Die Sicherheitsbehörden schlagen Alarm: Spezialisierte Betrugsmaschen nehmen zu. Kriminelle nutzen gezielt saisonale Nachfragen und moderne Zahlungstechnologien aus. Im Fokus stehen manipulierte QR-Codes im Einzelhandel sowie gefälschte Angebote für Klimageräte und Ferienwohnungen.
Quishing: Wenn QR-Codes zur Falle werden
Eine wachsende Gefahr geht von sogenannten Quishing-Angriffen aus. Täter überkleben echte QR-Codes in Geschäften oder an öffentlichen Orten mit manipulierten Varianten. Wer sie scannt, leitet Zahlungen statt an den Händler auf Konten der Betrüger um – oder landet auf Phishing-Seiten.
Auch in sozialen Netzwerken locken Kriminelle mit vermeintlichen Sonderangeboten, die nur per QR-Code zugänglich sein sollen.
Die Behörden raten: QR-Codes vor dem Scannen auf Überklebungen prüfen. Im Zweifel Zahlungen manuell oder über offizielle Apps abwickeln.
Fake-Shops für Klimageräte und Ferienwohnungen
Besonders im Juli verzeichnete die Polizei vermehrt Betrugsfälle rund um die Sommerzeit. In Hamm fielen mehrere Verbraucher auf professionell gestaltete Fake-Shops herein. Die Angebote für Klimageräte lockten mit ungewöhnlich niedrigen Preisen – bei Vorkasse auf ausländische Konten. Geliefert wurde nie.
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Ein ähnliches Muster zeigt sich bei Ferienwohnungen an Nord- und Ostsee. Ermittler registrieren einen Anstieg von Anzeigen mit Rabatten von bis zu 50 Prozent und künstlichem Zeitdruck. Warnsignale: fehlendes Impressum oder die Aufforderung, auf Messenger wie WhatsApp umzusteigen.
Betroffenen rät die Polizei, bei Kreditkartenzahlungen ein Chargeback innerhalb von 120 Tagen zu prüfen.
Internationaler Schlag gegen Phishing-Infrastruktur
Das Bundeskriminalamt und das FBI melden einen Erfolg gegen organisierte Cyberkriminalität. In einer koordinierten Aktion zerschlugen sie die Plattform „Kratos“ – einen Phishing-as-a-Service-Anbieter. Seit 2024 generierte der Dienst rund 300.000 Euro Umsatz. Rund 1.800 Nutzer führten monatlich etwa 15.000 Kampagnen in 35 Ländern durch.
Die Ermittler neutralisierten über 200 Server. Ein Entwickler wurde in Indonesien festgenommen.
Parallel zerschlugen Fahnder das Netzwerk „Tycoon2FA“, das für über 96.000 gefälschte Banking-Apps verantwortlich sein soll. In Pakistan nahmen sie mehrere Hauptmitglieder fest.
Neobanken und Deepfakes als neue Risiken
Die Financial Intelligence Unit meldete für 2025 einen Rekordwert bei Verdachtsmeldungen. Besonders Neobanken rücken ins Visier von Kriminellen: Die Zahl der Meldungen stieg von 34.357 auf über 108.000. Insgesamt registrierten die Behörden 374.700 Verdachtsfälle – ein Plus von rund 41 Prozent.
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Das FBI warnte am 20. Juli vor Deepfake-Technologien. Kriminelle nutzen synthetische Videos von Regierungsvertretern, um frühere Betrugsopfer auf gefälschte Hilfsseiten zu locken. Laut US-Behörden basieren bereits 85 Prozent aller gemeldeten Betrugsfälle auf Identitätsdiebstahl.
Bundesregierung plant schärfere Gesetze
Die Schadenssummen steigen – allein die „Operation Chargeback“ deckte weltweit Kreditkartenbetrug mit über 300 Millionen Euro Schaden auf. Die Bundesregierung reagiert mit einem 26-Punkte-Plan. Er sieht vor, Steuerhinterziehung und großangelegten Betrug konsequenter zu verfolgen. KI-gestützte Datenanalysen und Blockchain-Untersuchungen sollen anonyme Zahlungsströme aufdecken.
Finanzexperten raten zur Vorsicht bei unaufgeforderten E-Mails. Wer zur Bestätigung von IBAN-Daten oder Login-Informationen aufgefordert wird, sollte misstrauisch sein. Offizielle Stellen fordern sensible Daten niemals unter Zeitdruck per E-Mail an.

