Ab dem 1. Juli 2026 wird jedes Paket aus Nicht-EU-Ländern teurer – und Kriminelle versuchen, die Unsicherheit der Verbraucher auszunutzen. Die irische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde (CCPC) warnt vor einer Welle betrügerischer SMS und E-Mails, die angeblich von Paketdiensten oder Behörden stammen.
Das ändert sich für Käufer ab Juli
Ab dem 1. Juli 2026 wird für jeden einzelnen Artikel in einem Paket aus Drittstaaten eine Zollgebühr von drei Euro plus Mehrwertsteuer fällig. Bisher waren Sendungen mit einem Warenwert unter 150 Euro von solchen Abgaben befreit – diese Grenze entfällt. Die neue Regelung gilt für alle Pakete, die ab Mitternacht des 30. Juni in Irland eintreffen, unabhängig vom Bestelldatum.
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Die Berechnung erfolgt pro Artikeltyp beziehungsweise Zolltarifposition. Enthält eine Lieferung etwa ein Notizbuch, einen Kugelschreiber und einen Schlüsselanhänger, fallen neun Euro Zollgebühren plus Mehrwertsteuer an. Mehrere identische Artikel – etwa zwei gleiche Stifte – werden dagegen als ein einziger Artikeltyp behandelt.
Hintergrund der Maßnahmen ist eine EU-weite Initiative zur Eindämmung von Billigimporten. Allein 2025 gelangten rund 5,9 Milliarden Kleinsendungen zollfrei in die Europäische Union.
So erkennen Sie betrügerische Nachrichten
Die CCPC berichtet von einer Zunahme betrügerischer Nachrichten, in denen sich Kriminelle als Zustelldienste oder Regierungsstellen ausgeben. CCPC-Direktorin Grainne Griffin hatte einen solchen Anstieg bereits vorhergesagt – vergleichbar mit der Situation während der Brexit-Umstellung.
Um Verbraucher zu schützen, haben CCPC und die irische Steuerbehörde Revenue klargestellt: Revenue fordert niemals Zollzahlungen per SMS oder E-Mail-Link an. Auch der staatliche Postdienst An Post versendet keine Nachrichten mit Zahlungslinks.
Verbraucher sollten vor dem Kauf die Geschäftsbedingungen der Online-Shops prüfen. Werden die Zollgebühren nicht bereits beim Kauf beglichen, behalten Paketdienste die Sendungen bis zu zwei Wochen zurück – und erheben zusätzliche Bearbeitungsgebühren. Ein großer Logistikanbieter verlangt in solchen Fällen 6,95 Euro Verwaltungskosten.
Große Online-Händler stellen sich neu auf
Amazon hat seine irischen Kunden bereits informiert, dass Waren aus dem Vereinigten Königreich künftig der neuen Drei-Euro-Gebühr pro Artikel unterliegen. Der Konzern reagiert mit dem Ausbau seiner irischen Logistik: Ein 2022 eröffnetes Verteilzentrum in Dublin mit über 500 Mitarbeitern ermöglicht es, mehr Waren direkt aus der EU zu versenden.
Auch andere beliebte Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress sind betroffen. Ein Beispiel zeigt die drastischen Auswirkungen: Eine Bestellung im Wert von sieben Euro könnte nach Abzug von Zollgebühren und Mehrwertsteuer am Ende knapp 20 Euro kosten.
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Weitere Verschärfungen bis 2028 geplant
Die Neuregelung zum 1. Juli ist erst der Anfang. Am 1. November 2026 folgt eine weitere Verwaltungsgebühr. Ab dem 1. Juli 2028 sollen dann bereits ab dem ersten Euro Warenwert volle Zollgebühren fällig werden. Eine Ausnahme gilt weiterhin für private Geschenke unter einem Wert von 45 Euro.
Wer Artikel zurücksendet, sollte beachten: Zollgebühren werden in der Regel nicht erstattet – es sei denn, die Ware ist fehlerhaft. Die Kosten für die Rücksendung müssen Kunden in den meisten Fällen selbst tragen.

