Telekommunikationsunternehmen und Sicherheitsbehörden melden einen massiven Anstieg bei Phishing-Angriffen und KI-gestützten Betrugsmaschen. Besonders Smartphone-Nutzer in der Urlaubszeit und Anleger sind im Visier der Kriminellen.
Quishing und SMS-Phishing auf Rekordniveau
Die Zahlen sind alarmierend: Das sogenannte Quishing – Phishing über QR-Codes – stieg im ersten Quartal um 146 Prozent. Mittlerweile enthält jede neunte Phishing-E-Mail einen schädlichen QR-Code. Parallel dazu schnellte die Zahl der SMS-Phishing-Angriffe im zweiten Quartal 2026 um 162 Prozent nach oben.
Die Deutsche Telekom warnt vor einer perfiden Masche, die speziell Reisende trifft. Nach einem Smartphone-Diebstahl geben sich die Täter per Nachricht als Finder oder Support-Mitarbeiter aus. Sie verschicken Phishing-Links, um Apple-ID- oder Google-Konto-Zugänge zu stehlen. Ihr Ziel: Die Gerätesperre deaktivieren oder das Handy aus dem Konto des Besitzers entfernen – für den Weiterverkauf.
KI-gestützter Betrug und Deepfakes im Finanzsektor
Kriminelle setzen zunehmend auf Künstliche Intelligenz. Das Landeskriminalamt und Verbraucherschützer beobachten fünf spezifische KI-Maschen, darunter Schockanrufe mit geklonten Stimmen und Deepfake-Anlagebetrug.
Ein Fall aus Sachsen zeigt die Dimension: Eine Frau überwies über eine Million Euro an Betrüger. Sie war auf ein KI-gefälschtes Video einer bekannten ZDF-Talkshow hereingefallen. Darin warb eine angebliche Finanzexpertin für eine betrügerische Investmentplattform. Die Ermittler mahnen zur Vorsicht bei ungewöhnlich hohen Renditeversprechen für Gold, Öl oder Kryptowährungen.
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Ein Erfolg für die US-Behörden: Das FBI schaltete die Plattform „Outsider“ ab. Sie soll über 8.000 Phishing-Domains betrieben haben. Der Gesamtschaden: rund 1,9 Milliarden US-Dollar.
Warnungen vor saisonalen Betrugsversuchen
Aktuell kursieren gefälschte E-Mails im Namen von Steuerbehörden oder Portalen wie Elster. Vor der Abgabefrist am 31. Juli fordern die Täter unter dem Vorwand einer Kontoaktualisierung zur Dateneingabe auf. Verbraucherschützer raten: Solche Nachrichten erkennt man oft an unpersönlichen Anreden und verdächtigen Absenderadressen.
Auch im physischen Umfeld nehmen Trickdiebstähle zu – etwa in Nordhausen oder im Schweizer Kanton Aargau. Die Täter geben sich als Polizisten oder Notfallbedürftige aus, um Bargeld oder Wertsachen zu erbeuten. Im Hochtaunuskreis entwendeten falsche Polizeibeamte Goldmünzen und Bargeld im Wert von über 200.000 Euro, während sie das Opfer am Telefon in einem Gespräch banden.
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Empfohlene Schutzmaßnahmen für Verbraucher
Experten raten: Bei unangeforderten Kontaktaufnahmen misstrauisch bleiben. Die wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen:
- Identitätsschutz: Bei Smartphone-Verlust sofort den „Verloren-Modus“ aktivieren und die SIM-Karte über den Sperr-Notruf 116 116 sperren lassen. Das Gerät niemals aus dem Cloud-Konto entfernen, solange es sich im Besitz Dritter befindet.
- Technische Prävention: Die IMEI-Nummer für eine polizeiliche Anzeige notieren. In öffentlichen Räumen VPN-Dienste nutzen und auf öffentliche USB-Ladestationen verzichten.
- Verifizierung: Bei Schockanrufen oder vermeintlichen Behördenanrufen das Gespräch beenden und die Institution über eine offiziell bekannte Nummer zurückrufen.
Bei nicht autorisierten Zahlungen im Online-Banking gilt: Die Bank muss Beträge aus nicht autorisierten Zahlungsvorgängen erstatten. Die Frist für die Geltendmachung beträgt 13 Monate.

