CXMT klagt gegen Pentagon: Chinesischer Chipmaker fordert Streichung von Blacklist

Der chinesische DRAM-Produzent CXMT wehrt sich gerichtlich gegen die Einstufung als Militärunternehmen und meldet zugleich starkes Wachstum.

Der chinesische Speicherchiphersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) hat am Freitag eine Klage gegen das US-Verteidigungsministerium eingereicht.

Das Unternehmen fordert vor dem Bundesgericht in Washington die Streichung von der sogenannten 1260H-Liste, auf der Firmen als „chinesische Militärunternehmen“ geführt werden. Die Klage richtet sich gegen US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sowie den stellvertretenden Verteidigungsminister Feinberg.

In der beim US-Bezirksgericht für den District of Columbia eingereichten Klageschrift argumentiert CXMT, dass die Einstufung als Militärunternehmen willkürlich erfolgt sei. Nach Ansicht des Unternehmens entbehrt die Entscheidung einer tragfähigen Beweisgrundlage und verletzt das Recht auf ein ordentliches Verfahren.

Das Unternehmen betonte, dass seine DRAM-Chips (Dynamic Random Access Memory) ausschließlich für die zivile und kommerzielle Nutzung bestimmt seien und den internationalen JEDEC-Spezifikationen entsprächen. Eine Verbindung zur chinesischen Volksbefreiungsarmee bestehe laut den Unternehmensangaben nicht.

Erste aktive Klage des DRAM-Marktführers

Für CXMT ist dies die erste aktive juristische Auseinandersetzung mit den US-Behörden bezüglich dieser Listung. Zuvor hatten bereits andere chinesische Technologiekonzerne wie Huawei, SMIC und zuletzt im Juni 2026 Alibaba ähnliche Klagen eingereicht. Mark Shi, ein Anwalt des Unternehmens, wies darauf hin, dass US-Gerichte in der Vergangenheit bereits die Bereitschaft gezeigt hätten, entsprechende Beweise in solchen Verfahren eingehend zu prüfen.

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Die Historie der Listung reicht bis Anfang des Vorjahres zurück. CXMT wurde erstmals im Januar 2025 in die 1260H-Liste aufgenommen, im Februar jedoch kurzzeitig wieder entfernt. Im Juni 2025 erfolgte die erneute Aufnahme durch das Pentagon.

Starkes Wachstum und technologische Expansion

Trotz der regulatorischen Spannungen verzeichnete CXMT zuletzt eine deutliche wirtschaftliche Expansion. Der weltweit viertgrößte DRAM-Hersteller erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 150,3 Mrd. Yuan (22,36 Mrd. US-Dollar), was einem Zuwachs von 874 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Am 27. Juli 2026 erfolgte der Börsengang an der Shanghai Stock Exchange. Am ersten Handelstag stieg der Aktienkurs um 471 % auf RMB 8,66. Mit einer Marktkapitalisierung von RMB 3,54 Billionen stieg CXMT zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Chinas auf.

Technologisch meldete das Unternehmen zuletzt Fortschritte bei der Einführung von LPDDR6-DRAM. Diese Speichergeneration für mobile Endgeräte befindet sich bereits in der Massenproduktion und erreicht eine Geschwindigkeit von 10.667 MT/s über ein 24-Bit-Interface.

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Die neue Technologie soll im Xiaomi 18 Fold zum Einsatz kommen, dessen Marktstart für September 2026 geplant ist. Xiaomi bestätigte die Kooperation bereits auf der Plattform Weibo. CXMT gelingt damit die weltweite Einführung dieser Speichergeneration noch vor den Wettbewerbern Samsung und SK Hynix.

Zudem deuten Entwicklungen auf ein Interesse westlicher Konzerne hin. Berichten zufolge strebt Apple eine US-Genehmigung für den Erwerb von CXMT-Chips an und unterzieht den DRAM des Unternehmens derzeit Tests für den Einsatz in iPhones und MacBooks.