Der Übergang von einem alten auf ein neues Mobilgerät sowie die Handhabung digitaler Zertifikate für abgelaufene Bankkarten stellen derzeit erhebliche Sicherheitsrisiken dar. Experten warnen aktuell vor Schwachstellen, die beim Gerätetausch in Banking-Apps entstehen können.
Diese Warnung betrifft insbesondere den Prozess der Neuautorisierung und die Weiternutzung von digitalen Nachweisen, wenn die physische Karte bereits ihre Gültigkeit verloren hat.
Trojaner und biometrische Gefahren im Fokus
Zusätzlich zu den prozessualen Lücken beim Gerätewechsel verschärft die Bedrohung durch spezialisierte Schadsoftware die Lage für Bankkunden. Der Android-Trojaner ToxicPanda 2.0, der bereits seit Sommer 2022 beobachtet wird, zielt laut Sicherheitsberichten auf insgesamt 349 Banking- und Krypto-Apps in 16 Ländern ab.
Die Schadsoftware verbreitet sich vornehmlich über das sogenannte Sideloading und nutzt Bedienungshilfen des Betriebssystems aus. Mit 167 Fernbefehlen sei der Trojaner in der Lage, PIN-Codes aus mehr als 140 Anwendungen zu entwenden und Sicherheitsfunktionen wie Google Play Protect mittels VPN-Verbindungen zu blockieren.
Parallel dazu mahnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zur Vorsicht bei der Verwendung biometrischer Merkmale. Hochauflösende Selbstporträts, auf denen das Victory-Zeichen zu sehen ist, könnten Angreifern die Extraktion von Fingerabdrücken mittels künstlicher Intelligenz ermöglichen.
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Da biometrische Daten unveränderbar sind, stelle dies ein langfristiges Risiko für die Absicherung von Bankkonten dar. Experten raten dazu, die Auflösung bei Veröffentlichungen zu reduzieren oder Biometrie grundsätzlich mit einer PIN zu kombinieren.
Störungen bei Finanzinstituten und technische Hürden
In den letzten Tagen berichteten Kunden der ING zudem über Unregelmäßigkeiten im Betrieb. Analysen von Störungsmeldungen zeigten, dass 67 Prozent der Probleme das Online-Banking betrafen, während 13 Prozent auf den Login und 9 Prozent auf die App entfielen.
Besonders betroffen waren Nutzer in Ballungszentren wie Berlin, Hamburg, München, Mannheim und Bremen. Eine offizielle Bestätigung für einen großflächigen Ausfall seitens des Instituts liegt jedoch nicht vor.
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Auch die Hardware-Auswahl beeinflusst die Sicherheit im mobilen Zahlungsverkehr. Entwickler von GrapheneOS raten aktuell vom Erwerb kommender Modelle wie dem Pixel 11 oder 11 Pro ab, da diesen die ARM MTE-Sicherheitsfunktion fehlen soll. Dies erschwere den Schutz gegen bestimmte Angriffsszenarien auf den Speicher. Für Nutzer, die auf alternative Betriebssysteme setzen, bleibt das Pixel 10 die empfohlene Hardware-Basis.
Regulatorische Verschärfungen und allgemeine Software-Risiken
Die Sicherheit im digitalen Raum wird zudem durch neue regulatorische Vorgaben flankiert. Ab dem 11. September 2026 greift die Meldepflicht des EU Cyber Resilience Act (CRA). Hersteller digitaler Produkte müssen aktiv ausgenutzte Schwachstellen dann innerhalb von 24 Stunden an die ENISA melden. Ein vollständiger Bericht ist nach 72 Stunden und ein Abschlussbericht nach 14 Tagen vorzulegen.
Wie dringlich zeitnahe Reaktionen sind, zeigen aktuelle Warnungen des BSI zu anderen Software-Kategorien. So weisen 85 Prozent der On-Prem-Exchange-Server in Deutschland eine Verwundbarkeit durch die Kennung CVE-2026-62911 auf, die eine Code-Ausführung aus der Ferne ermöglicht.
Auch für die Desktop-Version von Chrome und die Bildbearbeitung Gimp wurden kritische Lücken gemeldet, wobei für Chrome die Versionen 151.0.7922.173/.174 und für Gimp die Version 3.2.4 als sicher eingestuft werden. Nutzer werden aufgefordert, diese Aktualisierungen umgehend vorzunehmen, um die Integrität ihrer Systeme und damit auch ihrer sensiblen Finanzdaten zu gewährleisten.

