Nvidia hat auf der Hot-Chips-Konferenz 2026 offiziell den CUDA-Support für RISC-V-CPUs angekündigt. Damit steht die quelloffene Prozessorarchitektur RISC-V künftig gleichberechtigt neben x86 und Arm als Host-Architektur für die Software-Plattform CUDA, mit der Entwickler Nvidia-GPUs programmieren. Die Ankündigung erfolgte am 23. August 2026 und markiert einen Wendepunkt für die noch junge RISC-V-Ökosphäre im Rechenzentrumsbereich.
Konkrete technische Voraussetzungen
Nvidia legte in seiner Präsentation detailliert offen, welche Anforderungen RISC-V-CPUs erfüllen müssen, um CUDA-Unterstützung zu erhalten. Dazu zählen die Spezifikation RVA23, festgelegte Server-SoC- und Plattform-Vorgaben, ACPI sowie PCIe-Kohärenz und Peer-to-Peer-Funktionalität. Die vollständigen Anforderungen wurden auf Folie 06 der Hot-Chips-Präsentation veröffentlicht.
ACPI als Plattformanforderung ist insofern bemerkenswert, als die Spezifikation erst 2025 in den RISC-V-BRS-Standard aufgenommen wurde. Auf Folie 09 erläuterte Nvidia zudem, dass CUDA-Anwendungen grundsätzlich auf einer funktionierenden Datenübertragung zwischen verschiedenen Speicherebenen angewiesen sind – ein Grund, warum die Plattformanforderungen so eng gefasst sind.
Nvidias Senior Engineer Frans Sistermans bezeichnete RISC-V als eine neue CPU-Option für Server. Als Partner demonstrierte SiFive im Rahmen der Konferenz erstmals öffentlich, wie CUDA auf RISC-V-Hardware läuft.
NVLink Fusion öffnet sich für Custom-CPUs
Parallel zur CUDA-Ankündigung stellte Nvidia auf Folie 16 der Präsentation die Anforderungen für NVLink Fusion bei Custom-CPUs vor. Diese Anforderungen umfassen sämtliche CUDA-Voraussetzungen, zusätzlich jedoch Unterstützung für DOCA und NCCL sowie eine enge Partnerschaft mit Nvidia. Bei NVLink Fusion kooperiert das Unternehmen nach eigenen Angaben mit SiFive, Arm, Intel und Fujitsu.
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Einschränkend stellte Nvidia klar, dass aktuell keine Consumer-Hardware für den CUDA-Support auf RISC-V qualifiziert ist. Als einer der Treiber hinter dem Vorstoß gilt China, das laut Nvidia rund 50 Prozent der weltweiten RISC-V-Auslieferungen ausmacht.
SiFive bringt ersten Enterprise-RISC-V-Server
Nur einen Tag nach Nvidias Ankündigung, am 24. August 2026, präsentierte SiFive mit dem BigSky SF-2U870 den nach eigenen Angaben ersten Enterprise-2U-RISC-V-Server.
Das System ist mit 32 P870-D-Kernen ausgestattet, laut SiFive getaktet mit 2,0 GHz – abweichende Angaben von SemiWiki nennen 2,2 GHz. Ausgestattet ist der Server zudem mit 256 GB DDR5-5600-Arbeitsspeicher, vier PCIe-Gen5-x16-Anschlüssen sowie 3,84 TB NVMe-Speicher.
Der BigSky SF-2U870 ist RVA23-konform und unterstützt die Betriebssysteme Ubuntu 26.04 LTS sowie RHEL 10. CUDA läuft nach Angaben von SiFive direkt auf den P870-D-Kernen. SemiWiki berichtet zudem, dass der Server sowohl CUDA als auch ROCm nativ unterstütze, während NVLink Fusion für eine spätere Integration geplant sei.
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Marktverfügbarkeit erst ab 2027
Trotz der Ankündigungen bleibt der praktische Nutzen vorerst begrenzt: Nvidia rechnet damit, dass Produkte mit CUDA-Support für RISC-V frühestens ab 2027 auf den Markt kommen. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob sich RISC-V neben x86 und Arm als ernstzunehmende dritte Säule im GPU-Beschleuniger-Ökosystem etablieren kann – insbesondere mit Blick auf den chinesischen Markt, der schon heute den größten Anteil an RISC-V-Auslieferungen weltweit stellt.

