Cybercrime 2025: 202,4 Milliarden Euro Schaden, Ransomware +10%

BKA meldet 202,4 Milliarden Euro Schaden durch Cyberkriminalität. First-Party-Fraud und KI-gestützte Angriffe nehmen rasant zu.

Die Sicherheitslage für Verbraucher und Unternehmen verschärft sich – sowohl im digitalen Raum als auch im Online-Handel. Aktuelle BKA-Zahlen und Marktanalysen belegen neue Rekordwerte bei Schadenssummen und Betrugsmethoden.

Ransomware auf dem Vormarsch

Der aktuelle BKA-Lagebericht zur Cybercrime 2025 verzeichnet 333.922 registrierte Fälle. Der Gesamtschaden: rund 202,4 Milliarden Euro. Besonders alarmierend ist die Zunahme von Ransomware-Attacken – ihre Zahl stieg um zehn Prozent auf 1.041 Fälle.

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Rund 62 Prozent der Straftaten werden aus dem Ausland verübt. Kleine und mittlere Unternehmen sind besonders betroffen: Sie stellen 90 Prozent der Ransomware-Opfer. Als dominierende Akteurin identifizierte das BKA die Gruppe „SafePay“, die für ein Viertel der Datenleaks verantwortlich sein soll.

Die Professionalisierung schreitet rasant voran: 82,6 Prozent der schädlichen E-Mails werden inzwischen durch Künstliche Intelligenz automatisiert erstellt.

Wenn Kunden zu Betrügern werden

Parallel zur klassischen Cyberkriminalität beobachten Analysten von LexisNexis Risk Solutions eine neue Betrugsform: den „First-Party-Fraud“. Dabei handeln echte Kunden oder Personen unter deren Identität unredlich.

Eine Analyse von 116 Milliarden Transaktionen für 2025 zeigt: Weltweit entfallen knapp 39 Prozent der Betrugsfälle auf diese Masche. In Europa liegt der Anteil mit fast 52 Prozent sogar deutlich höher.

Kriminelle Banden werben gezielt Personen mit geringer Bonität oder Studierende an – rund 50 Euro pro bereitgestellter Identität werden gezahlt. Häufige Methoden: Nichtbezahlung von Waren auf Rechnung oder die fälschliche Behauptung, eine Bestellung nie erhalten zu haben. Besonders betroffen sind Anbieter von „Buy-now-pay-later“-Diensten.

Physische Diebstähle: Banden im Visier

Neben digitalen Delikten bleibt der physische Diebstahl von Smartphones und Fahrzeugen ein Schwerpunkt. In Nordrhein-Westfalen fahndet die Polizei nach einem Tatverdächtigen, der im Sommer 2025 zwei Smartphones aus einem Bottroper Geschäft entwendet haben soll – durch gewaltsames Lösen der Sicherungskabel.

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International meldet die spanische Nationalpolizei Erfolge: Am 17. Juni 2026 wurde an der Playa de Palma eine Diebesbande zerschlagen. 18 mutmaßliche Mitglieder wurden festgenommen. Die Gruppe, vorwiegend aus Rumänien, nutzte Ablenkungsmanöver, um Passanten Wertsachen zu entwenden.

Weniger Internet – trotz hoher Kriminalität

Trotz der hohen digitalen Kriminalitätsrate zeigt die Postbank Digitalstudie 2026 eine Trendwende. Die Befragung von rund 3.000 Personen im April und Mai ergab: Die durchschnittliche Internetnutzung in Deutschland sank erstmals auf 67,5 Stunden pro Woche. Auch die Smartphone-Nutzung ging auf knapp 24 Stunden zurück. Besonders jüngere Nutzer unter 40 Jahren reduzierten ihre mobile Online-Zeit deutlich.

Politik reagiert mit neuen Gesetzen

Die Bundesregierung zieht Konsequenzen aus der Bedrohungslage. Für den 26. Juni 2026 ist die erste Lesung eines neuen Cybersicherheits-Gesetzes angesetzt. Zudem führt die Bundesnetzagentur Ende Juni eine bundesweite Mobilfunk-Messwoche durch – Nutzer sollen Funklöcher dokumentieren, um die Grundlage für eine bessere Netzqualität zu schaffen.