Cyber-Betrüger jagen Anleger mit Fake-Plattformen

Kriminelle Netzwerke nutzen gefälschte Trading-Plattformen und manipulierte Messenger-Gruppen, um Anleger um Millionen zu betrügen. Die BaFin warnt vor neuen unseriösen Anbietern.

Kriminelle Netzwerke erbeuten mit gefälschten Trading-Plattformen Millionen. Die BaFin warnt diese Woche vor neuen unseriösen Anbietern wie Foris Capital. Die Schadenssummen steigen rasant.

So locken Betrüger in Messenger-Fallen

Der Einstieg beginnt meist in sozialen Netzwerken. Professionelle Werbeanzeigen auf Instagram oder TikTok führen Nutzer in geschlossene Gruppen bei WhatsApp oder Telegram. Dort inszenieren die Täter ein perfides Schauspiel.

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Dutzende Fake-Profile geben sich als begeisterte Anleger aus und berichten von hohen Gewinnen. Dieses „Social Proof“-Muster soll Vertrauen schaffen. Anschließend nehmen vermeintliche Finanzberater Kontakt auf und bauen über Wochen eine persönliche Beziehung auf – oft per Video-Call.

BaFin warnt vor neuen Fake-Plattformen

Die Finanzaufsicht hat ihre Warnliste zuletzt erweitert. Im Fokus stehen Anbieter wie Foris Capital, die über aiforis.com auftreten. Sie bieten Wertpapierdienstleistungen ohne Erlaubnis an und missbrauchen Identitäten seriöser Unternehmen.

Ebenfalls auf der Liste: green-lmtd.com. Diese Plattform behauptet falsch, von einer „Europäischen Finanzaufsichtsbehörde (FINA EU)“ reguliert zu werden – eine nicht existierende Behörde. Bei anderen Anbietern wie Trade Alles sind die angezeigten Gewinne reine Manipulation.

Gefährlicher Trend: Vollzugriff aufs Smartphone

Ein alarmierender Trick: Betrüger überreden Opfer zur Installation von Fernwartungs-Apps wie AnyDesk. Unter dem Vorwand, beim Trading zu helfen, erhalten sie so die vollständige Kontrolle über das Smartphone.

Das ermöglicht Zugriff auf Banking-Apps und sensible Daten. Verbraucherzentralen berichten von Fällen, in denen im Namen der Opfer Kredite aufgenommen wurden. Die Betroffenen stehen dann nicht nur vor dem Verlust ihrer Ersparnisse, sondern auch vor unautorisierten Schulden.

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Was tun bei Verdacht auf Betrug?

Garantierte Renditen von mehreren Prozent pro Woche sind ein klares Warnsignal. Auch das Erzeugen von Zeitdruck durch „limitierte Angebote“ ist typisch. Wer bereits Geld überwiesen hat, sollte sofort handeln.

Brechen Sie den Kontakt ab und leisten Sie keine weiteren Zahlungen – auch nicht bei Drohungen. Sichern Sie alle Beweise: Chatverläufe, Überweisungsbelege und Screenshots. Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei oder Onlinewache, um mögliche Geldflüsse zu stoppen.

Hinter den Kulissen: Globale Betrugsnetzwerke

Hinter den Plattformen stehen oft professionelle Scam-Zentren in Südostasien oder Osteuropa. Diese nutzen fortschrittliche Technologien wie Deepfakes für täuschend echte Werbevideos. Die internationale Zusammenarbeit der Behörden wird zur Herausforderung.

Dennoch gibt es Erfolge: Ende März meldete das LKA Baden-Württemberg die Auslieferung einer mutmaßlichen Drahtzieherin. Der wirtschaftliche Gesamtschaden durch solche Plattformen in Europa übersteigt laut Analysen mittlerweile 18 Milliarden Euro jährlich.

EU plant schärfere Regeln für Social Media

Die Europäische Kommission will Social-Media-Plattformen stärker in die Pflicht nehmen. Geplant ist, dass sie Werbeanzeigen für Finanzprodukte vor Veröffentlichung strenger prüfen müssen. Bei Versäumnissen könnten sie künftig haftbar gemacht werden.

Bis solche Maßnahmen greifen, bleibt die Eigenverantwortung entscheidend. Experten warnen: Die Betrüger rüsten technologisch weiter auf, etwa mit realistischen KI-Stimmen in Telefonaten. Die Bedeutung von Aufklärung und Smartphone-Sicherheit wird weiter zunehmen.