Microsoft hat am 13. Oktober 2026 im Rahmen seines monatlichen Patchday 1.413 Schwachstellen in verschiedenen Softwareprodukten behoben. Im Mittelpunkt der Aktualisierungen steht die Beseitigung einer aktiv ausgenutzten Zero-Day-Lücke in der Windows Shell, die unter der Kennung CVE-2026-96951 geführt wird. Aufgrund der laufenden Angriffe stuft der Softwarekonzern die Sicherheitsupdates für Windows 10 und Windows 11 als dringend ein.
Aktiv ausgenutzte Schwachstelle umgeht Sicherheitsmechanismen
Bei CVE-2026-96951 handelt es sich um eine Schwachstelle des Typs Command-Injection (CWE-77), die eine Umgehung von Sicherheitsfunktionen ermöglicht. Konkret hebelt der Fehler den Schutzmechanismus Mark of the Web (MotW) aus.
Microsoft stuft die Lücke intern als wichtig ein und vergibt einen CVSS-Basiswert von 8.8 sowie einen temporalen Wert von 8.2 (Vektor AV:N/AC:L/PR:N/UI:R). Angriffe erfolgen über E-Mails oder Instant-Messaging-Dienste, bei denen Angreifer speziell präparierte Dateien anvisieren, die von Nutzern geöffnet werden müssen.
Laut Microsoft sind sämtliche unterstützten Windows-Client- und Server-Versionen betroffen, insgesamt listet das Unternehmen 31 betroffene Produkte auf. Dies umfasst Windows 10 in den Versionen 1607 bis 22H2, Windows 11 von 22H2 bis 25H2 sowie Windows Server von Version 2012 R2 bis 2025. Rechner mit Windows 10 außerhalb des Programms für erweiterte Sicherheitsupdates (ESU) erhalten die Sicherheitskorrektur für CVE-2026-96951 nicht.
Gemeldet wurde der Fehler von Fujitsu, Anthropic sowie einem unabhängigen Sicherheitsexperten. Ein öffentlich zugänglicher Exploit-Code liegt bislang nicht vor, und die National Vulnerability Database (NVD) führt die Lücke vorerst ohne eigenen CVSS-Score im Status der laufenden Analyse.
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Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA nahm CVE-2026-96951 in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen (KEV) auf. Für US-Bundesbehörden gilt unter der Richtlinie BOD 26-04 eine Umsetzungsfrist bis zum 16. Oktober 2026. Zur Erkennung stehen Sigma-Regeln und KQL-Abfragen bereit. Satnam Narang von Tenable wies darauf hin, dass es sich um die dritte im Jahr 2026 ausgenutzte Schwachstelle in der Windows Shell handele.
Breites Spektrum an behobenen Sicherheitslücken
Von den 1.413 durch Microsoft geschlossenen Sicherheitslücken entfallen 1.102 auf Windows, 134 auf Office, 61 auf Entwickler-Tools, 36 auf SharePoint Server, 22 auf SQL Server, 15 auf Azure, 7 auf Exchange und 4 auf Defender.
Die Verteilung umfasst über 670 Rechteausweitungen, über 300 Schwachstellen zur Ausführung von Remote-Code, über 250 Informationslecks und mehr als 70 als kritisch eingestufte Lücken.
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Zudem führt Microsoft mit diesem Patchday ein System sogenannter Risiko-Kohorten ein. Laut einer Zählung von Cisco Talos beläuft sich die Zahl der behobenen Fehler auf 1.415, darunter 85 kritische Lücken und 67 zur Remotecodeausführung.
Unter den weiteren behobenen Fehlern befinden sich mehrere als schwerwiegend eingestufte Schwachstellen. CVE-2026-100219 beschreibt eine kritische Use-after-Free-Lücke im Microsoft-QUIC-Protokoll mit einem CVSS-Wert von 9.8 laut NVD, die unauthentifizierte Remotecodeausführung ermöglicht.
Ein ähnliches Risikoprofil weist CVE-2026-102210 auf, ein Heap-basierter Pufferüberlauf im Bereich Windows Text Shaping, der ebenfalls mit CVSS 9.8 bewertet wurde. Für SharePoint schloss Microsoft mit CVE-2026-102866 einen Fehler bei der Token-Validierung (CVSS 8.1), der eine unauthentifizierte Übernahme von Benutzerkonten erlaubt.
Dustin Childs von der TrendAI Zero Day Initiative wies zudem warnend auf 55 potenziell wurmfähige Zero-Click-Lücken hin, die unter anderem DHCP-Server, das Remote Desktop Gateway und den Network Policy Server betreffen.

