Mehrere führende Cybersicherheitsanbieter haben am 17. Juni 2026 neue Plattformen vorgestellt, die auf autonomen KI-Agenten basieren. SentinelOne, Fortinet und Corelight setzen dabei auf Systeme, die digitale Bedrohungen eigenständig erkennen, untersuchen und abwehren.
Neue KI-Gesetze, neue Cyberrisiken: Was kommt wirklich auf Ihr Unternehmen zu? Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. Kostenlosen Cyber-Security-Report herunterladen
SentinelOne setzt auf „Zero-Click“-Prinzip
Der Sicherheitsspezialist SentinelOne hat seine Purple AI Agentic Investigation-Funktion für alle Kunden freigegeben. Das Besondere: Die KI benötigt keinen einzigen Klick eines Sicherheitsanalysten mehr. Sie identifiziert, analysiert und neutralisiert Bedrohungen vollautomatisch.
Hinter dem System arbeiten mehrere große Sprachmodelle – darunter Anthropics Claude, OpenAIs GPT und SentinelOnes eigene „Ultraviolet“-Modelle. Für die Abrechnung führte das Unternehmen Singularity Credits ein, eine Art einheitliche Währung für KI-gestützte Sicherheitsaufgaben.
Die größte Herausforderung in modernen Sicherheitszentren sei die Untersuchungskapazität, so SentinelOne. Erste Daten zeigen: Nutzer der KI-Tools konnten ihre Bedrohungsjagd um 80 Prozent beschleunigen. Bis zum 15. August 2026 können Kunden die Funktion kostenlos testen.
Fortinet bündelt sechs Sicherheitsfunktionen in der Cloud
Auch Fortinet drängt in den Markt für autonome Sicherheit. Mit FortiSOC launchte das Unternehmen eine cloudbasierte SaaS-Plattform, die sechs klassisch getrennte Bereiche zusammenführt: von Security Information and Event Management (SIEM) über Security Orchestration und Automation (SOAR) bis zur Identitätsbedrohungserkennung (ITDR).
Das Herzstück: FortiAI-Assist, eine KI, die eigenständig Alarme korreliert und Untersuchungen steuert. Fortinet will damit der Zersplitterung von Sicherheitstools entgegenwirken – und der zunehmenden Geschwindigkeit moderner Cyberangriffe. Die Plattform enthält vorkonfigurierte Abläufe, die aus Fortinets eigenen Sicherheitszentren stammen.
Google Cloud: Von 30 Minuten auf 60 Sekunden
Die Effizienzgewinne sind beeindruckend. Anfang Juni 2026 meldete Google Cloud, dass sein Analyse-Agent bereits über fünf Millionen Alarme verarbeitet hat. Die auf Gemini basierende Technologie verkürzte die durchschnittliche Zeit für manuelle Alarmprüfungen von 30 Minuten auf 60 Sekunden.
Noch deutlicher: Laut Mandiant-M-Trends sank die mittlere Zeit bis zur Übergabe eines Sicherheitsvorfalls von acht Stunden im Jahr 2022 auf gerade einmal 22 Sekunden im Jahr 2025.
Während KI die Abwehr beschleunigt, stellt der EU AI Act neue rechtliche Anforderungen an den Einsatz solcher Systeme. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen, den Ihre IT-Abteilung jetzt braucht. EU AI Act Umsetzungsleitfaden kostenlos sichern
Corelight erweitert Netzwerküberwachung
Doch nicht nur die Bedrohungserkennung steht im Fokus – auch die Transparenz über Netzwerkressourcen wird immer wichtiger. Corelight aktualisierte am 17. Juni 2026 seine Open NDR-Plattform um passive Geräteklassifizierung und Netzwerk-Performance-Überwachung.
Organisationen können damit unverwaltete Geräte, IoT-Systeme und über 180 verschiedene KI-Dienste in ihren Netzwerken identifizieren – ohne zusätzliche Software installieren zu müssen. Ziel ist die sogenannte „unbekannte Angriffsfläche“, die für Eindringlinge nach wie vor das Haupteinfallstor darstellt.
Markt boomt – doch Sicherheitsrisiken bleiben
Der rasante Aufstieg der KI-Agenten spiegelt sich in den Marktzahlen wider. Im zweiten Quartal 2026 kürte Forrester CrowdStrike zum Marktführer für Extended Detection and Response (XDR). Das Unternehmen meldete für sein KI-Geschäft ein Wachstum von 250 Prozent beim jährlich wiederkehrenden Umsatz – innerhalb von weniger als zwei Quartalen.
Doch die neue Technologie birgt auch Risiken. Anfang Juni 2026 entdeckten Sicherheitsforscher anhaltende Schwachstellen in KI-gesteuerten Browser-Agenten wie Perplexitys Comet. Prompt-Injection-Angriffe – bei denen bösartige Anweisungen das Verhalten der KI manipulieren – bleiben eine grundlegende Gefahr. Branchenkenner halten es für unwahrscheinlich, dass dieses Problem jemals vollständig gelöst werden kann. Unternehmen wie ChatGPT und Perplexity setzen weiterhin auf unterschiedliche Strategien, um die Risiken zu minimieren – während autonome Agenten immer tiefer in Geschäftsprozesse eindringen.

