Phishing-Angriffe erreichen eine neue Stufe der Täuschung: Aktuelle Kampagnen setzen auf QR-Codes, gefälschte Videokonferenz-Updates und täuschend echte KI-Videos, um Sicherheitsbarrieren zu umgehen.
In den letzten 72 Stunden haben Sicherheitsforscher eine alarmierende Eskalation der Cyberbedrohungen dokumentiert. Eine neue Woche hochgradig ausgeklügelter Phishing-Kampagnen nutzt gezielt Schwachstellen im menschlichen Vertrauen und technische Lücken aus. Die Angreifer setzen vermehrt auf QR-Codes, KI-generierte Deepfake-Videos und gefälschte Einladungen zu Plattformen wie Microsoft Teams oder Zoom. Ihr Ziel: traditionelle E-Mail-Sicherheitsfilter zu umgehen und ahnungslose Nutzer zu täuschen. Diese Entwicklung zwingt Unternehmen und Privatpersonen gleichermaßen, ihre Schutzstrategien grundlegend zu überdenken.
QR-Code-Phishing: Der unsichtbare Link
Eine der prominentesten Bedrohungen ist der rasante Anstieg von „Quishing“ – Phishing per QR-Code. Diese Methode ist so effektiv, weil sie Sicherheitssysteme aushebelt, die auf das Scannen bösartiger URLs im E-Mail-Text ausgelegt sind. Da der QR-Code ein Bild ist, können automatisierte Filter den darin versteckten Link oft nicht entschlüsseln.
Die Angreifer platzieren diese Codes in E-Mails, die vertrauenswürdige Dienste wie Dokumenten-Signing-Plattformen oder Gehaltsabrechnungssysteme imitieren. Scannt der Nutzer den Code mit seinem Smartphone, landet er direkt auf einer betrügerischen Website – und umgeht so komplett die Sicherheitsinfrastruktur seines Arbeitscomputers. Schätzungen zufolge führen bis zu 15 Prozent der gescannten QR-Code-Seiten zu einer schädlichen Destination.
Wer sich vor Quishing, gefälschten Update-Aufforderungen oder KI‑Deepfakes schützen möchte, findet jetzt eine kostenlose 4‑Schritte-Anleitung, die aktuelle Hacker‑Methoden, psychologische Angriffsmuster und konkrete Abwehrmaßnahmen erklärt. Der Praxis‑Guide zeigt, wie Sie Phishing über E‑Mail, QR‑Codes und gefälschte Meeting‑Einladungen erkennen und Ihr Team gezielt schulen. Anti‑Phishing‑Paket kostenlos herunterladen
KI-Deepfakes: Die täuschend echte Falle
Eine besonders beunruhigende Entwicklung markiert der Einsatz von KI-generierten Deepfake-Videos. Eine kürzlich aufgedeckte Kampagne, die mit einer nordkoreanischen Hackergruppe in Verbindung gebracht wird, nutzte täuschend echte LinkedIn-Profile und Deepfake-Videointerviews. Ziel waren Professionals aus der Kryptobranche, denen lukrative Fake-Jobangebote unterbreitet wurden.
Die KI-generierten Gesichter kombiniert mit geklonter Stimme schufen eine überzeugende Illusion. Diese Entwicklung bestätigt Befürchtungen zum Missbrauch generativer KI. Die Tools ermöglichen es Angreifern, massenhaft personalisierte und grammatikalisch einwandfreie Phishing-Nachrichten zu erstellen – ohne die früher typischen Fehler. KI kann zudem täuschend echte Login-Portale kopieren oder Chatbots generieren, die in Echtzeit auf Opfer reagieren.
Gefälschte Updates für Teams & Co.: Der Trojaner im Vertrauensmantel
Cyberkriminelle instrumentalisieren zunehmend das Vertrauen in alltägliche Geschäftsanwendungen. Eine neue Kampagne versendet gefälschte Videokonferenz-Einladungen, die Plattformen wie Zoom, Microsoft Teams oder Google Meet imitieren. The gefälschte Einladung fordert den Empfänger auf, ein „obligatorisches Software-Update“ zu installieren, um am Meeting teilnehmen zu können.
Die heruntergeladene Datei ist jedoch kein Update, sondern ein Remote-Monitoring-and-Management-Tool (RMM). Da RMM-Software oft legitimerweise von IT-Abteilungen genutzt wird, löst ihre Installation nicht zwangsläufig Sicherheitsalarme aus. Angreifer erhalten so dauerhaften, administrativen Zugriff auf das kompromittierte System. Diese Strategie dehnt sich auch auf Social-Media-Direct-Messages aus, um E-Mail-Sicherheitskontrollen komplett zu umgehen.
Paradigmenwechsel: Der Schutz muss mitwachsen
Die aktuelle Angriffswelle zeigt deutlich: Der traditionelle Phishing-Schutz, der sich stark auf das Scannen von E-Mail-Links und Anhängen konzentriert, ist nicht mehr ausreichend. Die Angreifer sind gezielt auf Vektoren ausgewichen, die diese Systeme nicht inspizieren können: Bilder (QR-Codes), Mobile-Messaging, Social Media und vertrauenswürdige Cloud-Dienste.
Organisationen können Phishing nicht länger als ein Problem des E-Mail-Postfachs betrachten. Die Angriffsfläche ist breiter geworden. Ein effektiver Schutz erfordert nun eine mehrschichtige Strategie aus Technologie und kontinuierlicher Nutzerschulung. Sicherheitslösungen müssen Sichtbarkeit in diese alternativen Kanäle erhalten. Die Abwehr von Quishing erfordert etwa Technologien, die eine Computer-Vision-Analyse von Bildern in E-Mails durchführen können.
Ausblick: Zero Trust und gesunde Skepsis als neue Firewall
Als Reaktion auf dieses sich wandelnde Bedrohungsbild müssen Cybersecurity-Strategien 2026 anpassungsfähig und umfassend sein. Prioritäten sind:
1. Endpunkt- und Mobile-Security: Da Angriffe wie Quishing auf Mobilgeräten initiiert werden, muss der Schutz auf dem Gerät selbst existieren.
2. KI-gestützte E-Mail-Sicherheit: Sie wird essenziell, um die hyperpersonalisierten Bedrohungen durch bösartige KI zu identifizieren.
3. Aktualisierte Sicherheitsschulungen: Mitarbeiter müssen spezifisch für die Risiken durch unaufgeforderte QR-Codes, gefälschte Update-Aufforderungen und Deepfake-Social-Engineering sensibilisiert werden.
4. Zero-Trust-Mindset: Die Annahme, dass jede Kommunikation bösartig sein könnte – unabhängig von ihrer scheinbaren Herkunft. Dazu gehört die Verifizierung unerwarteter Anfragen über separate Kanäle und eine Kultur der gesunden Skepsis als letzte menschliche Firewall.





