vorschauversion einer ARM64-nativen Version von CrossOver für Mac veröffentlicht. Das Besondere: Die auf WINE basierende Übersetzungsschicht kommt künftig ohne Apples Rosetta-2-Technologie aus. Damit entfällt die langjährige Abhängigkeit von der Übersetzungssoftware des iPhone-Herstellers.

Die aktuelle Vorschau verzichtet zwar noch auf Funktionen wie D3DMetal-Unterstützung und die Konvertierung bestehender Software-„Bottles“, legt aber das Fundament für spürbare Leistungssteigerungen auf Apple-Hardware. Bereits im kommenden Jahr will das Unternehmen mit CrossOver 27 vollständig auf Apple Silicon setzen – Intel-Macs werden dann nicht mehr unterstützt. Dieser Schritt folgt dem allgemeinen Branchentrend, da auch macOS sich zunehmend von der Intel-Architektur verabschiedet.

Die aktuellen Stable-Versionen (26.1 und 26.3) erlauben es Nutzern weiterhin, Windows-Software ohne Windows-Lizenz auszuführen. Die Jahresgebühr liegt bei rund 60 Euro, ein lebenslanges Abonnement kostet knapp 500 Euro.

Neue Werkzeuge für Entwickler

Auch für Entwickler gab es am 2. August gleich mehrere Neuerungen: Das Framework Wails v3.0.0-beta.0 bietet nun eine stabile Desktop-API und Unterstützung für mehrere Fenster. Zudem experimentiert das Projekt mit mobilen Plattformen wie iOS und Android. Mit Wails lassen sich Desktop-Anwendungen in der Programmiersprache Go und Web-Technologien entwickeln – verfügbar für macOS, Linux und Windows.

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Parallel dazu hat Microsoft eine Vorschau von Coreutils für Windows veröffentlicht. Das Paket enthält gängige Unix-Werkzeuge wie grep und findutils und funktioniert mit PowerShell 7.4 und höher. Zwar fehlen zunächst einige Befehle wie chmod und dd, doch der Vorstoß zeigt: Microsoft will die Kommandozeile für Entwickler attraktiver machen, die zwischen verschiedenen Systemen wechseln.

Linux legt bei Spielern zu

Die jüngste Valve-Hardware-Umfrage vom Juli 2026 zeigt einen Meilenstein: Linux erreicht 4,15 Prozent Marktanteil unter Steam-Nutzern. Analysten führen dieses Wachstum auf den Erfolg des Steam Decks und der Proton-Kompatibilitätsschicht zurück, die Windows-Spiele auf Linux zum Laufen bringt. Um dieses Ökosystem weiter zu stärken, arbeitet Collabora an einem experimentellen Windows-Port des RADV-Vulkan-Treibers für AMD-Hardware – finanziert von Valve. Erste Tests zeigen bei bestimmten Titeln wie Counter-Strike 2 bis zu dreifache Leistungssteigerungen durch die Vulkan-API.

Microsoft reagiert ebenfalls: Seit dem 22. Juli 2026 gibt es die Xbox-Backward-Compatibility auf dem PC als frühen Release. Voraussetzung sind Windows 11 und bestimmte Hardware-Mindestanforderungen – empfohlen werden mindestens 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und 8 Gigabyte Videospeicher. Zudem hat die Xbox-Play-Anywhere-Initiative bei neuen Titeln eine Akzeptanz von rund 50 Prozent erreicht: Käufe und Spielstände synchronisieren sich zwischen Konsole und PC.

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Leistungsvergleich: Apple schlägt Windows – mit einer Ausnahme

Aktuelle Benchmark-Tests zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Plattformen. Beim Öffnen eines 500-seitigen Word-Dokuments benötigen MacBook Air M5 und MacBook Neo nur 7 Sekunden – Surface Laptop und Dell XPS 13 brauchen für dieselbe Aufgabe 12 Sekunden.

Doch die Windows-Geräte haben eine Trumpfkarte: ihre überlegene Akkulaufzeit. In zweistündigen Produktivitätssitzungen verbrauchten sie deutlich weniger Energie als ihre Apple-Pendants. Microsoft hat Speicherprobleme in Windows 11 eingeräumt und will bis Ende 2026 Systemoptimierungen nachreichen, um die Leistungsunterschiede zu verringern.