Cutback Selects: KI filtert 140 Fußball-Highlights aus 16 Stunden heraus

Elf koreanische Startups präsentierten KI-Produkte; Cutbacks Videoschnittlösung Selects überzeugte die Jury mit Reife und effizienter Modellauswahl.

•

Der US-amerikanische KI-Entwickler OpenAI hat seine Präsenz im südkoreanischen Markt ausgebaut und am 23. Oktober 2026 erstmals die Veranstaltung „OpenAI Model Masters“ in seinem Büro in Seoul abgehalten. An dem Programm nahmen elf ausgewählte koreanische Startups teil, die darauf spezialisiert sind, neue Produkte und Dienste auf Basis der Sprach- und KI-Modelle von OpenAI zu entwickeln.

Die Bandbreite der präsentierten Anwendungen reichte von Workflow-Automatisierung und Website-Erstellung über Handelsplattformen und Immobilienentwicklung bis hin zu Bio-Forschung sowie Tanz- und Videoproduktionen. Viele der vorgestellten Projekte setzten dabei verstärkt auf Sprach- und Audiomodelle.

OpenAI stellte den teilnehmenden Jungunternehmen, die von Risikokapitalgesellschaften empfohlen worden waren, Guthaben für die Programmierschnittstellen (APIs) bereit, um Entwicklung und Tests zu unterstützen.

Han Yu-ha, Startup Account Director bei OpenAI, erklärte, das Format solle Gründern helfen, mithilfe des Programmier-Agenten Codex funktionale Produkte zu realisieren und die Schnittstellen gezielter für Kernfunktionen zu nutzen. Als besonders vielversprechend hob Han dabei die gezeigten Anwendungen im Audiobereich hervor.

Kategoriesieg für Videoschnitt-Plattform Cutback

Den ersten Platz sicherte sich das Startup Cutback mit seiner KI-gestützten Schnittlösung „Selects“, die sich an professionelle Videoeditoren richtet. Die Jury würdigte das Unternehmen insbesondere für die pragmatische Modellauswahl nach Kriterien wie Kosten, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Qualität je nach Arbeitsschritt sowie für die fortgeschrittene Umsetzungsreife des Produkts.

Anzeige

Wer sich mit der Entwicklung von KI-Anwendungen befasst, muss heute auch die rechtlichen Rahmenbedingungen wie den EU AI Act genau kennen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Unternehmen einen kompakten Überblick über alle neuen Anforderungen, Pflichten und Fristen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt

Im Rahmen einer Live-Demonstration zeigte Cutback, wie die Software aus acht Fußballspiel-Aufzeichnungen mit einer Gesamtdauer von 16 Stunden insgesamt 140 Highlight-Szenen eines einzelnen Spielers automatisiert herausfilterte.

In einem weiteren Testfall erstellte das System aus einem 3 Stunden und 31 Minuten langen Live-Sendungsmaster eigenständig fünf fertig geschnittene Kurzfassungen inklusive Begleitmaterialien wie Social-Media-Clips und Vorschaubildern.

Südkorea gewinnt für OpenAI an strategischer Bedeutung

Das Startup-Treffen reiht sich in eine Reihe verstärkter Aktivitäten von OpenAI im südkoreanischen Markt ein. Bereits am 22. Oktober 2026 hob der Chef von OpenAI Korea, Kim Kyung-hoon, im Rahmen der Konferenz „OpenAI DevDay Exchange: Seoul“ die schnelle Akzeptanz lokaler Nutzer hervor.

Anzeige

Während die technologische Entwicklung von KI-Systemen rasant voranschreitet, stellen neue Regulierungen viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche KI-Systeme als Hochrisiko eingestuft werden und was Verantwortliche jetzt konkret tun müssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act jetzt herunterladen

Südkorea belege bei den wöchentlich aktiven Nutzern der Anwendung „Dots“ weltweit bereits den dritten Platz – weniger als einen Monat nach dem weltweiten Start am 29. September 2026.

Parallel dazu vertieft sich der Austausch im Technologiesektor: Am 21. Oktober 2026 startete eine zweiwöchige Reise von fünf koreanischen Gesundheits-Startups ins Silicon Valley im Rahmen der zweiten Runde des Programms „DHP x Outsight Silicon Valley Bootcamp 2026“. Vorgesehen ist dabei unter anderem ein Arbeitsbesuch bei OpenAI, um direktes Produkt-Feedback vom dortigen Gesundheitsteam einzuholen.

Zusätzlich baut der Konzern sein globales Infrastruktur- und Softwareangebot weiter aus: Die KI-Modelle von OpenAI sind inzwischen über die Google Cloud verfügbar, womit das Unternehmen nun bei allen drei großen Cloud-Anbietern vertreten ist.

Für die Videogenerierungssoftware Sora veröffentlichte OpenAI eine Android-App, die unter anderem in Südkorea, Japan, Kanada, Taiwan, Thailand, Vietnam und den USA bereitsteht, wobei in ausgewählten Regionen die bisherige Einladungspflicht entfiel.

Im Biotech-Bereich übernahm OpenAI laut Branchenquellen zudem die Plattform Orchestra Bio, um deren Steuerungssoftware für Forschungspläne in die hauseigene Life-Sciences-KI Rosalind einzugliedern.