Cyber Essentials Plus 2026: MFA jetzt für alle Cloud-Nutzer Pflicht

Verschärfte Cyber Essentials Plus Regeln und verlängerte Windows 10 Updates prägen 2026. Microsoft führt zudem neue Backup- und Wiederherstellungsfunktionen ein.

Strengere Sicherheitsstandards für Cloud-Nutzer

Die überarbeiteten Anforderungen für Cyber Essentials Plus setzen 2026 neue Maßstäbe. Die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ist jetzt für alle Nutzer auf sämtlichen Cloud-Plattformen verpflichtend. Auch die Passwortregeln wurden angepasst: Mindestens acht Zeichen sind bei aktiver MFA erforderlich, ohne MFA steigt die Mindestlänge auf zwölf Zeichen. Die bisher üblichen erzwungenen regelmäßigen Passwortwechsel wurden dagegen abgeschafft.

Über 50.000 britische Organisationen haben die Zertifizierung bereits erreicht. Der Weg dorthin ist jedoch nicht einfach: Rund 32 Prozent aller Erstversuche benötigen Nachbesserungen. Die Sicherheitsbedrohungen bleiben hoch – das FBI warnte zuletzt vor Phishing-Plattformen wie „Kali365″, die den Geräte-Code-Login-Prozess angreifen, um MFA zu umgehen und OAuth-Token zu stehlen.

Windows 10 erhält verlängerten Support

Microsoft reagiert auf die Bedürfnisse von Unternehmen mit älteren Systemen. Die Extended Security Updates (ESUs) für Windows 10 wurden bis Oktober 2027 verlängert. Entgegen früherer Annahmen sind diese Updates nun ohne direkte Kosten zugänglich – etwa über Windows Backup oder durch Einlösen von Microsoft-Rewards-Punkten.

Neue Wiederherstellungsfunktion für Windows 11

Das Juni-Update KB5095093 bringt eine Point-in-Time-Wiederherstellung für Windows 11. Das Tool erstellt alle 24 Stunden Snapshots und bewahrt diese für 72 Stunden auf. Microsoft warnt: Die Funktion kann bis zu 50 GB Speicher belegen, ist aber in der Regel auf zwei Prozent der gesamten Festplattengröße begrenzt. Der breite Rollout ist für Juli 2026 geplant – vorausgesetzt, die Geräte verfügen über mindestens 200 GB Speicher.

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Transparente Kosten für Cloud-Backups

Der Microsoft 365 Backup Service kostet im Pay-as-you-go-Modell auf Azure 0,15 Euro pro GB und Monat. Das System ermöglicht ein Wiederherstellungsziel von zehn Minuten und eine Wiederherstellungsgeschwindigkeit von etwa ein bis drei TB pro Stunde.

Für die umfassende Geschäftskontinuität empfehlen Experten die „3-2-1-1-0″-Regel: drei Kopien der Daten, zwei verschiedene Medientypen, eine externe Kopie, eine unveränderliche Kopie und null Fehler. Drittanbieter-Backup-Dienste für die Microsoft-365-Umgebung kosten typischerweise zwischen zwei und vier Euro pro Nutzer monatlich.

KI-Einführung in der Praxis

Groß angelegte KI-Implementierungen zeigen erste Erfolge. Der Medizintechnikhersteller KARL STORZ führte Microsoft 365 Copilot für rund 2.000 Mitarbeiter ein und meldet eine aktive Nutzungsrate von 97 Prozent. Der Fokus lag auf Governance – die KI-Funktionen übernahmen bestehende Identitäts- und Compliance-Strukturen. Auch Oxford Global Resources setzt Copilot für 425 Nutzer ein und entwickelte dafür ein spezifisches Kostenmodell mit Sicherheitsvorkehrungen.

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Virtuelle Callcenter senken Kosten drastisch

Im Telekommunikationsbereich verlagern Unternehmen ihre Callcenter zunehmend auf Teams Phone. Voraussetzung ist entweder eine E5-Lizenz oder ein Add-on für E3-Nutzer. Die Integration kann die Telekommunikationskosten um bis zu 78 Prozent senken – sofern die Agenten eine Mindestverbindungsgeschwindigkeit von 1,5 Mbps für Upload und Download erreichen.

Trotz aller Fortschritte bleibt die Stabilität ein Thema. Am 26. Juni 2026 berichteten Nutzer von Leistungsproblemen wie langsamen Ladezeiten in Teams. Die offiziellen Statusseiten zeigten weitgehend funktionierende Dienste an – der Vorfall unterstreicht jedoch die Notwendigkeit robuster Geschäftskontinuitätspläne.