Die Ratingagentur Franke & Bornberg hat den Markt für kombinierte Cyber- und Rechtsschutzversicherungen für Privatpersonen untersucht und dabei die Debeka als Testsieger hervorgehoben.
In einer aktuellen Analyse erhielt das Produkt „Cyberversicherung+Cyber-Rechtsschutz“ der Debeka die Höchstnote FFF+ (Note 0,5). Damit setzte sich das Unternehmen gegen insgesamt 20 geprüfte Produkte von 13 verschiedenen Anbietern durch. Die Debeka war laut den Analysten das einzige Unternehmen, das diese Bestbewertung erreichen konnte.
Das Versicherungsangebot wird zu einem monatlichen Beitrag ab 7,50 Euro angeboten und zielt darauf ab, Privatpersonen gegen die finanziellen und rechtlichen Folgen von Internetkriminalität abzusichern. Der Bedarf an solchen Absicherungen wird durch aktuelle Erhebungen zur Bedrohungslage im digitalen Raum untermauert.
Hohe Betroffenheit durch Internetkriminalität in Deutschland
Nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom waren in einem Zeitraum von zwölf Monaten rund 61 Prozent der deutschen Internetnutzer ab 16 Jahren von Cyberkriminalität betroffen. Die häufigsten Delikte umfassten dabei Betrug beim Onlinehandel (36 Prozent), den Diebstahl persönlicher Daten (30 Prozent) sowie Infektionen mit Schadsoftware (24 Prozent).
Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) registriert signifikante Fallzahlen: Laut dessen Daten wurden 22 Prozent der Nutzer Opfer von Problemen beim Onlineshopping, während 14 Prozent Fremdzugriffe auf ihre Konten meldeten. Onlinebanking-Betrug betraf 13 Prozent und Phishing-Versuche 12 Prozent der Befragten.
Die wirtschaftlichen Folgen für die Betroffenen sind erheblich. Eine Studie des Dienstleisters SquareTrade zeigt auf, dass deutsche Verbraucher im europäischen Vergleich die höchsten Schäden durch Online-Betrug verzeichnen, während die Aufklärungsquote gleichzeitig auf einem niedrigen Niveau verharrt. Zwei Drittel der rund 3.000 Befragten gaben an, bereits Geld durch Betrug verloren zu haben, wobei der durchschnittliche Schaden bei 657 Euro lag.
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Neue Betrugsmaschen durch Künstliche Intelligenz
Besondere Aufmerksamkeit widmen Sicherheitsforscher und Behörden der Entwicklung neuer Angriffsmethoden. Laut SquareTrade finden bereits ein Drittel der Betrugskontakte über soziale Medien statt, gefolgt von E-Mail-Kommunikation (15 Prozent) und Online-Marktplätzen (12 Prozent).
Zunehmend setzen Täter dabei auf Künstliche Intelligenz (KI), etwa in Form von KI-generierten Anrufen, die bereits für 12 Prozent der Betrugsversuche verantwortlich seien.
Ein aktueller Fall aus Sachsen-Anhalt verdeutlicht die existenzbedrohenden Ausmaße solcher Taten. Dort verlor ein Rentner durch eine Krypto-Betrugsmasche rund 83.000 Euro, die er über zwei Kredite finanziert hatte. Eine manipulierte App täuschte ihm dabei ein Scheinguthaben von 193.000 Euro vor, während die Betrüger fortlaufend weitere Zahlungen forderten.
Die Sparkasse Nürnberg konnte kürzlich in einem ähnlichen Fall den Verlust eines hohen Geldbetrages durch Deepfake-Anlagebetrug in letzter Sekunde verhindern. Experten der Bank warnen in diesem Zusammenhang vor unrealistischen Renditeversprechen, Zeitdruck bei Zahlungsaufforderungen und der Nutzung von Prominenten zu Werbezwecken.
Technologische Aufrüstung und Prävention
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Auch die technische Komplexität der Angriffe nimmt zu. Berichte von Okta Threat Intelligence weisen auf moderne Phishing-Kits für Telefonbetrug hin, die in der Lage sind, Zugangsdaten in Echtzeit abzufangen und sogar Multifaktor-Authentifizierungen (MFA) zu umgehen. Fachleute empfehlen daher vermehrt den Einsatz von Passkeys oder hardwarebasierten Sicherheitslösungen.
Im gewerblichen Bereich ist die Absicherung bereits weiter fortgeschritten als im privaten Sektor. Eine Studie von EY unter 200 Unternehmen ergab im Frühjahr, dass 45 Prozent der befragten Firmen in Österreich über eine Cyberversicherung verfügen.
Gleichzeitig stieg die Zahl der Unternehmen mit konkreten Hinweisen auf Cyberangriffe um 4 Prozentpunkte auf 36 Prozent. Auch hier spielt KI eine wachsende Rolle: 20 Prozent der Unternehmen nutzen die Technologie bereits zur Abwehr, während Phishing mit 71 Prozent die am häufigsten beobachtete Angriffsform bleibt.
Für Privatpersonen bieten Institutionen wie die Verbraucherzentralen mittlerweile Hilfsmittel wie kostenlose Fake-Checks an, um potenzielle Anlagebetrüge frühzeitig zu identifizieren. Versicherer wie die WGV weisen zudem darauf hin, dass der Versicherungsschutz für Privatpersonen zunehmend spezifische Szenarien der Internetkriminalität abdeckt, um den finanziellen Folgen der komplexen Bedrohungslage entgegenzuwirken.

