CS-4 System: Cerebras stellt 30-mal schnellere KI-Hardware vor

Cerebras präsentiert das CS-4-Rack-System mit WSE-3-Turbo-Chips. Es bietet eine 30-mal schnellere Inferenz als GPUs und eine Partnerschaft mit OpenAI.

Der US-amerikanische Hardware-Spezialist Cerebras hat am 18. August 2026 sein neues Rack-Scale-System CS-4 vorgestellt. Das System, das für die Ausführung umfangreicher KI-Modelle konzipiert wurde, nutzt drei Einheiten des neuen WSE-3-Turbo-Chips. Laut Unternehmensangaben bietet die neue Infrastruktur eine bis zu 30-mal schnellere Inferenzleistung als herkömmliche Grafikprozessoren (GPUs).

Architektur und technische Spezifikationen des WSE-3 Turbo

Das Herzstück des CS-4-Systems bilden die WSE-3-Turbo-Chips, die im 5nm-Verfahren bei TSMC gefertigt werden. Diese Prozessoren arbeiten mit einer Taktrate von 2,8 GHz, was einer Verdopplung gegenüber früheren Iterationen entspricht. Die technischen Daten weisen eine Speicherbandbreite von 43 PB/s sowie eine I/O-Leistung von 2,4 Tb/s pro Chip aus.

Das CS-4-Rack integriert drei dieser Wafer-Scale-Engines und erreicht in der Spitze eine Rechenleistung von 750 PFLOPS für KI-Anwendungen. Die Systemarchitektur ist auf eine extrem niedrige Wafer-to-Wafer-Latenz von 2 µs ausgelegt.

In Bezug auf die Speicherkapazität verfügt das System über 44 GB SRAM und unterstützt eine Fabric-Bandbreite von 160,5 PB/s. Für den Betrieb eines solchen Racks wird eine Leistungsaufnahme (TDP) zwischen 120 kW und 140 kW veranschlagt.

Cerebras setzt beim CS-4 auf die modulare Nexus-Architektur. Diese Bauweise ermöglicht es, die Anzahl der benötigten Komponenten um 50 Prozent zu reduzieren, während die I/O-Einheiten im Feld nachrüstbar bleiben sollen.

Leistungssteigerung und Energieeffizienz bei Großmodellen

Ein zentraler Aspekt der Neuvorstellung ist die Verarbeitungsgeschwindigkeit bei massiven KI-Modellen. Das System soll in der Lage sein, bei Modellen mit mehr als 10 Billionen Parametern eine Geschwindigkeit von 1.000 Tokens pro Sekunde zu liefern. Bei spezifischen Modellen wie gpt-oss-120b wurden bereits Raten von 4.400 Tokens pro Sekunde gemessen. Insgesamt unterstützt das CS-4-System Modelle mit einem Umfang von über 50 Billionen Parametern.

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Neben der reinen Rechenkraft hebt der Hersteller die gesteigerte Effizienz hervor. Im Vergleich zum Vorgängermodell CS-3 soll das CS-4-System den zehnfachen Durchsatz pro Watt erzielen. Die Token-Geschwindigkeit habe sich verdoppelt, während die gesamte Systemleistung um den Faktor sechs gestiegen sei.

Strategische Partnerschaften und wirtschaftlicher Kontext

Im Zuge der Produktankündigung wurden Details zu weitreichenden Kooperationen bekannt. Eine Partnerschaft mit OpenAI im Wert von 20 Milliarden US-Dollar sieht vor, dass das Modell GPT-5.6 Sol Ultrafast auf der Cerebras-Hardware bis zu 14-mal schneller ausgeführt werden kann.

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Zudem arbeitet Cerebras mit AMD und AWS zusammen, um eine disaggregierte Inferenz-Lösung zu realisieren. Dabei übernimmt die GPU-Infrastruktur von AMD den sogenannten Prefill-Prozess, während das Cerebras-System für den rechenintensiven Decode-Vorgang zuständig ist.

Finanziell blickt das Unternehmen auf ein volatiles Jahr zurück. Nach dem Börsengang im Mai 2026 zu einem Ausgabepreis von 185 US-Dollar stieg die Aktie zunächst an, verzeichnete jedoch zuletzt einen Rückgang um 35 Prozent auf 218 US-Dollar.

Für das zweite Quartal 2026 meldete Cerebras einen Umsatz von 180,1 Millionen US-Dollar bei einem Nettoverlust von 6,9 Millionen US-Dollar. Der Verlust pro Aktie belief sich in diesem Zeitraum auf -2,98 US-Dollar.

Verfügbarkeit und langfristige Ziele

Das CS-4-System ist ab sofort im Early Access verfügbar, die allgemeine Markteinführung (General Availability) ist für das dritte Quartal 2026 geplant. Bis Ende 2027 strebt Cerebras den Aufbau einer Rechenleistung von insgesamt 600 MW an, wobei der Durchsatz gegenüber aktuellen Werten nochmals verzwanzigfacht werden soll. Die Skalierbarkeit des Systems ist vorerst auf ein Limit von 2.048 Knoten begrenzt.