Cyberkriminalität: KI treibt Betrug in Afrika um 55% an

Ghanas Cyberbehörde plant im Oktober eine Aufklärungskampagne zu digitalen Finanzrisiken, während KI bereits 55 Prozent der Fälle beeinflusst.

Die Ghana Cyber Security Authority (CSA) hat die Einleitung des National Cyber Security Awareness Month (NCSAM) 2026 bekannt gegeben. Die Kampagne, die unter dem Motto „Securing Ghana’s Digital Finance Ecosystem“ steht, soll den gesamten Oktober 2026 über stattfinden. Ziel der Initiative ist es, das Bewusstsein für die Sicherheit digitaler Finanzsysteme zu schärfen und die Widerstandsfähigkeit gegen Cyberkriminalität im Land zu stärken.

Fokus auf digitale Finanzsysteme und Kooperation

Die Direktorin der CSA betonte bei der Vorstellung der Kampagne, dass das gewählte Motto angesichts der aktuellen Bedrohungslage als zeitgemäß und dringend einzustufen sei. Kriminelle Akteure nähmen verstärkt digitale Finanzsysteme ins Visier.

Zu den häufigsten Methoden zählten dabei Online-Betrug, Identitätstäuschung, die Umleitung von Zahlungen sowie das sogenannte Business-E-Mail-Compromise (BEC). Die CSA-Direktorin rief in diesem Zusammenhang zu einer engeren Zusammenarbeit aller Beteiligten auf, um die Cyberkriminalität wirksam zu bekämpfen.

Unterstützung erhält die Behörde vom stellvertretenden Kommunikationsminister Mohammed Adams Sukparu. Dieser forderte Banken, Fintech-Unternehmen und Telekommunikationsanbieter dazu auf, eine geschlossene Front zum Schutz des digitalen Finanzwesens zu bilden. Zudem appellierte der Minister an die Medienvertreter, eine kontinuierliche Aufklärungsarbeit zu leisten, um die Bevölkerung für die Gefahren im digitalen Raum zu sensibilisieren.

Zunehmende Rolle von Künstlicher Intelligenz

Ein zentraler Aspekt der diesjährigen Kampagne ist der Einfluss moderner Technologien auf die Kriminalitätsrate. Die Direktorin der Kriminalpolizei (CID), COP Lydia Donkor, wies während der Eröffnungsveranstaltung darauf hin, dass Künstliche Intelligenz (KI) mittlerweile bei 55 % der gemeldeten Cyberkriminalität in Afrika eine Rolle spiele.

Gemäß einer Bewertung der internationalen Polizeiorganisation Interpol für das Jahr 2026 belaufen sich die damit verbundenen Verluste auf 484 Mio. US-Dollar.

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Die CID-Direktorin warnte potenzielle Täter ausdrücklich davor, dass Anonymität im Internet nicht mit Immunität vor Strafverfolgung gleichzusetzen sei. Um auf diese Entwicklungen zu reagieren, verstärke die ghanaische Polizei derzeit ihre forensischen Kapazitäten, um digitale Straftaten effizienter verfolgen zu können.

Ermittlungserfolge und statistische Trends

Dass die Behörden bereits aktiv gegen Netzwerke vorgehen, zeigen jüngste operative Erfolge. Bei einer gemeinsamen Operation der CSA und der Polizei in der Nähe von Tema wurden 39 Verdächtige festgenommen. Eine weitere Zusammenarbeit mit Interpol führte zur Festnahme von 68 Verdächtigen und der Beschlagnahmung von 835 Geräten. In diesem Zuge konnten 108 Opfer identifiziert und Verluste in Höhe von 450.000 US-Dollar zurückverfolgt werden.

Die Notwendigkeit der Kampagne wird durch aktuelle Zahlen der CSA untermauert. Zwischen Januar und Juli 2026 wurden insgesamt 3.876 Vorfälle gemeldet, wobei Online-Betrug mit 1.818 Fällen rund 47 % des Gesamtaufkommens ausmacht.

Ein konkretes Beispiel für den wirtschaftlichen Schaden ist das Anlagebetrugssystem CWPC Digital Marketing, das im Juli 2026 bei 174 Meldungen zu einem Verlust von GH¢1,14 Mio. führte.

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Auch der Betrugsbericht der Bank of Ghana (BoG) für das Jahr 2025 zeigt eine deutliche Steigerung der Fallzahlen. Die Vorfälle stiegen von 16.733 im Jahr 2024 auf 24.778 im Folgejahr an, was einem Zuwachs von 48 % entspricht.

Der gefährdete Gesamtwert wurde mit GH¢101 Mio. angegeben. Besonders drastisch entwickelten sich E-Fraud-Vorfälle mit einem Anstieg von 54 %, wobei der gefährdete Wert in diesem Segment von GH¢19 Mio. auf GH¢37 Mio. kletterte.

Die nationale Kampagne im Oktober stützt sich auf fünf strategische Säulen. Für Bürger und Unternehmen, die Vorfälle melden möchten oder Unterstützung benötigen, hat die CSA zudem die Kontakt-Hotline 292 eingerichtet.