Dassault Systèmes und NVIDIA starten eine strategische Allianz für eine neue Generation von Industrie-KI. Auf der 3DEXPERIENCE World in Houston stellten die Unternehmen am Dienstag eine gemeinsame Plattform vor, die virtuelle Zwillinge mit Hochleistungsrechnen verbindet. Ziel sind sogenannte „Industry World Models“ – KI-Systeme, die auf physikalischen Gesetzen basieren.
Die Ära der „Physical AI“ bricht an
Die Partnerschaft zielt darauf ab, über die aktuellen Grenzen generativer KI hinauszugehen. Diese versteht oft die reale Physik nicht. Die neue „Physical AI“ soll dies ändern. Dafür kombiniert die Plattform Dassaults 3DEXPERIENCE-Ökosystem mit NVIDIA’s KI-Software, Rechenarchitektur und Omniverse-Technologien.
„Die Verschmelzung von industrieller Expertise mit modernster KI-Infrastruktur wird Systemen ein Verständnis der physischen Welt ermöglichen“, sagte NVIDIA-CEO Jensen Huang. Sein Dassault-Pendant Pascal Daloz betonte: „Wenn KI auf Wissenschaft, Physik und validiertem Industrie-Wissen basiert, wird sie zum Kraftmultiplikator für menschliche Kreativität.“
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KI-Fabriken und souveräne Cloud-Infrastruktur
Ein Kernstück der Vereinbarung sind „KI-Fabriken“ für unternehmenskritische Anwendungen. Dassault will diese über seine Cloud-Marke OUTSCALE auf drei Kontinenten bereitstellen, angetrieben von NVIDIA-Hardware. Die Strategie soll Datenhoheit und Compliance in Schlüsselbranchen wie Luftfahrt und Automotive garantieren.
Die Zusammenarbeit ist gegenseitig: Während Dassault NVIDIA-Technologie nutzt, wird NVIDIA Dassaults modellbasierte Systementwicklung (MBSE) für den Bau eigener KI-Fabriken einsetzen. Die Integration beginnt mit der NVIDIA Rubin-Plattform.
In der 3DEXPERIENCE-Umgebung sollen zudem „virtuelle Assistenten“ komplexe Simulationsaufgaben automatisieren. Statt isolierter Lösungen entsteht so eine Architektur, in der KI ganze Produktionssysteme oder biologische Prozesse hochpräzise simulieren kann.
Marktreaktion und wirtschaftlicher Kontext
Großunternehmen signalisierten bereits Interesse. Cécile Béliot, CEO des Lebensmittelkonzerns Bel Group, sieht Potenzial, um Nachhaltigkeitsziele zu beschleunigen. Motohiro Yamanishi von OMRON betonte die Notwendigkeit digital validierter Produktionssysteme.
Die Ankündigung kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt für Dassault. Der französische Software-Riese verzeichnete Anfang Februar 2026 ein 52-Wochen-Tief an der Börse. Analysten sehen die Allianz mit dem KI-Chipmarktführer NVIDIA als strategischen Schwenk, um das Investor-Vertrauen zurückzugewinnen.
Von der Simulation in die reale Produktion
Die Plattform könnte weit über die Fertigung hinauswirken. In der Materialwissenschaft und Biologie sollen die „Industry World Models“ die Entdeckung neuer Moleküle oder die Optimierung von Pharmaprodukten beschleunigen.
Beobachter erwarten, dass die Technologie autonome Fabriken und nachhaltige Produktionsmethoden vorantreibt. Wenn Unternehmen komplexe Systeme virtuell testen können, bevor sie physisch gebaut werden, sinken Abfall, Entwicklungszeiten und operative Risiken.
Der Erfolg wird davon abhängen, ob die Plattform messbare Effizienzgewinne bei der nötigen ingenieurwissenschaftlichen Präzision liefert. Die ersten gemeinsamen Lösungen sollen in den kommenden Quartalen verfügbar werden.
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