Teslas Robotaxi Cyber-Cab gerät bei laufenden Feldtests an die Grenzen seines ursprünglichen Hardware-Konzepts. Das Fahrzeug war im Oktober 2024 als reiner Zweisitzer ohne Lenkrad, Pedale und Spiegel vorgestellt worden, zu einem angepeilten Preis unter 30.000 US-Dollar. In der Praxis zeigt sich nun, dass Tesla für Straßentests konventionelle Steuerungselemente nachrüstet.
Provisorische Lenkung für Straßentests
In Berkeley, Kalifornien, wurde ein Vorserien-Cybercab gesichtet, bei dem ein eckiges Cybertruck-Lenkrad auf einer provisorischen, verschraubten und verstellbaren Lenksäule montiert war.
Die Innenverkleidung des Fahrzeugs war dabei entfernt. Es trug ein texanisches Herstellerkennzeichen sowie ein zusätzliches „CYBERCAB“-Kennzeichen. Das eigentliche Serienkonzept sieht dagegen zwei Sitze, einen zentralen Touchscreen, einen Not-Aus-Knopf und einen Kofferraum mit rund 572 Litern (20,2 Kubikfuß) Fassungsvermögen vor – ganz ohne herkömmliche Bedienelemente.
Produktion läuft seit Jahresbeginn
Die Fertigung des Cybercab ohne Lenkrad und Pedale läuft nach Angaben aus dem Umfeld von Giga Texas seit 2026: Das erste Fahrzeug entstand im Februar, die Volumenproduktion startete im April.
Erste Straßentests des fahrerlosen Cybercab fanden in Teilen von Manhattan und Queens statt, wobei aufgrund staatlicher Vorgaben ein Sicherheitsmonitor an Bord sein musste. Die getesteten Fahrzeuge verfügten über zwei Sitze, Butterfly-Türen, einen 21-Zoll-Touchscreen und induktives Laden ohne Stecker.
Ende August wurden Cybercabs zudem in New York City gesichtet, etwa am Brooklyn Battery Tunnel, als sandfarbene Flotte. Die New Yorker Vorschriften verlangen einen lizenzierten Sicherheitsfahrer an Bord, und das städtische Department of Transportation begrenzt die Zahl der zugelassenen Robotaxis für den Herbst 2026.
Kommerzieller Start in Austin
Anfang September 2026 begann Tesla in Austin, Texas, mit kommerziellen Cybercab-Fahrten für zahlende Fahrgäste. Nach Stand vom 31. August 2026 waren beim texanischen TXDMV 45 Fahrzeuge registriert. Technisch setzt der Cybercab auf acht Kameras plus die AI4-Plattform ohne LiDAR, deren Bilddaten neuronale Netze für Planung und Steuerung speisen. Als Betriebskosten werden rund 0,20 US-Dollar pro Meile angegeben.
Aufsichtsbehörde prüft Selbstzertifizierung
Tesla hat den Cybercab ohne Lenkrad, Pedale und Spiegel auf Basis einer Selbstzertifizierung zugelassen — die NHTSA hat dazu am 4. September eine Audit Query eröffnet, die laut Reuters bis zu 1.000 Fahrzeuge betreffen könnte. Wer die Tesla-Aktie hält, braucht eine nüchterne Einordnung dieses Verfahrens. Der kostenlose Report fasst zusammen, was die Selbstzertifizierung von einem Ausnahmeverfahren unterscheidet, wie Zoox seine Genehmigung erhalten hat und welche Szenarien sich daraus für die Zulassung ergeben. Kostenlosen Analyse-Report anfordern
Am 4. September 2026 eröffnete die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA eine Audit Query zu Teslas Selbstzertifizierung des Cybercab, da das Fahrzeug ohne Lenkrad, Pedale und Spiegel auf Basis einer Selbstzertifizierung statt eines Ausnahmeverfahrens zugelassen wurde.
Berichten von Reuters zufolge könnte die Prüfung bis zu 1.000 Cybercabs betreffen. NHTSA-Ausnahmegenehmigungen erlauben Herstellern grundsätzlich bis zu 2.500 Fahrzeuge pro Jahr; der Anbieter Zoox erhielt eine solche Ausnahme im Juli 2026. Tesla hat laut Reuters keine entsprechende Ausnahme beantragt.
Die Aktie des Unternehmens fiel im Anschluss an die Bekanntgabe der Untersuchung um über 5 Prozent. Frühere Untersuchungen hatten sich mit Unfällen bei Nebel und Blendung sowie einem tödlichen Vorfall befasst.
Ausblick auf Software und internationale Präsentation
Teslas VP of AI, Ashok Elluswamy, kündigte am 4. September 2026 über die Plattform X an, dass ein Rund-um-die-Uhr-Robotaxi-Betrieb in etwa einem Monat beginnen solle, gestützt auf die Software-Version FSD v15 mit einem Netz von 10 Milliarden Parametern und sieben Architekturänderungen gegenüber der Vorgängerversion v14. Für Verbraucherfahrzeuge mit HW4-Hardware ist der Rollout Ende 2026 oder Anfang 2027 geplant.
Parallel zeigt Tesla den Cybercab vom 17. bis 27. September 2026 im Huamao Store in Peking sowie vom 17. bis 21. September 2026 im HKRI Taikoo Hui in Shanghai als statische Ausstellungsstücke – ein Verkauf ist dort nicht vorgesehen.
Die Testfahrer Sawyer Merritt und Kevin O’Connor berichteten von Erfahrungen mit dem lenkradlosen Fahrzeug in Austin. Laut Merritt entschied sich beim jüngsten Quartalsbericht rund die Hälfte der Käufer in Nordamerika für die FSD-Option, verglichen mit zuvor 10 bis 20 Prozent. O’Connor gab an, von seinen letzten 12.596 gefahrenen Meilen 12.493 auf FSD zurückgelegt zu haben.
Umfragen zufolge bleibt die gesellschaftliche Akzeptanz verhalten: Laut Pew fühlen sich sieben von zehn US-Erwachsenen bei fahrerlosen Autos unwohl, und Gallup registriert ein gegenüber 2018 gesunkenes Vertrauen in die Sicherheit autonomer Systeme.
Der Cybercab ist seit Anfang September in Austin im kommerziellen Einsatz, doch registriert waren zum 31. August nur 45 Fahrzeuge — Waymo betreibt über 4.000 Robotaxis in 14 US-Städten. Dieser Report vergleicht die Zulassungswege und Flottengrößen der führenden Anbieter und zeigt, welche Rolle die FSD-Software und die geplante Version v15 für den weiteren Ausbau spielen. Robotaxi-Wettbewerbs-Report jetzt sichern
Tesla verzeichnete im zweiten Quartal über 380.000 unbeaufsichtigte Robotaxi-Meilen in Texas und Florida, während der Wettbewerber Waymo mehr als 4.000 Robotaxis in 14 US-Städten betreibt.
In China verkaufte Tesla im August 2026 insgesamt 50.047 Einheiten, ein Rückgang von 12,43 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach einem Gesamtjahr 2025 mit rund 1,63 Millionen verkauften Fahrzeugen, einem Minus von 8,5 Prozent.

