Cyberangriff-Welle: Loyalist College und Sapporo-Uni offline

Cyberangriffe treffen Universitäten in Nordamerika und Asien schwer. Campus-Schließungen und Systemausfälle sind die Folge.

Die Folgen reichen von kompletten Campus-Schließungen bis hin zu massiven Systemausfällen. Besonders betroffen: die digitale Infrastruktur für Studium und Verwaltung.

Kanada: Loyalist College kämpft mit Netzwerk-Ausfall

Das Loyalist College in der kanadischen Provinz Ontario bestätigte einen Cyberangriff am 9. Juli 2026. Die Sicherheitsmaßnahmen zwangen die Hochschule, ihr gesamtes Netzwerk sofort vom Internet zu trennen. Die Folgen sind gravierend: Studentenregistrierung, Zahlungsportale für Studiengebühren und interne Kommunikationssysteme wie E-Mail und die myLoyalist-Plattform sind lahmgelegt.

Während Präsenzveranstaltungen weiter stattfinden, bleiben sämtliche Online-Kurse vorerst ausgesetzt. Die IT-Experten gehen von einem externen Angriff aus. Ob die Täter Lösegeld fordern, ließ die Hochschule offen.

Japan: Universität verlängert Campus-Schließung

Die Sapporo International University in Japan reagierte noch drastischer. Nach einem Phishing-Angriff am Abend des 9. Juli bleibt der Campus mindestens bis zum 17. Juli geschlossen. Unbefugte hatten Zugriff auf mehrere Microsoft-365-Konten erlangt.

Die Angreifer nutzten die gekaperten Accounts, um massenhaft verdächtige E-Mails zu verschicken. „Die Gefahr einer Virusinfektion war einfach zu hoch“, erklärte die Universität. Als Konsequenz führt die Hochschule jetzt eine verpflichtende Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle Nutzer ein.

Immer raffiniertere Methoden

Die Angriffswelle zeigt: Hacker werden immer kreativer. Die University of Electro-Communications in Japan warnte am 15. Juli vor gefälschten E-Mails, die nach Login-Daten fischen. Die Nachrichten tarnen sich als offizielle Schreiben von Finanz- oder Verwaltungsdiensten.

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Auch die University of Manchester schlug Alarm. Dort häufen sich manipulierte Microsoft-Teams-Anrufe und -Nachrichten. Die Angreifer nutzen das Vertrauen in die interne Plattform aus, um an sensible Daten zu gelangen.

Besonders perfide: Die Täter an der Sapporo International University verschickten Dateifreigabe-Benachrichtigungen mit Betreffzeilen zu Personalthemen und Gehaltsabrechnungen. Wer auf den Link klickte, hatte das Nachsehen.

Spionage im großen Stil

Die aktuellen Vorfälle sind kein Einzelfall. Sicherheitsforscher von Proofpoint haben eine Spionagekampagne namens UNK_MassTraction identifiziert, die seit Mai 2026 aktiv ist. Die Angriffe zielen gezielt auf Roundcube-Mailserver von US- und kanadischen Universitäten ab.

Die Hacker nutzen bekannte Sicherheitslücken, um Schadsoftware wie IceCube und VShell zu installieren. Ziel: Zugangsdaten stehlen und langfristig überwachen.

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Wirtschaftliche Schäden und rechtliche Konsequenzen

Die finanziellen Risiken solcher Angriffe sind enorm. Erst am 6. Juli 2026 erhob die US-Justiz Anklage gegen einen mutmaßlichen Phishing-Täter. Er soll den Southern Door County School District um umgerechnet rund 60.000 Euro betrogen haben. Die Beute wurde angeblich in Bitcoin umgewandelt und auf mehrere digitale Geldbörsen verteilt.

Auch Japanische Infrastruktur im Visier

Die Welle digitaler Angriffe erfasst im Juli 2026 auch andere Sektoren in Japan. Der Tiefkühlkost-Hersteller Nichirei wurde Opfer eines Hackerangriffs, der die gesamte Lebensmittelversorgungskette traf. Große Restaurantketten mussten Menüs streichen, der Einzelhandel meldete Lieferengpässe. Nichirei will den Betrieb ab dem 17. Juli schrittweise wieder hochfahren.

Der größte japanische Taxibetreiber Nihon Kotsu musste am 11. Juli seine Online-Buchungs- und Vermittlungssysteme nach einer Malware-Infektion komplett abschalten.

In Südkorea meldete das staatliche Institut für Informations- und Kommunikationstechnologie (IITP) einen Datendiebstahl am 6. Juli. Die Behörde, die ein milliardenschweres ICT-Forschungsbudget verwaltet, führt den Vorfall auf einen Firewall-Konfigurationsfehler zurück.