Cyberangriffe explodieren: KI-Attacken um 89% gestiegen

Angreifer nutzen ChatGPTs Teilen-Funktion für täuschende Fehlerseiten und verteilen Infostealer über manipulierte Anzeigen.

Sicherheitsforscher von Push Security haben eine neue Kampagne namens LLMShare identifiziert, die auf die Sharing-Funktionen von Plattformen wie ChatGPT setzt.

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Täuschend echte Fehlermeldungen als Einfallstor

Die Angreifer schalten Google-Anzeigen und manipulieren Suchergebnisse, um Nutzer auf vermeintlich harmlose Links auf der Domain chatgpt.com zu locken. Diese Adressen nutzen die legitime Funktion zum Teilen von KI-generierten Inhalten.

Ein Klick auf den Link führt jedoch nicht zu einem Chatverlauf, sondern zu einer gefälschten Service-Unterbrechungsmeldung. Die Angreifer nutzen die HTML- und CSS-Rendering-Fähigkeiten der Plattform, um eine täuschend echte Fehlerseite darzustellen. Der Nutzer wird aufgefordert, eine angebliche Desktop-Anwendung herunterzuladen, um die Arbeit fortzusetzen.

Der eigentliche Download-Link führt zu einer externen Seite mit sogenanntem Cloaking: Sicherheitsscannern wird eine harmlose AR- oder VR-Themenseite präsentiert, während echte Nutzer die Schadsoftware erhalten.

Die Analyse der Windows-Version zeigte, dass die Software prüft, ob sie in einer virtuellen Maschine läuft – eine typische Methode, um Sicherheitsforscher auszutricksen. Je nach Kampagne werden verschiedene Schadprogramme ausgeliefert, darunter Infostealer, die sensible Daten von infizierten Geräten abgreifen.

Neue Dimension der Prompt-Injection-Angriffe

Bereits Ende Mai war eine weitere Technik namens ChatGPhish bekannt geworden. Sicherheitsfirma Permiso Security dokumentierte, wie Angreifer versteckte Anweisungen in Webseiten platzieren, um sogenannte Prompt-Injections auszulösen. Diese zwingen die KI dazu, Live-Phishing-Links, gefälschte Sicherheitswarnungen oder sogar QR-Codes direkt in die Antworten einzubetten.

Besonders perfide: Einige Angreifer hinterlegen Bild-URLs in den Antworten, um passive Aufklärung zu betreiben. Bei jedem Abruf dieser Bilder sammeln sie technische Daten wie IP-Adressen und Browser-Informationen – ohne dass der Nutzer aktiv wird.

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Alarmierende Zahlen: KI-Angriffe explodieren

Der Check Point Cloud Security Report 2026 zeichnet ein düsteres Bild: 78 Prozent aller Unternehmen meldeten Sicherheitsvorfälle im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz. Zwar haben 77 Prozent ihre Cloud-Sicherheitsstrategien angepasst – doch nur 26 Prozent verfügen über die nötige Infrastruktur, um diese Maßnahmen auch durchzusetzen.

Noch deutlicher wird das Ausmaß bei den Zahlen von CrowdStrike: KI-gestützte Angriffe sind im Jahresvergleich um 89 Prozent gestiegen. Die Zeit, die Kriminelle für einen erfolgreichen Angriff benötigen, ist auf teilweise unter 30 Sekunden geschrumpft.

Staatsnahe Gruppen im KI-Wettrüsten

Auch staatlich gesteuerte Akteure haben westliche KI-Modelle für sich entdeckt. Wie die Financial Times berichtet, nutzen mit dem Iran verbundene Gruppen ChatGPT und Gemini für die Entwicklung von Schadsoftware. Sie erstellen Phishing-Kampagnen auf Hebräisch und Arabisch und konstruieren falsche Online-Identitäten für Operationen gegen die USA und Israel.

Google bestätigte, dass die staatlich gelenkte Gruppe APT42 bereits Ende Februar auf die Gemini-Plattform zurückgriff. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten im Mai über 500.000 tägliche Cyberangriffe – ein Teil davon KI-gestützt. Auch russische Gruppen setzen ähnliche Werkzeuge ein, um mehrere parallele Angriffsketten gegen Ziele in der Ukraine zu fahren.