Cyber-Angriffe auf Smartphones: NFC-Betrüge steigen um 188 Prozent

Eine Welle von Cyber-Angriffen erschüttert Deutschland: Von manipulierten Parkautomaten bis zu WM-Betrug reichen die Methoden der Täter.

Die Methoden reichen von manipulierten Parkautomaten über Schadsoftware in TikTok-Videos bis zu Betrugsnetzwerken rund um die Fußball-WM.

Manipulierte Parkautomaten in Köln

Die Kölner Polizei meldet einen aktuellen Fall von manipulierten NFC-Kartenlesern an Parkautomaten am Hauptbahnhof. Täter installierten ein bösartiges Lesegerät direkt über dem originalen Bezahlfeld. Ein Nutzer bemerkte verdächtige Abbuchungen, woraufhin die Ermittlungen begannen. Mindestens drei Geschädigte sind bisher bekannt.

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Die Polizei rät: Bezahlautomaten vor der Nutzung kritisch prüfen oder auf offizielle Apps sowie Bargeld ausweichen.

Der Fall passt zu aktuellen Analysen von Kaspersky. Die Sicherheitsexperten verzeichnen einen Anstieg blockierter NFC-Angriffe auf Android-Geräte um 188 Prozent – rund 35.600 Fälle von Januar bis April 2026. Eine neue Methode namens „Reverse NFC“ verleitet Opfer zur Installation einer schadhaften Zahlungs-App.

TikTok-Tutorials als Malware-Falle

Auch soziale Netzwerke sind im Visier der Kriminellen. Auf TikTok und Instagram Reels verbreiten Angreifer Tutorials für angeblich kostenlose Premium-Dienste von Spotify oder Microsoft Office. Wer den Anweisungen folgt und PowerShell-Befehle ausführt, infiziert sein Gerät mit dem Infostealer „Vidar“. Die Schadsoftware stiehlt Passwörter, Cookies und Daten von Krypto-Wallets.

Das Center for Internet Liberty (CIL) warnt zudem vor ausgenutzten WhatsApp-Sicherheitslücken. Angreifer nutzen manipulierte Vorschauen von Instagram-Reels, um Nutzer auf schadhafte Webseiten umzuleiten. Meta hat zwar Patches veröffentlicht – das Risiko bleibt aber für Nutzer mit veralteten App-Versionen bestehen.

Parallel kursiert ein Kettenbrief auf WhatsApp. Er behauptet fälschlicherweise, eine KI würde private Chats mitlesen. Experten betonen: Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt bestehen. Das eigentliche Datenschutzrisiko sind die erfassten Metadaten wie IP-Adressen und Telefonnummern.

WM-Betrugswelle rollt an

Das Landeskriminalamt (LKA) Hannover warnt vor einer Welle WM-bezogener Cyberkriminalität. Betrüger nutzen das Interesse am Turnier für Spam-Mails, Fake-Shops für Trikots oder Beamer sowie gefälschte Ticketbörsen. Auch Schadsoftware in Spielplänen oder Tippspiel-Apps ist im Umlauf.

Die Ermittler empfehlen: Apps ausschließlich aus offiziellen Stores beziehen und den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen nutzen.

KI-gestützte Angriffe dominieren

Die Professionalisierung der Täter schreitet rasant voran. Laut KnowBe4 sind mittlerweile 86 Prozent aller Phishing-Versuche KI-gestützt. Cowbell-Analysen zeigen: Bei 74 Prozent aller Sicherheitsvorfälle bleibt der Faktor Mensch die entscheidende Schwachstelle.

Die Global Anti-Scam Alliance (GASA) beziffert die jährlichen Verluste europäischer Verbraucher durch Betrug auf rund 49 Milliarden Euro.

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Großrazzia in Nordrhein-Westfalen

Am heutigen Donnerstag gelang der Polizei in Nordrhein-Westfalen ein Schlag gegen eine organisierte Bande. Mit über 300 Einsatzkräften durchsuchten Beamte Wohnungen in Köln, Aachen und Neuss. Die Tatverdächtigen gaben sich als Polizisten oder Bankmitarbeiter aus. Der verursachte Schaden: mindestens 500.000 Euro. Es kam zu mehreren Festnahmen.

Parallel verzeichnet die Sicherheitsbranche neue Wellen von Vishing-Angriffen. Gefälschte Benachrichtigungen im Namen von McAfee fordern Nutzer auf, betrügerische Callcenter zu kontaktieren. Allein im Mai 2026 registrierten Experten im Rahmen der „CypherLoc“-Kampagne rund 2,8 Millionen solcher Angriffe. Das Ziel: Die Opfer zur Installation von Fernwartungssoftware wie AnyDesk oder QuickAssist bewegen – für direkten Zugriff auf deren Rechner.