Cyberkriminelle zielen massiv auf Smartphones

Die Zahl mobiler Banking-Trojaner ist im vergangenen Jahr um 271 Prozent gestiegen. Experten warnen zudem vor vorinstallierter Schadsoftware und den Risiken öffentlicher WLAN-Netze.

Banking-Trojaner auf Android-Geräten sind im vergangenen Jahr um 56 Prozent gestiegen. Das zeigt ein aktueller Bericht von Kaspersky zur mobilen Malware. Gleichzeitig warnen Behörden vor neuen Gefahren durch vorinstallierte Schadsoftware und unsichere WLAN-Netze.

Banking-Trojaner explodieren um 271 Prozent

Die Sicherheitsexperten registrierten 2025 über 255.000 neue Installationspakete für Banking-Trojaner. Das ist ein Anstieg von 271 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Schadsoftware zielt darauf ab, Anmeldedaten für Online-Banking und Bezahldienste zu stehlen.

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Banking, Online-Shopping und PayPal gehören heute zum Alltag, doch gerade diese Apps sind das Hauptziel moderner Trojaner. Wie Sie Ihr Android-Smartphone mit einfachen Handgriffen effektiv vor Datendieben schützen, erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken

Dominierende Malware-Familien sind Mamont und Creduz. Cyberkriminelle verbreiten sie vor allem über Messenger-Dienste und manipulierte Webseiten. Die Zahlen belegen: Finanzmalware bleibt ein äußerst lukratives Geschäft.

Die Gefahr steckt schon im Neugerät

Eine noch tiefgreifendere Bedrohung kommt direkt ab Werk. Branchenexperten beobachten vermehrt vorinstallierte Backdoors wie Triada und Keenadu auf fabrikneuen Android-Geräten. Ist diese Schadsoftware einmal in der Firmware, haben Angreifer fast unbegrenzten Zugriff.

Die Entfernung ist extrem schwierig und erfordert meist Updates vom Hersteller. In Deutschland tarnte sich die Malware „Trojan-Proxy.AndroidOS.Agent.q“ kürzlich als Rabatt-App einer Supermarktkette. Solche lokalisierten Täuschungsmanöver werden immer präziser.

Behörde warnt: WLAN immer ausschalten!

Die französische Cybersicherheitsbehörde CERT-FR rät Smartphone-Nutzern eindringlich, WLAN konsequent zu deaktivieren, wenn es nicht gebraucht wird. Ein permanent eingeschaltetes Funkmodul vergrößert die Angriffsfläche unnötig.

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Besonders riskant sind öffentliche Netzwerke in Cafés oder Bahnhöfen. Hier lauern „Man-in-the-Middle“-Angriffe. Bei der „Evil Twin“-Methode tarnen Kriminelle ihre eigenen Hotspots als legitime Netzwerke. Verbindet sich das Smartphone automatisch, können Passwörter und Kommunikation mitgelesen werden.

Die Experten empfehlen, das automatische Verbinden mit offenen Netzwerken zu deaktivieren. Bei unvermeidbarer Nutzung sollte ein VPN-Dienst zum Einsatz kommen.

Professionelle Angreifer, ahnungslose Nutzer

Die Kombination aus massenhaften Trojaner-Varianten und der Ausnutzung von Hardware-Schwachstellen stellt Verbraucher vor große Herausforderungen. Der Schutz geht heute weit über eine Antiviren-App hinaus.

Erforderlich ist ein umfassendes Bewusstsein für digitale Hygiene: Kritisches Prüfen von App-Berechtigungen, Vermeiden von Downloads aus inoffiziellen Quellen und ein bewusster Umgang mit Funkverbindungen. Das Smartphone ist als zentraler Tresor für persönliche Daten das primäre Ziel globaler Cyberkriminellen geworden.