Sicherheitsforscher von GreyNoise haben eine großangelegte Cyberangriffskampagne aufgedeckt, bei der ein einzelner Angreifer mithilfe von KI-Werkzeugen hunderte Server weltweit kompromittierte.
Laut Berichten vom 9. September 2026 nutzte der Täter die kommerziellen KI-Systeme OpenAI Codex und DeepSeek, um Schwachstellen in der Drucker-Management-Software PaperCut NG/MF auszubeuten. Insgesamt sollen 440 Server bei 395 Organisationen in 48 Ländern betroffen gewesen sein. In der Spitze gelang es dem Angreifer, elf Systeme innerhalb von 26 Sekunden zu kompromittieren.
Ausgenutzte Schwachstellen
Im Zentrum der Kampagne stehen zwei Sicherheitslücken: CVE-2026-81578 mit einem CVSS-Wert von 8,8 sowie CVE-2026-82078 mit einem Wert von 9,4. Beide erlauben nicht authentifizierte Remote-Code-Ausführung mit SYSTEM-Rechten. Die beiden Zero-Days wurden laut Berichten von securityweek.com und cybernews.com bereits offengelegt, bevor erste Notfall-Patches folgten.
Verlauf der Kampagne
Nach Angaben von GreyNoise begann die KI-gestützte Angriffswelle über die IP-Adresse 45.142.193.132. Die beiden Schwachstellen wurden zunächst in einer Laborumgebung getestet, bevor sich der Angreifer echten Zielen zuwandte.
Die ersten realen Opfer wurden nach rund vier Stunden registriert, die erste Erlangung von Domain-Admin-Rechten erfolgte demnach zwei weitere Stunden später. Einzelne Angriffe dauerten zwischen 5 und 144 Minuten. Bereits in der ersten Stunde der Kampagne wurden laut blocktempo.com 78 Organisationen kompromittiert, elf davon binnen 26 Sekunden.
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Der schnellste dokumentierte Fall betraf eine US-Highschool, die laut theregister.com und cybernews.com innerhalb von sieben Minuten bis zur Domain-Admin-Ebene durchdrungen wurde. Als technische Vorgehensweisen identifizierten die Forscher unter anderem LSASS-Dumps, Pass-the-Hash-Angriffe, die noPac-Technik sowie DCSync-Abfragen zur Extraktion der NTDS.DIT-Datenbank.
Ausmaß und betroffene Sektoren
Nach der Auswertung von GreyNoise entfielen 204 der betroffenen Organisationen auf den Bildungssektor. Regional verteilten sich die Opfer auf die USA mit 98, Großbritannien mit 59, Frankreich mit 31, Spanien mit 31 und Kanada mit 24 betroffenen Einrichtungen.
Der Angreifer hatte offenbar eine Ausschlussliste mit 28 Ländern definiert, dennoch wurden acht der eigentlich ausgeschlossenen Länder mit insgesamt 20 Systemen getroffen, darunter Südafrika mit neun und Brasilien mit fünf Systemen. In Taiwan waren zwölf Systeme betroffen, zehn davon mit erbeuteten Schlüsseln.
Insgesamt erbeutete der Angreifer laut GreyNoise Zugangsdaten von 280 Opfern sowie Betriebssystem- und Domain-Secrets von 147 Organisationen. Bei zwölf Organisationen gelang es ihm, vollständige Domain-Admin-Rechte zu erlangen. Die Orchestrierung der Angriffe lief über die genannte IP-Adresse 45.142.193.132. Sicherheitsforscher gehen laut theregister.com von einem russischsprachigen Akteur aus.
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Reaktion und Empfehlungen
Nach der Offenlegung der Zero-Days veröffentlichte PaperCut zunächst mehrere Notfall-Patches. Später brachte das Unternehmen ein Maintenance Release heraus, das laut einem Bericht von cybernews.com vom 11. September 2026 alle bisherigen Notfall-Patches der ersten drei Versionen ersetzt.
Auch Blackpoint Cyber bestätigte laut einem Bericht vom 10. September 2026 gemeinsam mit GreyNoise, dass ein russischsprachiger Akteur KI-Werkzeuge einsetzte, um Exploits gegen PaperCut NG/MF zu automatisieren und die Aktivität von derselben IP-Adresse ausging.
Sicherheitsdienste wie OffSeq und Bleeping Computer riefen Organisationen laut einem Bericht vom 10. September 2026 dazu auf, die verfügbaren Patches für CVE-2026-81578 und CVE-2026-82078 umgehend einzuspielen, um weitere Kompromittierungen zu verhindern.

