Cyberangriff: Gefälschte Claude-Extension mit 10.000 Installationen

Sicherheitsforscher dokumentieren 38 KI-bezogene Angriffe. Cyberkriminelle imitieren Marken wie Claude und ChatGPT, um Schadsoftware zu verbreiten.

Ein aktueller Bericht von Sophos X-Ops belegt eine zunehmende Bedrohung durch Cyberkriminelle, die gezielt die Popularität großer Sprachmodelle und KI-Plattformen für ihre Angriffe ausnutzen. Demnach imitieren Angreifer prominente Marken wie Claude, ChatGPT und Microsoft Copilot, um Infostealer und Backdoors auf den Systemen ihrer Opfer zu platzieren.

Zwischen Juli 2025 und Juni 2026 dokumentierten die Sicherheitsforscher insgesamt 38 Fälle im Bereich Managed Detection and Response (MDR), die einen direkten Bezug zu künstlicher Intelligenz aufwiesen.

Fokus auf Markenimitation und Software-Fälschungen

Die Analyse der Vorfälle zeigt eine deutliche Spezialisierung der Angreifer. Von den 38 dokumentierten MDR-Fällen zielten 35 direkt auf KI-Marken ab. In 30 dieser Fälle griffen die Akteure auf die Imitation von Software zurück, um Nutzer in die Falle zu locken. Besonders häufig wurde dabei die Marke Claude missbraucht, die in 26 der untersuchten Vorfälle als Tarnung diente.

Die Angreifer setzen dabei auf verschiedene technische Methoden. Dokumentiert wurde unter anderem die Nutzung der sogenannten InstallFix- oder ClickFix-Technik. Über gefälschte Claude-Websites und präparierte Browser-Erweiterungen verbreiteten die Täter die Backdoor „Beagle“ sowie den LummaStealer. Zudem wurden Supply-Chain-Angriffe auf spezifische KI-Projekte wie LiteLLM und claude-mem festgestellt.

Gefährliche Browser-Erweiterungen und gezielte Kampagnen

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Ein prominentes Beispiel für den Erfolg dieser Maschen ist eine gefälschte Browser-Erweiterung für Perplexity. Diese verzeichnete laut den vorliegenden Daten rund 10.000 Installationen und verfügte über eine Bewertung von 4,7 Sternen, während sie im Hintergrund Infostealer und Browser-Hijacker auf die Rechner der Anwender schleuste.

Auch Mac-Nutzer geraten zunehmend ins Visier. Sicherheitsberichte beschreiben eine Kampagne, bei der eine gefälschte Installationsanleitung für Claude – zeitweise sogar auf Claude.ai gehostet – über Google Ads beworben wurde. Diese führte zur Infektion mit dem MacSync-Stealer.

Die dabei beobachtete sechsstufige Angriffskette nutzte unter anderem In-Memory AppleScript sowie LaunchAgent-Persistenz und enthielt einen Wallet-Trojaner zum Diebstahl von Krypto-Vermögenswerten.

Angriffe über Google Colab und betrügerische Rabatt-Angebote

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Für Windows-Nutzer wurde eine Kampagne identifiziert, die einen gefälschten Installer für Google Gemini nutzte. Die Datei mit dem Namen „Download_Google_Gemini_For_Windows.exe“ war auf der Plattform Google Colab gehostet.

Von dort wurden Opfer auf eine externe Website weitergeleitet, die schließlich den Vidar-Infostealer auslieferte. Sicherheitsanalysten von Darktrace gaben an, dass autonome Reaktionssysteme die Kommunikation mit dem entsprechenden Command-and-Control-Server (C2) blockieren konnten.

Neben technischer Malware nutzen Betrüger auch klassische Phishing-Methoden. Ein Dienst namens „Poison Claude“ lockte Anwender mit dem Versprechen eines 90-prozentigen Rabatts auf den Zugang zur KI-Plattform. Einem Bericht von Okta zufolge haben sich rund 900 Nutzer bei diesem betrügerischen Dienst angemeldet.

Parallel dazu wurde beobachtet, dass der Phishing-as-a-Service-Anbieter „Greatness“ echte Microsoft-Loginseiten nutzt, um im Umfeld von KI-Marken-Imitationen agieren zu können, ohne dabei unmittelbar Passwörter zu entwenden.

Angesichts dieser Entwicklungen raten Sicherheitsexperten dringend dazu, ausschließlich offizielle Domains der Hersteller zu nutzen und Software nur aus verifizierten Quellen zu beziehen. Zudem sollten Unternehmen Schutzmaßnahmen gegen Typosquatting implementieren, um den Zugriff auf täuschend echt wirkende, aber schädliche Internetadressen zu unterbinden.